Sprache

Orang-Utan-Dame im Berliner Zoo

Flexible Kontrolle über erlernte Lautäußerungen bei Orang-Utans

LEIPZIG. (mpg) Bisher gingen Experten davon aus, dass unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, keine neuen Laute lernen können und dass Sprache folglich ihren Ursprung nicht bei ihnen hatte. In einem Imitiationsspiel gelang es dem Orang-Utan Rocky jedoch, Tonhöhe und Tonfall von vokalähnlichen Rufen einer Forscherin nachzuahmen. Die Entdeckung zeigt, dass Orang-Utans die Fähigkeit haben, ihre Stimme zu kontrollieren. Dem internationalen Forscherteam gehörte auch Alexander Mielke vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an, geleitet wurde es von Forschern der Durham University in Großbritannien.

Gorillamutter beim Fressen

Wenn die Silberrücken singen

BERLIN. (hpd) Gorillas summen, ja, man könnte es als Singen bezeichnen. Warum, darüber gibt es laut Eva Luef, Thomas Breuer und Simone Pika vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen, die das Verhalten der Tiefland-Gorillas im Dzanga-Ndoki Nationalpark und im Noubalé-Ndoki Nationalpark im Kongo beobachteten, verschiedene Hypothesen.

Kohlmeise

Von wegen: eine Meise haben

BERLIN. (hpd) Forscher in Japan fanden es als Erste heraus. Bestätigung kam aus Uppsala und Zürich. Kohlmeisen verfügen über eine Syntax. Sie kombinieren Ruflaute, die je einzeln eine Bedeutung haben, miteinander und geben ihnen damit eine neue Bedeutung.

Mithilfe der Attrappe eines Hirnscanners bereitet sich eine junge Probandin auf ein Experiment vor.

Sprache macht den Menschen

LEIPZIG. (mpg) Die Fähigkeit, Sprache erzeugen und verstehen zu können, macht den Menschen zu etwas Einzigartigem. Doch nicht nur Menschen, auch Affen und Hunde können Wörter lernen. Wo liegt er also, der entscheidende Unterschied zu unserer menschlichen Sprache? Und wie entwickelt sich eigentlich dieses Medium, in dem wir sprechen und schreiben, denken und dichten?

Man versteht nicht nur mit den Ohren gut

FRANKFURT/M. (mpg) Selbst wenn wir nur einen Teil von dem gehört haben, was gesagt wurde: Kennen wir den entsprechenden Kontext, ergänzen wir die fehlenden Informationen automatisch. Wie wir das machen, konnten nun Forscher des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik in Frankfurt und des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig zeigen.

Zwölf Sprachen mit sehr unterschiedlicher Phonetik und Grammatik wählten die Linguisten für ihre Untersuchung aus.

Alle 90 Sekunden eine Klarstellung

NIJMMEGEN/NL. (hpd/mpg) Wenn Menschen miteinander sprechen, kommt es leicht zu Verständnisproblemen. Manchmal hört man einzelne Worte nicht richtig, ein andermal sind die Zusammenhänge unklar. Oder man ist sich nicht sicher, das Wesentliche verstanden zu haben. Ein Team von Wissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für Psycholinguistik in Nijmegen hat Mechanismen gefunden, mit denen weltweit Menschen Unklarheiten in Gesprächen aufdecken und die Kommunikation "reparieren".

Deutschland im Kopf

TRIER. (hpd) Die jüngsten Krawalle in Heidenau werfen dunkle Schatten voraus. Auch vor einigen Tagen brannten Flüchtlingsunterkünfte – diesmal in Berlin, Leipzig, Salzhemmendorf, und einige weitere. Die Bundesregierung zeigte sich schockiert. Vizekanzler Gabriel bemühte sich, klare Kante zu zeigen und bezeichnete den "rechten Mob" als "die undeutschesten Typen", die er sich vorstellen kann. Warum denn bitte undeutsch? Doch Gabriel ist nicht der einzige Politiker, der zu solchen verbalen Schwächeanfällen neigt.

Bonobo-Mädchen im Berliner Zoo

Die Baby-Piepser der Bonobos

BERLIN. (hpd) Junge Eltern meinen oft genau zu wissen, warum ihre Säuglinge ihre Pieps-Laute ausstoßen. Warum es die Bonobos im Kongo tun, wissen die Forscher der Universitäten Birmingham und Neuenburg Zanna Clay, Jahmaira Archbold und Klaus Zuberbühler nicht. Die Laute werden von diesen Primaten zu den vielfältigsten Anlässen ausgestoßen, beobachteten sie, und genau deshalb sehen die drei Wissenschaftler in ihnen einen Schritt zur Sprache.

Schrei

Schrei, wenn du musst

FRANKFURT. (hpd/mpg) Einem internationalen Team von Neurowissenschaftlern vom Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik, der New York University und der Universität Genf ist es erstmalig gelungen, die Einzigartigkeit von Schreien nachzuweisen. In einer Studie fanden sie heraus, dass Schreie ganz besondere akustische Eigenschaften besitzen: Das macht sie zu einer spezifischen Lautäußerung, die nur in Stress- und Gefahrensituationen zum Einsatz kommt.

Hand eines Orang-Utans (aufgenommen im Berliner Zoo)

Geräuschvolles Küssen als Drohgebärde

BERLIN. (hpd) Mit einem warnenden Schmatzlaut reagieren Orang-Utans auf Gefahren. Er soll aber auch dem potenziellen Angreifer mitteilen, dass man selbst kein Leichtgewicht ist. Junge Orangs bluffen, fanden jetzt Forscher heraus, indem sie den Ton mit vorgehaltener Hand erheblich tiefer klingen lassen, um größer und stärker zu wirken, als es wirklich der Fall ist. Sie modulieren ihre Stimme so bewusst manuell.