Ablehnung von links
Breite Mehrheit im EU-Parlament für Maßnahmen gegen islamistische Einflussnahme
Was sollten Linke, Grüne und Sozialdemokraten schon dagegen haben, wenn das EU-Parlament Strategien verurteilt, die darauf abzielen, „demokratische Institutionen, die Rechtsstaatlichkeit, die Gleichstellung von Frauen und Männern, die Gewissensfreiheit, die Meinungsfreiheit und die öffentliche Ordnung“ zu schwächen? Eigentlich nichts. Es sei denn, es handelt sich um islamistische Infiltrationen und die Antragsbefürworter sind liberal, konservativ und rechts. Das EU-Parlament verabschiedete mit klarer Mehrheit eine Entschließung zum härteren Vorgehen gegen islamistische Unterwanderung und Strukturen der Muslimbruderschaft. Linke stimmten mehrheitlich dagegen.
Foto: © hpd
Der von der EVP-Fraktion, einem Zusammenschluss christdemokratischer und konservativer Parteien auf europäischer Ebene, eingebrachte Vorstoß fordert umfassende Maßnahmen gegen Strukturen und Betätigungen islamistischer Akteure. Kein grob-populistischer Schlachtplan, sondern ein ausgefeiltes Instrumentarium, um den Bestrebungen des Politischen Islam das Handwerk zu legen. Dazu gehören analytische Methoden, um den Islamismus von einer normalen Religionsausübung zu unterscheiden, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure, die sich gegen Islamismus engagieren, sowie die Offenlegung und Kappung entsprechender Geldströme. Auch ein Verbot der Vollverschleierung wird gefordert. Zudem sollen Einrichtungen und Personen mit Bezügen zur Muslimbruderschaft auf die EU-Terrorliste gesetzt werden.
Das EU-Parlament votierte am 8. Oktober über den Antrag unter dem Titel „Die Notwendigkeit einer EU-Strategie zur Bekämpfung des islamistischen Infiltrationsversuchs und des Einflusses des Netzwerks der Muslimbruderschaft“. 381 Abgeordnete stimmten dafür, 167 dagegen, 15 enthielten sich. Weitere 156 Parlamentarier waren bei der Abstimmung nicht anwesend. Die Entschließung wurde angenommen, ist aber noch nicht rechtlich bindend. Förderstopps oder Terrorlistungen werden damit noch nicht verhängt. Der Beschluss fordert nun aber die Kommission, den Rat und die Mitgliedstaaten auf, den artikulierten politischen Willen in Taten umzusetzen.
Im Visier: Geflecht der Muslimbruderschaft
Im Zentrum stehen Gruppierungen im Umfeld der Muslimbruderschaft. Sie ist die älteste und einflussreichste islamistische Mutterbewegung. Sie ist transnational organisiert und verfolgt das globale Fernziel einer sukzessiven Islamisierung der Gesellschaften von unten nach oben. Im Gazastreifen ist etwa die Hamas ihr terroristischer Arm. In Europa agiert sie subtil und subversiv. Liberale Demokratien versucht sie von innen heraus ins Islamistische zu kippen beziehungsweise schariakonform umzugestalten. Meist greift sie auf gewaltfreie Graswurzelmethoden – etwa das Pflanzen von Schlüsselpersonen in Politik und Kultur – zurück, während ihr Umfeld inzwischen auch hierzulande nicht vor Gewaltaufrufen zurückschreckt.
Die EVP-Initiative dürfte durch einen wachsenden internationalen Druck auf die Muslimbruderschaft inspiriert sein. Im Januar stuften die USA die ägyptischen, jordanischen, libanesischen und sudanesischen Ableger der Bruderschaft als Terrororganisationen ein. Im niederländischen Parlament gab es im März einen Vorstoß zum Verbot des Netzwerks (der hpd berichtete). Auch die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien haben ihre Maßnahmen gegen die Muslimbruderschaft verschärft. Ägypten begrüßt derweil die Entschließung des EU-Parlaments und fordert über die Maßnahmen hinaus ein Verbot der islamistischen Vereinigung.
In Straßburg bejahte das liberale bis rechte Lager den strikteren Kurs gegen die islamistische Raumnahme. Alle deutschen EU-Abgeordneten von SPD, Grünen und der Linken lehnten den Antrag ab. Das gilt ebenso für die Mehrheit der linksgerichteten Parteien in anderen Ländern.
Doch was steht eigentlich drin?
FEMYSO und die Verbindungen zur Muslimbruderschaft
Einige Passagen des Antrags befassen sich ganz konkret mit dem muslimischen Jugend- und Studentenverband FEMYSO mit Sitz in Brüssel. Deutsche und französische Sicherheitsbehörden rechnen ihn der Muslimbruderschaft zu. Vor der Entschließung hatten der Arbeitskreis Politischer Islam (AK Polis) und das Pariser Forschungszentrum CERIF eine gemeinsame Untersuchung über FEMYSOs Rolle im Netzwerk der Bruderschaft veröffentlicht. Diese legte zum Beispiel offen, wie Steuergelder über Zwischenstationen an den Verband gelangen.
Auch die Entschließung dokumentiert, dass FEMYSO seit 2019 eigentlich keine direkten EU-Mittel mehr erhält, aber noch im Jahr 2026 Mittel aus Konsortialprojekten genutzt hat. Annika Ross ergänzt im Emma-Magazin: „FEMYSO erhielt allein dieses Jahr 94.556 Euro Förderung von der Jugendstiftung des Europarats. Das Budget der Stiftung stammt auch aus Steuermitteln. So zahlte allein Deutschland 2024 fast 50 Millionen Euro an den Europarat.“ Weiter beanstandet der Beschluss vom 8. Oktober, dass Mitglieder der Fraktionen von Linken und Grünen FEMYSO noch am 21. September ins EU-Parlament eingeladen hatten.
FEMYSO wurde 1996 von der Föderation Islamischer Organisationen in Europa (FIOE) mitbegründet. Die FIOE ist eine Dachorganisation islamischer Vereinigungen, die in Sicherheitskreisen der Muslimbruderschaft zugerechnet wird. Ihre Nachfolgeorganisation ist der Rat der Europäischen Muslime (Council of European Muslims, CEM). Der Entschließungsantrag fordert, dass Gruppierungen mit Bezügen zum CEM „der Zugang zu den Räumlichkeiten der EU-Organe verwehrt wird“. Das französische Innenministerium identifiziert den Zusammenschluss als „Grundpfeiler der Struktur der Muslimbruderschaft in Europa“.
Was der Antrag vorsieht
Zunächst nimmt das Papier in 29 Erwägungen eine differenzierte Gegenstandsbestimmung islamistischer Unterwanderungsstrategien und der Aktivitäten der Muslimbruderschaft vor. Der Islam „an sich“ wird nicht verteufelt, sondern seine politisierte Form ins Zentrum der Auseinandersetzung gestellt. Zugleich wird festgehalten, dass der Schutz muslimischer Bürger vor Diskriminierung eine demokratische Verpflichtung ist. Islamistische Einflussnahme manifestiert sich dem Text nach dort, wo Parallelgesellschaften entstehen, religiöse Normen über das weltliche Gesetz und das Kollektiv über den Einzelnen gestellt werden sowie „separatistische Narrative, systematische Viktimisierung, Antisemitismus, Hass gegen Christen, Hass gegen Israel, Verschwörungsnarrative, die Anfechtung des Säkularismus, die Nutzung von Religion als Instrument sozialer Kontrolle oder die Infragestellung der Gleichstellung von Frauen und Männern“ an der Tagesordnung sind. Auch das Aufoktroyieren religiös legitimierter Kleidung gegenüber Frauen wird als ein Indikator islamistischer Einflussnahme gewertet, der im Konflikt mit der „freien Entfaltung von Minderjährigen, der Gewissensfreiheit und der Gleichstellung von Frauen und Männern“ steht.
Folglich wird die Muslimbruderschaft als „Archetyp“ dieses Wirkens bezeichnet und die Struktur aus FEMYSO und CEM als exemplarischer Akteur dieser Bewegung beleuchtet. Problematisiert wird vor allem, wie sich islamistische Organisationen hinter dem „Vokabular der Grundrechte, von Inklusion und Vielfalt, des interkulturellen Dialogs und der Bekämpfung von Rassismus und Diskriminierung“ verstecken.
Der Beschluss fordert, Akteure, die islamistische Infiltration, Radikalisierung oder Antisemitismus forcieren, mithilfe eines Früherkennungssystems von EU-Mitteln auszuschließen. Auch das Umgehen solcher Ausschlüsse soll durch entsprechende Werkzeuge verhindert werden. Wenn die rechtlichen Kriterien erfüllt sind, sollen Einrichtungen, Personen und Vorfeldorganisationen, die der Muslimbruderschaft zugeordnet werden können, auf die EU-Terrorliste gesetzt werden. Zusätzlich sollen Burka und Niqab verboten werden. Eine EU-Liste mit Hasspredigern soll geführt und Propagandafunktionäre des Politischen Islam daran gehindert werden, islamistische Inhalte zu verbreiten und Zugang zu öffentlichen Mitteln zu bekommen. Die Auslandsfinanzierung muslimischer Vereine soll strenger überwacht werden, vor allem bei Anbindungen an Katar und die Türkei.
Warum stimmen Linke dagegen?
Was nun mag die linken Boykotteure des Antrags daran stören?
Die große Mehrheit der Opfer islamistischen Terrors und von Gewalt im Namen des Islam sind Muslime. Die Täter islamistischen Terrors oder Subjekte islamistischer Betätigung allerdings auch. Sogenannte Progressive weisen im Zeitalter der Identitätspolitik eklatante Hemmungen auf, sich Angehörige von hiesigen Minderheiten auch als Täter vorzustellen.
Der Antrag argumentiert dezidiert mit dem Schutz von Frauen, Mädchen und Kindern, der Verteidigung individueller Bürgerrechte sowie den Errungenschaften der Aufklärung, der Gleichberechtigung und des Säkularismus. Alles eigentlich linke Ideale. Die benannten Probleme sind real und empirisch belegt. Nebenbei: Die größten Kritiker des Islamismus sind selbst Muslime oder entstammen mehrheitlich muslimischen Gesellschaften. Eine Landnahme des Islamismus trifft zuvorderst Frauen, religiöse Abweichler, Christen, Juden und Homosexuelle. Es gab Zeiten, da waren Linke gerade Advokaten jener Individuen, die von totalitären Ideologien bedroht wurden.
Und was die Muslimbruderschaft betrifft: Überall dort, wo sie politische Macht besitzt, erfahren Linke massive Repressionen. So war es unter Mohammed Mursi in Ägypten, so war es – nicht in gleicher Weise, aber auch – unter der Ennahda-Partei in Tunesien, so ist es unter der Hamas im Gazastreifen. Gewerkschaften, Frauenrechtsorganisationen und Parteien mit linkem oder säkularem Profil werden als „ausländische Spione“, „Ungläubige“ oder „Verräter“ diffamiert und entsprechend drakonisch behandelt. In Zeiten des Kalten Krieges hat der Westen – auch Deutschland – Strukturen der Muslimbruderschaft als Gegengewicht zum Kommunismus unterstützt.
Insofern handeln die linken Antragsgegner mit ihrem Nein-Votum gegen ihre eigenen Interessen. Das alles scheinbar nur, weil das Begehren von der „falschen Seite“, vom politischen Kontrahenten, kommt. Doch der Absender ist nicht das Entscheidende. Der Inhalt ist es. Anliegen können vollkommen legitim und richtig sein, auch wenn man mit dem dahinterstehenden Einbringer in anderen Punkten absolut quersteht. Erst jüngst hat eine AfD-Anfrage Hunderte Kinderehen in Deutschland ans Licht gebracht. Warum kommen solche Anfragen nicht von Linken? Warum kommen Anträge wie der EVP-Vorstoß nicht von links?
Ist es das Buhlen der Linken um muslimische Wählerstimmen, insbesondere angesichts einer sich verändernden Demografie? Ist es die Angst vor dem sogenannten antimuslimischem Rassismus? Oder sind es die Schnittmengen im antiwestlichen Kampf und bei der vermeintlichen Palästinasolidarität? Oder aber fallen sie auf die Inszenierung der Muslimbruderschaft als antikoloniale Kraft und gerechte Stimme der Unterdrückten herein? Die Betroffenen islamistischer Einflussnahme werden mit einem solchen Abstimmungsverhalten allerdings – vermutlich im Namen guter Absichten – im Stich gelassen.
Kommentare (20)
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mit dem Thema Islam /…
mit dem Thema Islam / Islamismus ruiniert sich der hpd - man sehe sich den Niedergang seit 2022 an, den die "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid) dokumentiert hat: https://fowid.de/meldung/weltanschauungen-internet
2.2. Sichtbarkeitsindices (hohe Zahl besser):
hpd 2022: 1,033 - hpd 2026: 0,208
zum Vergleich eine kirchliche Webseite:
ekd.de 2022: 7,643 - ekd.de 2026: 10,812
Bei der fowid auch noch andere wichtige Werte, bitte selber überprüfen
Den sogenannten Niedergang…
Den sogenannten Niedergang des hpd würde ich nicht an nur einem Thema festmachen und auch nicht überinterpretieren.
Den Menschen in Deutschland ist Religion schlichtweg egal geworden. Was an sich eine fabelhafte Nachricht ist.
Gleichzeitig werden dadurch die Inhalte des hpd irrelevanter.
IMHO wird die kritische Auseinandersetzung mit evangelikalen Christen und dem politischen Islam, dem Islamismus in all seinen Spielarten und der Muslimbruderschaft the next big thing für den hpd.
@ PJ Hier auch noch die…
@ PJ Hier auch noch die Seitenaufrufe des Humanistischen Pressedienstes pro Jahr:
2019: 3,7 Millionen Seitenaufrufe
2026: 1,4 Millionen Seitenaufrufe (hochgerechnet)
Quellen:
2019: https://hpd.de/artikel/2019-erfolgreiches-jahr-fuer-den-hpd-17602
2026: https://fowid.de/meldung/weltanschauungen-internet
PJ: "IMHO wird die kritische Auseinandersetzung mit evangelikalen Christen und dem politischen Islam, dem Islamismus in all seinen Spielarten und der Muslimbruderschaft the next big thing für den hpd." Die Themen Islam-Kritik, Islamismuskritik, usw. werden schon lange von anderen Akteuren abgedeckt, zum Beispiel: "Achse des Guten", "Cicero", für die Moritz Pieczewski-Freimuth, Autor des hpd-Artikels, auch schreibt.
Ich halte die einseitige Fixierung auf Islamkritik für eine humanistische Webseite für einen riesigen Fehler. Sie können aber gerne auch noch andere Gründe für den eklatanten Rückgang bei den Seitenaufrufen des hpd nennen, ausser, Zitat PJ: "Den Menschen in Deutschland ist Religion schlichtweg egal geworden“, was offensichtlich nicht stimmen kann, da die christlichen Webseiten besser funktionieren, als die säkularen (siehe meinen ersten Kommentar, siehe fowid).
@Lea Schönfeld Aus welchem…
@Lea Schönfeld
Aus welchem Grund halten Sie die Fixierung für einen Fehler?
Keine Ahnung, wie es in Ihrem Bekannten- und Freudeskreis aussieht. Ich kann nur für meinen sprechen, den Mitmenschen ist Religion egal geworden. Andere Probleme sind dringender.
Ihr Argument für den Zuwachs der Seitenaufrufe von Kirchen halte ich für wenig stichhaltig. Mit was soll man sich sonst die Zeit vertreiben? Für den Sport sind die Menschen zu faul oder mollig, im TV läuft nur noch Müll und irgendwann sind Instgram, Netflix, TubeGalore nicht mehr sexy genug. Natürlich wird dann irgendein anderer Schrott im Internet angeklickt.
@ PJ Wie gesagt, das Thema…
@ PJ Wie gesagt, das Thema Islam-Kritik wird seit Ewigkeiten von "Achse des Guten", "Cicero", etc. bearbeitet, "Nius" ist jetzt auch noch dazu gekommen, mit riesigem Budget: soll der Humanistische Pressedienst damit konkurrieren? Mit welchem Ziel? Noch mehr wirklich humanistische Leser*innen zu verlieren?
@Lea Schönfeld Mir fehlt das…
@Lea Schönfeld
Mir fehlt das nötige Hintergrundwissen zu "Achse des Guten" und "Nius". Von Achse des Guten habe ich noch nie etwas gehört. Nius lesen nur meine AfD- und Verschwörungsnahen Arbeitskollegen. Obwohl ich auch die AfD wähle, ist mir dieses Medium suspekt. Den Cicero habe ich dieses Jahr oft online gelesen, war aber nach kurzer Zeit sehr enttäuscht. Die Aussagen wiederholen sich nach kürzester Zeit, ein neuer Erkenntnisgewinn bleibt aus.
Bei einem Argument stimme ich Ihnen zu: die Qualität beim hpd hat in den letzten 12-18 Monaten massiv gelitten. Das würde ich aber nicht an nur einem Autoren festmachen. Mir kommt es eher so vor, als gebe es nur noch ellenlange Kurz-Essays oder als AI-Slop massenproduzierte Kurzartikel ohne besonderen Mehrwert. Was ich zusätzlich vermisse ist eine schärfere, angriffslustigere Wortwahl. Mittlerweile werden sogar der Humanismus und Kirchenkritik handzahm vorgetragen.
Meiner Vermutung nach liegt das an der Redaktion und daran, welche Artikel auswählt und veröffentlicht werden.
Was ein absoluter Griff ins Klo war, ist die Wahl von Herr Freimuth als Gesicht des hpd für die Kurzvideos aus Instagram, TikTok, etc.
Als Libertärer sehe ich die Entwicklung pragmatisch und nüchtern: der Markt wird es regeln. Wenn die Leser und Leserinnen wegbleiben, ist der hpd in spätestens 24 Monaten Geschichte
Ich würde eher fragen: Wie…
Ich würde eher fragen: Wie kommen Sie darauf, es gebe hier eine "einseitige Fixierung auf Islamkritik"? Man muss nur kurz die Startseite überfliegen, um festzustellen, dass das nur ein Thema unter vielen ist. Und ich verfolge die Arbeit des hpd seit seinen Anfängen. Hier sind immer schon auch Artikel zum Islam erschienen. Ich kann nicht erkennen, dass sich da in den letzten Jahren etwas geändert hätte.
@ malte Islamkritik ist beim…
@ malte Islamkritik ist beim hpd ganz sicher nicht "ein Thema unter vielen". Warum sollte jemand überhaupt den hpd lesen, wenn er dasselbe bei der "Achse des Guten" oder "Cicero" bekommt? Der hpd-Autor Moritz Pieczewski-Freimuth schreibt ja auch tatsächlich dort.
Da Sie "die Arbeit des hpd seit seinen Anfängen verfolgen", haben Sie sicher eine Antwort darauf, warum der Humanistische Pressedienst so extrem an Beliebtheit eingebüßt hat?
Schauen Sie doch einfach,…
Schauen Sie doch einfach, welche Artikel hier in den letzten Tagen so erschienen sind. Unter anderem: Künstliche Intelligenz, Sterbehilfe, Humanistische Jugendfeiern, Pressefreiheit, Familienpolitik, Robert F. Kennedy und seine Position zu Impfungen ... es ist definitiv nur ein Thema unter vielen.
Und natürlich habe ich keine Antwort auf Ihre Frage. Darüber kann man nur mehr oder weniger begründete Spekulationen anstellen. Am wahrscheinlichsten ist wohl: Themen wie Säkularismus und Religionskritik hatten ihren Höhepunkt zu Zeiten des "Neuen Atheismus", in die Zeit fällt ja auch die Entstehung des hpd. Seitdem hat das Interesse daran abgenommen und es stehen andere Themen im Fokus der Öffentlichkeit. Außerdem werden "klassische" Websites ganz generell immer weniger abgerufen. Das Internet wird schon seit längerem von Sozialen Medien dominiert, viele Nutzer verlassen die Plattformen kaum noch. Und seit Google die KI-Übersicht eingeführt hat, sind Webseiten-Zugriffe noch einmal mehr eingebrochen.
@ malte Erschienen ist beim…
@ malte Erschienen ist beim hpd am 19.10.2026, also gestern, der Artikel "Verwaltungsgericht: Islamischer Gebetsritus erhöht Gefährdung des Schulfriedens". Autorin ist Gita Neumann, die vorher, am 08.12.2025, diese grobe Falschmeldung verbreitete: "Es gibt Islamisten und Linksextreme, die mich töten möchten", https://hpd.de/artikel/gelebte-muslimische-saekularitaet-bedrohung-23626
Unter dem neuen Artikel von Gita Neumann "Verwaltungsgericht: Islamischer Gebetsritus erhöht Gefährdung des Schulfriedens" gibt es die bei Artikeln zum Islam mittlerweile übliche Kommentar-"Randale" - warum haben Sie ausgerechnet diesen Artikel zum Islam nicht erwähnt?
malte: "Schauen Sie doch einfach, welche Artikel hier in den letzten Tagen so erschienen sind. Unter anderem: Künstliche Intelligenz, Sterbehilfe, Humanistische Jugendfeiern, Pressefreiheit, Familienpolitik, Robert F. Kennedy und seine Position zu Impfungen ..." Natürlich erscheinen beim hpd auch "dies und das"-Artikel, und der hpd vertritt eine ganze Reihe säkularer Verbände, wie man schon an den vielen Logos auf der rechten Seite der hpd-homepage sehen kann. Diese Artikel haben sicher ihre Berechtigung, das öffentliche Bild des hpd prägen sie aber nicht.
Wenn ich mir die Daten der fowid genau anschaue, und zusätzlich noch die Anzahl der Seitenaufrufe im Jahr 2019 recherchiere, sollten Sie doch davon ausgehen, dass ich ein Bild davon habe, was beim hpd passiert, und wie der hpd in der Öffentlichkeit wirkt, oder? Warum versuchen Sie trotzdem, Sachverhalte kleinzureden? Was soll das bringen?
malte: "Am wahrscheinlichsten ist wohl: Themen wie Säkularismus und Religionskritik hatten ihren Höhepunkt zu Zeiten des "Neuen Atheismus", in die Zeit fällt ja auch die Entstehung des hpd." Soweit ich das feststellen konnte, hatte der hpd im Jahre 2019 das Maximum der Seitenaufrufe. Ich denke "2019" meinen Sie nicht mit "Höhepunkt zu Zeiten des "Neuen Atheismus""?
malte: "Außerdem werden "klassische" Websites ganz generell immer weniger abgerufen." Die Webseite der ekd.de konnte ihre Sichtbarkeit verbessern, siehe oben. Insgesamt haben die christlichen Webseiten viel mehr Seitenaufrufe als die Säkularen: es sind die säkularen Webseiten, die nicht funktionieren. Falls Sie Zweifel haben, schauen Sie sich noch einmal die Auswertung der fowid an.
Um zu verstehen, wie es zum Rückgang der Seitenaufrufe des hpd gekommen ist, und der damit einhergehenden schlechten Sichtbarkeit, sollte man sich anschauen, was sich beim hpd seit 2019 verändert hat. Sicher hat es auch schon 2019 kritische Artikel zum Islam gegeben, aber nicht in der Dichte wie heute. Hat 2019 beim hpd ein Autor geschrieben, der auch bei der "Achse des Guten" und "Cicero" veröffentlicht? Das können Sie gerne mal recherchieren, das könnte zu den ganz großen Unterschieden zwischen vorher - nachher gehören.
Ich war mit meiner…
Ich war mit meiner Spekulation über die Gründe des Rückgangs der Seitenaufrufe wohl etwas voreilig, denn ich habe Ihnen gutmütig einfach mal geglaubt, dass es einen solchen Rückgang auch tatsächlich gegeben hat. Jetzt habe ich mir Ihre Quellen mal angeschaut. Ich weiß nicht, wie Sie auf die "hochgerechneten" 1,4 Millionen Seitenaufrufe für 2026 kommen. Vermutlich haben Sie die Besucherzahl für den Juni 2026 mit 12 multipliziert. BESUCHER sind aber etwas vollkommen anderes als SEITENAUFRUFE.
Sie haben da also einen Artikel, in dem steht, dass die Seitenaufrufe 2019 höher waren als im Vorjahr. Und einen zweiten Artikel, in dem wir lesen, dass der hpd im Juni 2026 ca. 115.000 Besucher hatte. Aus diesen zwei Zahlen schlussfolgern Sie dann messerscharf, dass der hpd 2019 das Maximum der Seitenaufrufe hatte und sich diese seitdem mehr als halbiert hätten (Wenn man Ihre "Hochrechnungsmethode" auf die Seitenaufrufe aus dem Juni 2026 anwendet, landet man übrigens bei einer Zahl von 3,4 Millonen, was ein ähnlicher Wert wie 2019 ist). Diesen angeblichen Rückgang der Seitenaufrufe bringen Sie dann mit einer angeblichen Zunahme der "Dichte" islamkritischer Beiträge in Verbindung, die Sie einfach mal so behaupten. Und dazu soll dafür auch noch ein einziger Autor verantwortlich sein. Ich bin gerade echt sauer auf mich selbst, dass ich auf diesen Unsinn überhaupt eingegangen bin.
@ malte Zu meiner Aussage…
@ malte Zu meiner Aussage aus meinem letzten Kommentar "Soweit ich das feststellen konnte, hatte der hpd im Jahre 2019 das Maximum der Seitenaufrufe“ diese Quellen:
2019: "Insgesamt war das Jahr 2019 ein äußerst erfreuliches: Der hpd verzeichnete mit insgesamt mehr als 3,7 Millionen Seitenaufrufen über 1,1 Millionen mehr Klicks als im Vorjahreszeitraum – eine Steigerung um 42 Prozent.“ Quelle: https://hpd.de/artikel/2019-erfolgreiches-jahr-fuer-den-hpd-17602
2020: "Der Humanistische Pressedienst verzeichnete mit insgesamt rund 3,5 Millionen Seitenaufrufen etwa 200.000 Klicks weniger als im Vorjahr. Auf die Publikationshistorie gesehen war das Jahr 2020 mit fast 900.000 Aufrufen mehr als 2018 beziehungsweise einer Steigerung von über 1,2 Millionen gegenüber 2017 dennoch ein erfolgreiches.“ Quelle: https://hpd.de/artikel/2020-jahr-im-zeichen-einer-jahrhundertpandemie-18874
Zu den Besucherzahlen / Seitenaufrufe im Jahr 2026, Quelle Fowid, https://fowid.de/meldung/weltanschauungen-internet
"Tabelle 3: Internetportale in Deutschland, Besucher, etc., Juni 2026, Sortierung: BESUCHER SEITENAUFRUFE INSGESAMT“
hpd Besucher: 115139
hpd Seitenaufrufe: 263527
Fazit:
- soweit ich das feststellen kann, war das Jahr 2019 für den hpd das Jahr mit den meisten Seitenaufrufen bisher
- bei der Zahl der „Seitenaufrufe“ für das Jahr 2026 korrigiere ich mich, laut fowid würde sich ein Wert von 3,4 Millionen ergeben
Noch einmal grundsätzlich - worüber reden wir hier eigentlich? Über:
hpd.de: 3840 Besucher pro Tag - ins Verhältnis gesetzt:
katholisch.de: 61633 Besucher pro Tag
taz.de: 555500 Besucher pro Tag
spiegel.de: 2264800 Besucher pro Tag
da habe ich schon sehr lange gezögert, ob man darüber überhaupt noch reden sollte.
Die „Sichtbarkeit“ des hpd aus meinem allerersten Kommentar ist auch immer noch dieselbe.
Ach ja, das soll nicht auch noch unsichtbar werden: Mit der "Achse des Guten" - Moritz Pieczewski-Freimuth - haben Sie offensichtlich keine Probleme. Ich schon. Für mich kann "Humanismus" vieles sein, aber eines ganz sicher nicht: "Achse des Guten".
eine ausführliche Erklärung…
eine ausführliche Erklärung der GRÜNEN im Europaparlament, warum der Antrag abgelehnt wurde, lässt den Artikel in einem etwas anderen Licht erscheinen
https://gruene-europa.de/2026/10/15/warum-wir-die-islamismus-resolution-der-evp-nicht-mitgetragen-haben/
Danke für den Link zur…
Danke für den Link zur Gegendarstellung. Mir scheint, dass der hpd auf der konservativen Seite etwas blind wird. Das ist schade. Natürlich gibt es einiges an der linken Toleranz gegenüber Islamismus zu kritisieren, aber sich mit der christlichen Rechten gemein zu machen, ist für einen religionskritische Redaktion nicht gut.
Ich stimme übrigens dem ersten Kommentar über den Verfall des hpd wegen der Islamkritik nicht zu: eine humanistische Gemeinschaft muss alle Religionen beleuchten und kritisieren, zumindest die wirkmächtigeren.
Unter der…
Unter der Abschnittsüberschrift "Warum stimmen Linke dagegen" steht - nichts. Schade, ich hätte gerne die Gründe für die Ablehnung erfahren, da gab es bestimmt mehr als nichts. So ist der Artikel billige nichtssagende Polemik statt inhaltliche Auseinandersetzung.
Moritz Pieczewski-Freimuth…
Moritz Pieczewski-Freimuth fragt: "Was nun mag die linken Boykotteure des Antrags daran stören? [...] Warum kommen Anträge wie der EVP-Vorstoß nicht von links?"
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Tja, warum wohl? Wenn er es nicht weiß, hätte er die entsprechenden Personen fragen können. Zum Antrag sprachen am 7.10.2026 im Europäischen Parlament: Chloé Ridel im Namen der S&D-Fraktion, Ufuk Kâhya im Namen der Verts/ALE-Fraktion, Damien Carême im Namen der The Left-Fraktion. Die Leute haben Telefon (1). Einfach mal anrufen und um ein Gespräch bitten. Wäre möglich gewesen.
Moritz Pieczewski-Freimuth will mir angst machen vor einer Machtübernahme der Muslimbrüderschaft in Europa: "Überall dort, wo sie politische Macht besitzt, erfahren Linke massive Repressionen." Als Abwehrmaßnahme empfiehlt er die Zusammenarbeit mit rechten und rechtsextremen Parteien. Und dann behauptet er auch noch, "die linken Antragsgegner" handelten "mit ihrem Nein-Votum gegen ihre eigenen Interessen." Da frage ich mich: In welcher Welt lebt der Mann?
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(1) https://www.europarl.europa.eu/meps/de/256904/CHLOE_RIDEL/home
Moritz Pieczewski-Freimuth…
Moritz Pieczewski-Freimuth will niemanden Angst machen, sondern aufklären. Denn Islamo-Gauchisme ist kein Märchen, sondern eine Tatsache. Sagt z.B. die taz, der man ja nun wirklich nicht vorwerfen kann, ein rechtes Propagandablatt zu sein.
https://taz.de/Kritische-Theorie-gegen-Islamogauchisme/!6154515/
"Ist es das Buhlen der…
"Ist es das Buhlen der Linken um muslimische Wählerstimmen, insbesondere angesichts einer sich verändernden Demografie? Ist es die Angst vor dem sogenannten antimuslimischem Rassismus? Oder sind es die Schnittmengen im antiwestlichen Kampf und bei der vermeintlichen Palästinasolidarität? Oder aber fallen sie auf die Inszenierung der Muslimbruderschaft als antikoloniale Kraft und gerechte Stimme der Unterdrückten herein?"
Angesichts dessen, welches sich aktuell in Berlin im dortigen Landesverband der Linken abspielt, beantworte ich alle Fragen mit JA.
Vielen Dank an die…
Vielen Dank an die bisherigen Kommentator:innen.
Damit wird deutlich, wie tendenziös und - man muss es wohl so sagen - journalistisch handwerklich schlecht der Artikel ist.
Ich hoffe, die Redaktion nimmt sich das zu Herzen.
Ich lese den hpd schon sehr lange, aber hier wurden mir nun irgendwie die Augen geöffnet...
Quo vadis hpd?
Ich finde diesen Artikel…
Ich finde diesen Artikel ausgezeichnet geschrieben und er bringt das Wesentliche genau auf dem Punkt!
Obwohl ich mich selbst als ganz klar progressiv, links und grün verorte, kann ich der Aussage "Sogenannte Progressive weisen im Zeitalter der Identitätspolitik eklatante Hemmungen auf, sich Angehörige von hiesigen Minderheiten auch als Täter vorzustellen." über viele meiner Gesinnungsgenossen, leider nur zustimmen. Auch der Satz "Der Absender ist nicht das Entscheidende. Der Inhalt ist es." trifft es meiner Meinung nach haargenau. Wenn wir uns als freiheitlich, demokratische und säkulare Gesellschaft weiterhin von Fundamentalisten auf der Nase herumtanzen lassen, schaden wir uns selbst am meisten. Aber anstatt wirklich mit konkreten Massnahmen ins Handeln zu kommen, verlieren wir uns bei diesem äusserst wichtigen gesellschaftlichen Thema wieder mal in haarspalterischer Partei- und Identitätspolitik.