15.3.1943
Mit meinem Körper stirbt auch meine Realität Mehr...
Brookline, Massachusetts 9.2.1874
(* 9. Februar 1874 in Brookline, Massachusetts, 12. Mai 1925 ebenda) war eine amerikanische Literaturwissenschaftlerin und Dichterin. Sie zählt zu den bedeutendsten Lyrikerinnen des frühen 20. Jahrhunderts und gilt als Wegbereiterin der literarischen Moderne in den USA.
Lowell stammte aus einer der angesehensten und begütertsten Patrizierfamilien Bostons. Weil es ihre Familie als nicht schicklich für eine junge Dame erachtete, durfte sie keine Universität besuchen, bildete sich aber autodidaktisch mit Hilfe der umfangreichen Familienbibliothek. Bücher blieben ihre Leidenschaft, sie sammelte wertvolle Bücher und Handschriften und sie begann sich mehr und mehr für das Theater zu interessieren. Da sie aufgrund einer Schilddrüsenerkrankung mit ständigem Übergewicht kämpfte, kam eine Karriere als Schauspielerin nicht in Betracht.
So schrieb sie Theaterstücke, mit denen sie aber selbst nicht zufrieden war. Nach der Jahrhundertwende entdeckte sie, dass Verse und Gedichte ihre eigentliche Stärke waren. Indem sie später als erfolgreiche Lyrikerin ihre Gedichte vor großen Auditorien ausdrucksvoll vortrug, konnte sie ihr darstellerisches Talent letztlich doch noch zur Geltung bringen.
1912 wurde ihr erster Gedichtband veröffentlicht, dem schnell weitere folgten. Zu jener Zeit lernte sie die Schauspielerin Ada Russell kennen, mit der sie bis zu ihrem Tode zusammenlebte. Diese Beziehung hatte großen Einfluss auf ihr Schaffen. Lowell schrieb nicht nur erotische Gedichte für ihre Lebensgefährtin, sie wurde nun zu einer treibenden Kraft des angloamerikanischen Literaturbetriebs und zur Vorreiterin einer neuen literarischen Stilrichtung, des Imagismus. Der Imagismus war eine revolutionäre, Gegenbewegung zur Lyrik der Zeit mit ihren streng metrischen und gereimten Gedichten. Er stand für eine knappe Sprache, präzise Bilder und freie Form.
Neben Gedichten verfasste Lowell auch Studien zur französischen Lyrik und eine wegweisende Biografie über ihren Lieblingsdichter John Keats. 1926 erhielt sie posthum den Pulitzer-Preis für Lyrik.
Lowell bezweifelte die Existenz eines göttlichen Wesens und wählte eine weltliche Bestattung.
Zitat: "I know that a creed is the shell of a lie."