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mz-web.de 13 Okt 2008 Nr. 5485
Eine Schau in Halle gibt anhand archäologischer Funde erstmals Einblicke in den Alltag des Reformators
VON Thomas Schöne,
Halle/dpa. Martin Luther (1483-1546) ist vor allem durch seinen Thesenanschlag und die Übersetzung der Bibel in die deutsche Sprache weltweit bekanntgeworden. Eine Ausstellung im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle gibt anhand von 620 Exponaten nun neue Einblicke in den Alltag des Reformators. Unter dem Titel «Fundsache Luther» öffnet die Sonderschau am Reformationstag (31. Oktober). «Wir zeigen weltweit zum ersten Mal anhand archäologischer Fundstücke das Leben Luthers, von seiner Kindheit bis zu seinem Wirken als Theologe in Wittenberg», sagt Projektleiter Michael Schefzik. «Damit bekommen die Besucher authentische Einblicke in die Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts.»
Die Ausstellung werfe zudem ein neues Licht auf die Lebensumstände des Reformators. «Er stammte nicht, wie lange angenommen, aus einer armen Familie», sagt Schefzik. Dies belegen Fundstücke aus Luthers Kindheit, etwa hochwertiges Geschirr sowie Schmuck. Die Ausstellung zeigt zudem aus Luthers eigenem Hausrat wertvolle Trinkgläser und reich verzierte Ofenkacheln. Diese Exponate kamen vor drei Jahren bei Grabungen an dem zum UNESCO-Welterbe gehörenden Wohnhaus Luthers in Wittenberg zum Vorschein.