Politik

Notizen aus Wien

WIEN. (hpd) Die Befreiungsfeiern im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen zählen zu den wichtigsten Bekenntnissen der Republik und vieler gesellschaftlicher Gruppen zur Mitschuld am NS-Regime und zur Frage des aktiven Antifaschismus. Mit dabei sind immer wieder Trittbrettfahrer. Ihre Basis: Mythologie.

Freiheit als Privileg

(hpd) Der italienische Philosoph Domenico Losurdo präsentiert eine kritische Sicht auf die historische Entwicklung des Liberalismus in der gesellschaftlichen Praxis. Er macht hier trotz aller bewussten Einseitigkeit gut belegt die historische Dominanz eines Freiheitsverständnisses aus, welches allzu lange nur auf die gesellschaftliche Elite bezogen war und die Unterprivilegierten von den damit verbunden Grundrechten ausschloss.

Experten: „Christenverfolgung“ ist ein Mythos

BERLIN. (hpd) Es gibt keine systematische Verfolgung von Christen in Nordafrika und im Nahen Osten. Das war die einhellige Meinung von Experten, die am vergangenen Donnerstag an einer Anhörung des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe im Deutschen Bundestag teilnahmen. Benedikt XVI. hält indes unbeirrt an der „tragischen Realität der Verfolgung“ fest.

Direkte Demokratie und Bonapartismus?

(hpd) Der Soziologe Thomas Wagner problematisiert in seinem Buch „Demokratie als Mogelpackung. Oder: Deutschlands sanfter Weg in den Bonapartismus“ die Möglichkeiten zur Legitimation autoritärer Staatsauffassungen durch scheinbare Formen „direkter Demokratie“. Einerseits zeigt der Autor dadurch bestehende Gefahren auf, andererseits neigt er hierbei zu einer vulgärmarxistischen Gesellschaftsanalyse.

Das „Room 28“-Bildungsprojekt

BERLIN. (hpd) Kann es in der Erinnerung an das Konzentrationslager Theresienstadt auch etwas Positives geben? Ja, meinen die überlebenden „Mädchen vom Zimmer 28“ und die Berliner Autorin Hannelore Brenner-Wonschick, die mit den Frauen zusammen das Project des „Room 28“ entwickelt hat, das jetzt weiter getragen wurde.

Erneut Beschwerde gegen ORF eingereicht

WIEN. (hpd/rip) Die Initiative Religion ist Privatsache hat das Einbringen einer Beschwerde gegen den ORF bei der Regulierungsbehörde KommAustria bekannt gegeben. Die Beschwerde richtet sich gegen die Verletzung der Verpflichtung zur Wahrung der Verfassungsordnung, der Objektivität, der Unparteilichkeit und der Sachlichkeit seitens des ORF.

Wien: Clash of Cultures

WIEN. (hpd) Das offizielle Österreich hat am Dienstag erstmals den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus begangen, was deutschnationale Burschenschafter nicht abhielt, am Abend am Heldenplatz ihr umstrittenes „Totengedenken“ abzuhalten. Mehr als tausend Menschen nahmen an einer Gegendemonstration gegen das Burschenschafter-Ritual teil.

„München liest – aus verbrannten Büchern“

MÜNCHEN. (hpd) Am morgigen Donnerstag wird es in München auf dem Elisabeth Castonier Platz (Königsplatz) von 10 - 18 Uhr eine Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Jahrestag der Bücherverbrennungen in Deutschland (10.5.1933) geben. „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“ (Heinrich Heine, 1821)

Wollen die Schweizer im Stadion beten?

ZÜRICH. (hpd)  Nicht der Team- oder Sportsgeist, sondern die Götter sollen künftig im geplanten Neubau des Züricher Fußballstadions beschworen werden können. Fußballvernarrte Pfarrer jubeln, Kritik am geplanten Andachtsraum üben dagegen die Schweizer Freidenker. Sie befürworten höchstens ein Konzept, das „keinesfalls Wirkraum von Religionsvertretern“ ist.