Wissenschaft

Die Würde von Wal und Waschbär

BERLIN. (hpd) Die Geschichte der Entwicklung vom Tierschutz über die Tierrechts- bis zur Tierbefreiungsbewegung ist eine Geschichte der Grenzverschiebungen – der Grenze zwischen Menschlichem und Tierlichen, der Grenzen der Gemeinschaft von Lebewesen, denen wir verantwortlich sind. Friederike Schmitz hat jetzt bei Suhrkamp einen Sammelband "Tierethik" mit Grundlagentexten dieser jungen Disziplin herausgegeben.

Die Schattenseiten des Martin Luther

(hpd) Der ehemalige Professor für Wirtschafts- und Zivilrecht Bernd Rebe legt in seinem Buch "Die geschönte Reformation. Warum Martin Luther uns kein Vorbild mehr sein kann" zwei Aufsätze vor, welche sich mit der Legitimationskrise der Religionen und der Schattenseite des Martin Luther beschäftigen.

Evidenz ohne Ethik

ERLANGEN. (hpd) Mit einem "evidenzbasierten Blick auf die Beschneidungsdebatte" will Hendrik Pekárek die Risiken und Vorteile der Zwangsbeschneidung Neugeborener unvoreingenommen bewerten. Den zentralen Aspekt jedoch leugnet er: Es ist keine medizinische, sondern eine ethische Frage.

Homosexualität und Evolution

KASSEL (hpd). In einem Focus-Interview hat der Physiologe und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Ulrich Kutschera´im Jahre 2008 behauptet, Homosexualität gäbe es fast ausschließlich beim Menschen. Diese Aussage steht im Widerspruch zur populären Annahme, gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien bei Tieren häufig anzutreffen.

Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Band 22

(hpd) Das "Jahrbuch für Antisemitismusforschung" liegt in seiner 22. Ausgabe mit zwölf Aufsätzen zu drei Themenkomplexen vor. Es beschreibt die Angst vor einer angeblichen "jüdischen Rache" nach 1945, den Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft und Fallstudien zu historischen Aspekten des Antisemitismus. Alle Beiträge stammen von Kennern der jeweiligen Thematik.

Kann das Gehirn das Gehirn verstehen?

(hpd) Zehn Jahre ist es her, da haben elf führende deutsche Neuro­wissen­schaftler unter­schied­licher Teil­disziplinen zusammen das "Manifest" der Hirnforschung verfasst. Mit Hilfe dieses Artikels wollten die Autoren ein möglichst reales Bild der aktuellen Möglich­keiten und eine vorsichtige Prognose über den zukünftigen Erkenntnis­­gewinn statuieren. Matthias Eckold fragt in seinem Buch "Kann das Gehirn das Gehirn verstehen?" nach dem aktuellen Stand der Dinge und ob sich die Hoffnungen der Wissen­schaftler erfüllt haben.

"Praxisratgeber" zur "Politischen Ethik"

(hpd) Die beiden Göttinger Politikwissenschaftler Walter Reese-Schäfer und Christian Mönter wollen in ihrem Buch eine Art "Praxisratgeber" zur Anwendung "politischer Ethik" vorlegen. Zwar verdienen die zahlreichen präsentierten Beispiele sicherlich Interesse und Reflexion, doch von einer angekündigten Systematik im Sinne eines Handbuchs mit Ausführungen zu Regeln kurzer und mittlerer Reichweite kann leider nicht die Rede sein.

Der Fehlschluss der Atypikalität

SCHWEIZ. (hpd/gbs) David Stove veranstaltete einmal einen Wettbewerb, um das schlechteste Argument der Welt zu finden, aber er verlieh die Auszeichnung seinem eigenen Vorschlag, der obendrein seine eigenen Ansichten befürwortete. Die ganze Angelegenheit war also kein besonders objektiver Prozess.

Sprechen ohne Mythen

(hpd) Es gibt Sprachen, die ganz anders funktionieren als unsere. Die Pirahā am Amazonas zählen nur bis zwei und bilden keine Verben in der Vergangenheitsform, auch nicht in der Zukunftsform. Dafür erfordert es ihre Grammatik, bei jedem Ereignis, über das sie reden, anzugeben, ob sie es selbst gesehen oder gehört, von jemandem anderen erfahren haben oder aus Anzeichen schließen. Woher kommen die Sprachen und woher kommen ihre Unterschiede, fragt sich Daniel Everett.

Ideologie und Verbrechen

(hpd) Der Historiker Frank-Lothar Kroll und die Politikwissenschaftlerin Barbara Zehnpfennig legen mit "Ideologie und Verbrechen. Kommunismus und National­sozialismus im Vergleich" einen Sammel­band zum Thema vor, worin zwölf Beiträge unter­schiedlichste Aspekte des Themas behandeln. Darin geht es um durchaus interessante Fall­studien zu Einzel­phänomenen, wobei es aber an allgemeiner gefassten Betrachtungen zum Thema eben auch in der angekündigten vergleichenden Perspektive mangelt.