Wissenschaft

Das räuberische Wimperntierchen Tetrahymena thermophila ernährt sich von Bakterien.

Verteidigung um fast jeden Preis

Auch Bakterien haben Feinde – im Wasser ernähren sich zum Beispiel einzellige Wimperntierchen, die sogenannten Ciliaten, mit Vorliebe von den Mikroben. Diese schützen sich mit diversen Tricks vor den Räubern, welche die Ciliaten wiederum auszuhebeln versuchen. So entsteht ein evolutionärer Wettlauf um die besten Verteidigungs- und Angriffswaffen.

Spielt sie Verstecken oder schmückt sie sich - heranwachsende Orang-Dame Zoo Berlin

Können Tiere eitel sein?

Was wir an Tieren schön finden, abgesehen von ihrer Anmut, die Muster ihrer Felle und Gefieder, entstanden zur Abschreckung, zur Arterkennung und sollen den potentiellen Partner beeindrucken. Aber schmücken sich Tiere auch? Nein, meint Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard in ihrem jüngsten Essay. Doch, meinte ein Leser unserer Rezension. Videos mit Papageien, die sich lange Papierstreifen ins Gefieder stecken, kursieren auf YouTube.

Eine Zoologie der Zierde

Nur der Mensch ist eitel und bedient sich der Schönheit anderer Tiere, ihrer Federn und Felle, um sich zu schmücken. Alle anderen Tiere spricht nur die arteigene Schönheit an. Nur der Mensch kann ein bewunderndes Interesse für die Schönheit von Lebewesen jenseits der eigenen Artgrenze entwickeln. Wie und warum die "Schönheit der Tiere" entstand, beleuchtet die Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard in einem jüngst erschienen Essay.

Manche der in Mitteleuropa lebenden Amseln ziehen im Winter in den Süden. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sie so die kalte Jahreszeit eher überleben als ihre Artgenossen, die vor Ort bleiben.

Zugvogel sein lohnt sich

Schätzungen zufolge leben allein in Europa mehr als anderthalb Milliarden Singvögel. Etwa die Hälfte davon bricht im Herbst in nicht einmal einem Dutzend Nächten in Richtung Süden auf. Dort ist es zwar wärmer, und es gibt ausreichend Nahrung. Der Flug dorthin ist jedoch entbehrungsreich und gefährlich. Lohnt sich der Aufwand für Zugvögel also überhaupt? 

Das Gehirn veranstaltet Casting für verschiedene Zellen

Seit Jahrzehnten fragen sich Neurowissenschaftler, wie das Gehirn immer wieder neue Aufgaben erlernen kann, ohne im Laufe des Lebens ständig wachsen zu müssen. Es gibt Hinweise, dass die Anzahl der Hirnzellen – zum Beispiel der Nervenzellen und Gliazellen – anfänglich zunimmt, wenn wir lernen, aber viele später verworfen oder anderen Rollen zugeordnet werden. Wissenschaftler aus Deutschland und Schweden stellen diese Theorie in der Fachzeitschrift Trends in Cognitive Sciences vor.

rousettus egyptiacus

Wolkengesänge der Flughunde

Es braucht einen ganzen Flughundschwarm, um dem Nachwuchs beizubringen, sich zu artikulieren, das fanden Yossi Yovel und sein Team von der Tel Aviv University heraus. Es sind nur wenige Säugetiere außer dem Menschen bekannt, welche die Kommunikation mit den Artgenossen erst lernen müssen, darunter Robben und Wale – und Fledermäuse, zu denen die Flughunde gehören.

Schimpansen sind höchst kommunikative Tiere. Sie teilen ihren Artgenossen aber nur das mit, was diese noch nicht wissen.

Schimpansen passen Kommunikation an Artgenossen an

Menschen berücksichtigen beim Kommunizieren, ob ihrem Gegenüber bestimmte Informationen bereits zur Verfügung stehen und passen den Inhalt ihrer Äußerungen entsprechend an; eine Fähigkeit, die anderen Tieren, zumindest bisher, nicht zuerkannt wurde. Wissenschaftler zeigen jetzt, dass frei lebende Schimpansen aus dem Budongo Forest in Uganda andere Artgenossen nur dann vor einer Gefahr warnen, wenn sie annehmen, dass diese nicht schon von ihr wissen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die vokale Kommunikation von Schimpansen komplexer ist als bisher angenommen.