Wissenschaft

Orang-Utan-Dame im Berliner Zoo

Flexible Kontrolle über erlernte Lautäußerungen bei Orang-Utans

LEIPZIG. (mpg) Bisher gingen Experten davon aus, dass unsere nächsten Verwandten, die Menschenaffen, keine neuen Laute lernen können und dass Sprache folglich ihren Ursprung nicht bei ihnen hatte. In einem Imitiationsspiel gelang es dem Orang-Utan Rocky jedoch, Tonhöhe und Tonfall von vokalähnlichen Rufen einer Forscherin nachzuahmen. Die Entdeckung zeigt, dass Orang-Utans die Fähigkeit haben, ihre Stimme zu kontrollieren. Dem internationalen Forscherteam gehörte auch Alexander Mielke vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig an, geleitet wurde es von Forschern der Durham University in Großbritannien.

frisch geschlüpftes Entenküken

Kegel, Kugeln und Küken

BERLIN. (hpd) Küken können abstrakt denken. Das fanden die Evolutionspsychologen Antone Martinho und Alex Kacelnik der altehrwürdigen Universität Oxford heraus. Und das vom ersten Lebenstag an. So tief verwurzelt ist diese Fähigkeit also in der Entwicklung der Psyche, in der wir uns oft noch für die Krönung halten.

Der fossile Fußabdruck ist von dem einen modernen Menschen kaum zu unterscheiden.

Homo erectus ging wie wir

LEIPZIG. (mpg) Fossile Knochen und Steinwerkzeuge verraten uns viel über die menschliche Evolution. Doch wie sich unsere Vorfahren zum Beispiel fortbewegten oder miteinander interagierten lässt sich daraus kaum ableiten. Forscher fanden mithilfe neuester Analysemethoden heraus, dass die Gangart vom Homo erectus der des modernen Menschen stark ähnelt. Darüber hinaus belegen die Forscher anhand der Fußabdrücke ein Sozialverhalten, das mit dem moderner Menschen vergleichbar ist.

Keine dumpfen Bioroboter mit genetischem Code

BONN. (hpd) Der als Buchautor und Fernsehgast bekannt gewordene Förster Peter Wohlleben legt in "Das Seelenleben der Tiere. Liebe, Trauer, Mitgefühl – erstaunliche Einblicke in eine verborgene Welt" gut verständlich und locker geschriebene Berichte über die Glücks- und Leidensfähigkeit von Tieren vor. Deutlich wird dabei, dass sie nicht dumpfe Bioroboter mit genetischem Code sind und demnach die Notwendigkeit eines anderen Umgangs mit ihnen besteht.

Weibliche Bonobos senden Männchen gemischte Signale

LEIPZIG. (mpg) Bei vielen Primatenarten stimulieren visuelle Signale der Weibchen das Paarungsverhalten der Männer. So geben die auffällig gefärbten Schwellungen im Ano-Genitalbereich vieler Arten Hinweise auf die Empfängnisbereitschaft der Weibchen. In einer Studie des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Primatenforscherin Pamela Heidi Douglas und Kollegen erstmals die Beziehung zwischen Sexualhormonen und Sexualschwellungen freilebender Bonobos untersucht.

Stabile Wahrnehmung im erwachsenen Gehirn

BERLIN. (mpg) Das erwachsene Gehirn hat gelernt, wie es aus den Informationen der Sinnesorgane ein Bild der Umwelt berechnet. Verändern sich die Eingangssignale jedoch, kann sich auch das erwachsene Gehirn anpassen – und kehrt, im Idealfall, zu seinem ursprünglichen Aktivitätsmuster zurück, wenn die Störung behoben ist. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried konnten nun in Mäusen zeigen, dass diese Eigenschaft auf der Fähigkeit einzelner Nervenzellen beruht.

Hermann Josef Schmidt

Nietzsches Tugendattentat

BERLIN. (hpd) Der Nietzsche-Fachmann Prof. Hermann Josef Schmidt befasst sich in einer Rezension für den hpd mit dem derzeit bei de Gruyter erscheinenden Nietzsche-Kommentare zur "Morgenröthe" und zu den "Idyllen aus Messina".

Die Methusalem-Falter

BERLIN. (hpd) 15 Jahre lang beschäftigte sich Andrea Grill mit einer unauffälligen Schmetterlingsgattung, den Ochsenaugen. Sie kommt an einigen Standorten wie Sardinien, österreichischen Tälern oder der türkischen Küste in endemischen Arten vor, die sich für den Laien kaum voneinander unterscheiden. Wissen Schmetterlinge, wenn sie Artgenossen vor sich haben, ist eine der Fragen, die Andrea Grill in ihrem Portrait "Schmetterlinge" stellt.

Kosmischer Todestanz

Gravitationswellen, die Zweite

HANNOVER. (mpg) Den Wissenschaftlern an den beiden amerikanischen LIGO-Detektoren sind erneut Gravitationswellen ins Netz gegangen. Das Signal war bereits am 26. Dezember 2015 aufgezeichnet worden. Es stammt von einem Paar verschmelzender schwarzer Löcher, die mit rund 14 und 8 Sonnenmassen kleiner sind als die am 14. September vergangenen Jahres entdeckten. Auch dieses Mal haben Forscher am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam und Hannover sowie der Leibniz Universität Hannover entscheidend zu dem Fund beigetragen.

Rapsfeld

Glyphosat: Substanzlose Kritik und "gekaufte" Befürworter

BERLIN. (gwup) Die "Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften" (GWUP) kritisierte die Blockade der Glyphosat-Zulassung durch die Bundesregierung. Darauf gab es viele kritische Kommentare, die der Vorsitzender der GWUP, Amardeo Sarma, zum Anlass nahm, auf die Diskussion noch einmal genauer einzugehen. Auch an dieser Veröffentlichtung gab es – in den Kommentaren hier im hpd sowie in den sozialen Netzwerken – Kritik. Amardeo Sarma hat auch darauf geantwortet.