Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Grundlegende Kenntnisse: Nur wer Deutsch lernt, kann hier Fuß fassen. Solange sich Asylverfahren hinziehen, kriegen die Betroffenen jedoch keinen Sprachkurs – teils monatelang.

Flüchtlinge

Jedes Zimmer eine Kultur für sich

Seit dem Jahr 2015 kamen etwa 1,2 Millionen Flüchtlinge nach Deutschland. Sie möchten hierzulande Zuflucht oder eine neue Heimat finden. Wie gut der Start ins neue Leben klappt, hängt von vielen Bedingungen ab. Wissenschaftlerinnen vom Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen untersuchen genauer, welche Bedürfnisse und Ziele die Flüchtlinge haben – und ob sich diese erfüllen.

Pflanze

Max-Planck-Institut

Mitteleuropäischen Pflanzen fehlen Genvarianten zur Anpassung an Klimawandel

In den nächsten 50 bis 100 Jahren werden extreme Dürreereignisse mit großer Wahrscheinlichkeit stark zunehmen und eine immer größere Bedrohung für Pflanzen und Tiere darstellen. Es ist weit bekannt, dass ein stetiger Temperaturanstieg bereits seit Jahrzehnten im Gange ist, aber diese und andere Studien zeigen, dass das Ausbleiben von Regen eine noch größere Auswirkung auf das Überleben von Pflanzen haben wird. Bis 2070 wird es in Mitteleuropa voraussichtlich deutlich weniger Niederschlag geben als heute. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie in Tübingen stellte fest, dass Pflanzen in dieser Region die Genvarianten fehlen, die sie brauchen, um sich an zukünftige Verhältnisse anzupassen.

Kasperl

Schon Schimpansen und Kleinkinder wollen unsoziales Verhalten bestrafen

Rache ist süß

Damit wir in Gemeinschaften zusammenleben können, müssen wir miteinander kooperieren. Um das zu organisieren, bestrafen wir Mitmenschen, wenn sich diese unkooperativ verhalten. Bisher war unklar, wann sich in uns der Antrieb entwickelt, dieses Verhalten zu bestrafen – und ob diese Eigenschaft eine rein menschliche ist. Wissenschaftler der Max-Planck-Institute für Kognitions- und Neurowissenschaften und für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben nun herausgefunden, dass bereits sechsjährige Kinder und Schimpansen unsoziales Handeln rügen wollen – und dafür sogar Kosten und Mühen auf sich nehmen, um selbst bei der Bestrafung dabei sein zu können.

Das räuberische Wimperntierchen Tetrahymena thermophila ernährt sich von Bakterien.

Bakterien betreiben extremen Aufwand für die Abwehr von Fressfeinden

Verteidigung um fast jeden Preis

Auch Bakterien haben Feinde – im Wasser ernähren sich zum Beispiel einzellige Wimperntierchen, die sogenannten Ciliaten, mit Vorliebe von den Mikroben. Diese schützen sich mit diversen Tricks vor den Räubern, welche die Ciliaten wiederum auszuhebeln versuchen. So entsteht ein evolutionärer Wettlauf um die besten Verteidigungs- und Angriffswaffen.

Solarwärmekraftwerk PS10 bei Sevilla, Spanien

Forschungsinitiative zielt auf gesellschaftlichen Wandel zur Energiewende

Zurück in die Zukunft der Energie

Der Klimawandel wird sich nur mit einer weltweiten Energiewende eindämmen lassen. Die Energieversorgung neu zu ordnen, fordert die Menschheit dabei nicht nur technisch und naturwissenschaftlich heraus, sondern auch sozial und ökonomisch.

Manche der in Mitteleuropa lebenden Amseln ziehen im Winter in den Süden. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass sie so die kalte Jahreszeit eher überleben als ihre Artgenossen, die vor Ort bleiben.

Zugvogel sein lohnt sich

Schätzungen zufolge leben allein in Europa mehr als anderthalb Milliarden Singvögel. Etwa die Hälfte davon bricht im Herbst in nicht einmal einem Dutzend Nächten in Richtung Süden auf. Dort ist es zwar wärmer, und es gibt ausreichend Nahrung. Der Flug dorthin ist jedoch entbehrungsreich und gefährlich. Lohnt sich der Aufwand für Zugvögel also überhaupt? 

Beim Lernen nimmt die graue Hirnsubstanz erst zu, dann ab

Das Gehirn veranstaltet Casting für verschiedene Zellen

Seit Jahrzehnten fragen sich Neurowissenschaftler, wie das Gehirn immer wieder neue Aufgaben erlernen kann, ohne im Laufe des Lebens ständig wachsen zu müssen. Es gibt Hinweise, dass die Anzahl der Hirnzellen – zum Beispiel der Nervenzellen und Gliazellen – anfänglich zunimmt, wenn wir lernen, aber viele später verworfen oder anderen Rollen zugeordnet werden. Wissenschaftler aus Deutschland und Schweden stellen diese Theorie in der Fachzeitschrift Trends in Cognitive Sciences vor.

Schimpansen sind höchst kommunikative Tiere. Sie teilen ihren Artgenossen aber nur das mit, was diese noch nicht wissen.

Lautäußerungen bei Schimpansen durch sozial-kognitive Prozesse beeinflusst

Schimpansen passen Kommunikation an Artgenossen an

Menschen berücksichtigen beim Kommunizieren, ob ihrem Gegenüber bestimmte Informationen bereits zur Verfügung stehen und passen den Inhalt ihrer Äußerungen entsprechend an; eine Fähigkeit, die anderen Tieren, zumindest bisher, nicht zuerkannt wurde. Wissenschaftler zeigen jetzt, dass frei lebende Schimpansen aus dem Budongo Forest in Uganda andere Artgenossen nur dann vor einer Gefahr warnen, wenn sie annehmen, dass diese nicht schon von ihr wissen. Die neuen Ergebnisse zeigen, dass die vokale Kommunikation von Schimpansen komplexer ist als bisher angenommen.

Schimpansen bei der gegenseitigen Fellpflege.

Schimpansen und Mangaben stören die Beziehungen von Artgenossen

Eifersüchtige Menschenaffen?

Menschen schließen nicht nur komplexe und lang anhaltende soziale Beziehungen mit Freunden, Familie und romantischen Partnern. Sie registrieren auch mögliche Bedrohungen, denen diese Beziehungen ausgesetzt sind, und schützen sie eifersüchtig vor Außenseitern. Menschen beobachten auch Veränderungen im Beziehungsgeflecht um sie herum und versuchen Bündnisse zu verhindern, die ihnen langfristig schaden könnten.