Organspende

Was wir über Organspende immer schon hätten wissen sollen

Dass die Organe mit bestattet sein müssten, ist irrational und archaisch. Fortschrittlich und human erscheint, mittels Widerspruchslösung zum Transplantations-Spitzenreiter Spanien aufzuschließen. Das deutsche System ist trotz millionenschwerer Werbung gescheitert. Diese hat es nicht vermocht, eine durchaus spendenbejahende Bevölkerung zur solidarischen Zustimmung im Fall des Hirntods zu bewegen. In Spanien gilt schon der bevorstehende Herzstillstand als hinreichende Voraussetzung. Dies ist jedoch hierzulande als "aktive" Sterbehilfe verboten. 

Dieter Birnbacher

"Auch jetziges Verfahren widerspricht dem Selbstbestimmungsrecht"

In der aktuellen Diskussion um eine mögliche Einführung einer Widerspruchs-Lösung bei der Organspende verweist DGHS-Präsident Professor Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher auf das eigentliche Haupthindernis, weswegen nur geringe Mengen von transplantationsfähigen Organen zur Verfügung stehen: Die geringe Bereitschaft deutscher Kliniken, potenzielle Organspender/-innen zu melden.

Jeder soll Organspender werden

In einem Interview sprach sich Gesundheitsminister Jens Spahn dafür aus, dass auch in Deutschland die Widerspruchslösung eingerichtet werden soll. Das bedeutet, dass jeder Bürger einer Organspende widersprechen und nicht wie bisher eine solche ausdrücklich erlauben muss.

Die Niederlande machen es vor

Wieder einmal könnten die Niederlande Deutschland zum Vorbild dienen. In dieser Woche beschloss das niederländische Parlament, dass jeder volljährige Staatsbürger automatisch Organspender ist. Es sei denn, er widerspricht. Das Nachbarland versucht damit, dem Mangel an Spenderorganen beizukommen.

Hirntod und Organspende

Über Organspende nach dem Lebensende haben der Direktor der Klinik für Transplantationsmedizin am Universitätsklinikum Münster (UKM), Prof. Dr. Hartmut Schmidt, und der evangelische Theologe Prof. Dr. Traugott Roser von der Universität Münster diskutiert.