Rezension

Berichte zum Rechtsextremismus in Europa

(hpd) Der Sozialpädagoge Martin Langebach und der Journalist Andreas Speit legen eine Art Reise­bericht über Eindrücke vom Rechts­extremismus in unterschiedlichen Ländern vor. Durch die journalistische Darstellung erhält man einen anschaulichen Eindruck von den verschiedenen Facetten dieses politischen Phänomens, an analytischen Betrachtungen mangelt es dem beschreibend gehaltenen Buch indessen.

Israels Siedlungspolitik in der Kritik

(hpd) Der liberale US-amerikanische Journalist und Politikwissenschaftler Peter Beinart kritisiert scharf die israelische Siedlungspolitik und die apologetische Einstellung vieler jüdischer Organisationen in den USA. Er selbst schreibt als orthodoxer Jude und überzeugter Zionist aus einer menschen- und völkerrechtlichen Perspektive, der es um den Erhalt von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit auch in Israel geht.

Zur „Grammatik der Freiheit“

(hpd) Der Politikwissenschaftler Peter Graf Kielmansegg legt in seinem Buch acht Erörterungen vor, die sich etwa auf die Auffassung von „Direkter Demokratie“ oder das Verhältnis „Demokratie-Marktwirtschaft“ beziehen. Sie offenbaren einen guten Kenner der Materie und reflexionswürdigen Analytiker moderner Demokratie.

Jahrbuch für Antisemitismusforschung, Band 21

(hpd) Das „Jahrbuch für Antisemitismusforschung“ liegt in seiner einundzwanzigsten Ausgabe vor. Einen Themenschwerpunkt bilden Beiträge zum Antisemitismus in Litauen, darüber hinaus findet man aber in bewährter Qualität auch beachtenswerte Abhandlungen zur Judenfeindschaft in anderen Ländern und zu anderen Zeiten.

Politische Denker im systematischen Überblick

(hpd) Der Politikwissenschaftler Frank R. Pfetsch legt eine systematische Darstellung zu den einschlägigen Denkern von der Antike bis zur Gegenwart vor. Da er seine Arbeit auch vergleichend anlegt, hebt sie sich trotz der mitunter unverständlichen Auswahl der Porträtierten wohltuend von anderen Darstellungen ab.

Mangelnde Gleichheit als Gefahr für Demokratie

(hpd) Der französische Historiker Pierre Rosanvallon schildert die ideen- und real­geschichtliche Entwicklung der Gleich­heits­vor­stellungen in den westlichen Demokratien. Seine Warnungen vor einem Auseinander­driften der politischen und sozialen Ebene von Demokratie verdienen Beachtung, mitunter fehlt es aber an der notwendigen Klarheit und Präzisierung.

Mehr Autobiographie denn Reformvorschläge

(hpd) Winfried Ridder, der zwanzig Jahre lang als Auswerter im Bundesamt für Verfassungsschutz gearbeitet hat, will in seinem Buch Position zur aktuellen Debatte über Reformen beziehen. Diese durchaus interessanten Ausführungen nehmen aber nur wenige Seiten des Buches ein, welches mehr eine Art berufliche Autobiographie über die Tätigkeit in den 1970er bis 1990er Jahren ist.

Mehr Analyse, weniger Polit-Kitsch

(hpd) Michael Hardt und Antonio Negri gelten als Theoretiker der globalisierungskritischen Protestbewegung und wollen in ihrem Buch ein entsprechendes Plädoyer für mehr Partizipation vortragen. Die durchaus zutreffenden gesellschaftskritischen Ausführungen hat man von anderen Autoren schon besser lesen können, die konkreten Forderungen bleiben blass und enden im Polit-Kitsch mit religionsähnlichen Zügen.

Warum Nationen scheitern

(hpd) Der Ökonom Daron Acemoglu und der Politikwissenschaftler James A. Robinson untersuchen die Ursachen für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung unterschiedlicher Länder. In Demokratie und Rechtstaatlichkeit und nicht in Klima oder Kultur erblicken sie in ihrer gleichwohl stellenweise etwas einseitigen, insgesamt aber überzeugenden Arbeit die entscheidenden Bedingungsfaktoren für Armut und Reichtum.

Irrwege und Lügen der Alternativmedizin

(hpd) Auch in der Medizin gilt anscheinend immer häufiger nicht mehr der naturwissenschaftliche Grundsatz „Wissen statt Glauben!“ und evidenzbasierte Methoden, sondern Quacksalberei. Theodor Much hat dazu ein empfehlenswertes Buch mit vielen Informationen für kritische Leser verfasst.