Rezension

Der Komet im Cocktailglas

(hpd) Wie schon sein erstes Buch "Keine Panik" ist auch das gerade erschienende Buch ein Aufklärungswerk im besten Sinne. Dieses mal erklärt Florian Freistetter uns, wie sehr wir Menschen Teil des Weltalls sind. Selbst - nein: vor allem dann, wenn wir nicht daran denken.

„NATO-Geheimarmeen in Europa“

(hpd) Der Schweizer Historiker Daniele Ganser schildert in seinem Buch das Agieren der geheimen „Gladio-Truppen“ in verschiedenen europäischen Ländern. Nicht für alle Darstellungen hat er ausreichendes und überzeugendes Beweismaterial, allein der gut belegte Fall „Italien“ ist indessen schon beklemmend genug.

Das Menschenbild bei europäischen Philosophen

(hpd) Der Philosoph Kurt Salamun behandelt in seinem Buch einen Überblick über das Menschenbild bei bedeutenden europäischen Philosophen des 19. und 20. Jahrhunderts. Es handelt sich um eine gut verständliche und systematisch angelegte Darstellung, die auch jeweils eine Kritik und Würdigung der jeweiligen Denker ausgewogen und fair vornimmt.

Im Umfeld des Rechtsterrorismus

(hpd) Der Journalist Patrick Gensing beschreibt und kommentiert die aktuelle Entwicklung im Rechtsextremismus, was mitunter aber etwas zu emotional und unstrukturiert geschieht. Gleichwohl enthält das Werk hier und da immer wieder interessante analytische Deutungen, ein Mehr davon hätte ihm gut getan.

Die NPD unter Udo Voigt

(hpd) Der Politikwissenschaftler Marc Brandstetter legt eine umfassende Studie zum Aufstieg der rechtsextremistischen Partei unter ihrem vorherigen Bundesvorsitzenden vor. Sie eignet sich aufgrund des Informationsgehalts und der Strukturierung auch als Nachschlagewerk.

Antisemitismus, Nahost-Konflikt und Zionismus

(hpd) Der israelische Historiker Moshe Zuckermann veröffentlicht in „Wider den Zeitgeist. Bd. I“ Aufsätze und Gespräche. Dabei kritisiert der Autor die Instrumentalisierung des Antisemitismusvorwurfs zur Immunisierung vor Kritik, berücksichtigt aber nicht intensiv genug die Existenz von antisemitischen Mentalitäten hinter bestimmten Einwänden.

Lebenswelt als Marktgesellschaft

(hpd) Der in Harvard lehrende Philosoph Michael J. Sandel kritisiert das Eindringen des Marktdenkens in die soziale Lebenswelt. Die dazu geschilderten Beispiele geben einen bedrohlichen Eindruck von den gesellschaftlichen Folgen; gleichwohl hätte man sich dazu auch etwas mehr analytischen Tiefgang gewünscht.

Abkehr von der Opfer-Perspektive

(hpd) Peter Menasse, Chefredakteur des jüdischen Magazins NU in Österreich, formuliert in seinem Essay eine Kritik an der Instrumentalisierung des Antisemitismus-Vorwurfs und des Selbstverständnisses als Opfer. Sein damit einhergehender Appell an eine Neupositionierung jüdischer Identität wird leider beleglos, formal unstrukturiert und inhaltlich zugespitzt – eben essaystisch – vorgetragen.

Menschenrechte als Alibi

(hpd) Der in Teheran geborene Schriftsteller und Publizist Bahman Nirumand hat eine kenntnisreiche Analyse vorgelegt, wie man das von ihm gewohnt ist. Es geht um die Nahostpolitik des Westens und das mangelnde Engagement für Menschenrechte in Bezug auf die politische Situation im Nahen Osten. Und es geht auch um "den Islam".