Rezension

Rezension

Eine problemorientierte Einführung in die Demokratietheorien

BONN. (hpd) Der Schweizer Politikwissenschaftler Francis Cheneval liefert in seinem Buch "Demokratietheorien zur Einführung" eine problemorientierte Gesamtdarstellung zum Thema. Im Unterschied zu anderen Bänden beschreibt er nicht Systeme oder Theoretiker, sondern erörtert Ambivalenzen und Legitimationsprobleme, allerdings nicht immer in einer Art und Weise, die zu einer Einführung passt.

Über Horst Herrmanns neues Buch "Befreit Gott von den Gläubigen!"

Eine Liebeserklärung an Gott

ODERNHEIM. (hpd) Dieses Buch wird vor allem für jene Gläubigen interessant sein, die sich in einem Dilemma befinden, weil sie einerseits sich immer noch an die Kirche gebunden fühlen, andererseits mit dem Verurteilungs-, Verbannungs- und Verdammungsgott, dem Kontroll- und Überwachungsgott, dem letztlich alles Geschehen determinierenden Gott nichts mehr zu tun haben wollen.

Eine nicht ganz gelungene Warnung

"Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört"

BONN. (hpd) Die US-amerikanische Politikwissenschaftlerin Wendy Brown kritisiert in ihrem Buch "Die schleichende Revolution. Wie der Neoliberalismus die Demokratie zerstört" die Ausbreitung einschlägigen Denkens und Politikverständnisses. So sehr sie hier berechtigt auf Gefahren für die Demokratie von innen hinweisen kann, liegt eher ein fragmentarisches und zerfasertes Buch zwischen einigen Fallbeispielen und ideengeschichtlichen Reflexionen vor.

Schwerpunkt Norwegen

Sammelband zum Rechtspopulismus in Europa

BONN. (hpd) Der von Frank Decker, Bernd Hennigsen und Kjetil Jakobsen herausgegebene Sammelband "Rechtspopulismus und Rechtsextremismus in Europa. Die Herausforderung der Zivilgesellschaft durch alte Ideologien und neue Medien" enthält 25 Beiträge zu unterschiedlichen Themenaspekten.

Ein Gesundheitsmythos in der Kritik

"Die Milch macht's" – doch nicht

BONN. (hpd) Die Ernährungswissenschaftlerin Alissa Hamilton legt mit ihrem Buch "Die Milch macht's! Wie ein Grundnahrungsmittel unsere Gesundheit ruiniert" eine Kritik an der Auffassung von Milch als gesundem Nahrungsmittel vor. Ihre Darstellung wirkt in der Gesamtschau formal nicht ganz stringent, kann inhaltlich aber durchaus überzeugen – wenngleich sie ökonomische Fragen nur kurz und tierethische Gesichtspunkte kaum thematisiert.

Erfahrungen einer Polizeibeamtin auf Streife in der Migrationsgesellschaft

Notruf einer Polizistin

BONN. (hpd) Tania Kambouri, Streifenpolizistin in Bochum mit griechischer Abstammung, berichtet in ihrem persönlichen Buch "Deutschland im Blaulicht. Notruf einer Polizistin" von Konflikten mit Migranten angesichts von fehlendem Respekt ihr gegenüber als Frau und Polizistin. Die geschilderten Erfahrungen und Fälle kann man nicht vom Tisch wischen und verdienen als Ausdruck eines Respektverlustes in der Gesellschaft kritische Aufmerksamkeit, in der Gesamtschau verallgemeinert die Autorin aber auch sehr stark, was zu einer von ihr möglicherweise gar nicht beabsichtigten falschen Wirkung ihres Buches führen kann.

Erich Satter: "Wer Wissenschaft und Kunst besitzt..."

ODERNHEIM. (hpd) Dieses gar nicht voluminöse, gerade mal 120 Seiten umfassende Buch des Kulturphilosophen und Ethikers Erich Satter enthält eine erstaunliche Vielzahl und Vielfalt von Denkanstößen im weiten Problemfeld der Beziehungen zwischen Kultur und Kunst, Moral und Ethik, Philosophie und Religion und von Fragen und Teilantworten bezüglich eines synthetischen oder – wie der Autor es ausdrückt – synästhetischen Zusammenhangs zwischen all diesen Disziplinen.

Bukolische Szene mit Rindern, Römisches Mosaik

Plutarch – der erste Tierrechtstheoretiker

Die Tugend von Gans und Hai

BERLIN. (hpd) Stopfgänse gab es schon im alten Rom. Die Frage, ob man Tiere überhaupt essen darf, war nicht von ungefähr keinem Geringeren als Plutarch einen Dialog, zwei Traktätchen und ein phantastisches Kabinettstück über Odysseus Begegnung mit den von Kirke verzauberten Schweinen wert. Er, kein Querdenker und Revoluzzer, kann als Begründer der Tierrechtsfrage gelten. Seine Schriften zum Thema, von Reclam erstmals zusammengefasst, bleiben spannend.

49 Portraits

Vordenkerinnen und Vordenker der Sozialen Demokratie

BONN. (hpd) Der von dem Politikwissenschaftler Christian Krell herausgegebene Sammelband "Vordenkerinnen und Vordenker der Sozialen Demokratie. 49 Portraits" enthält kurze Darstellungen zu Intellektuellen und Politikern von Wolfgang Abendroth und Willy Brandt über Erhard Eppler und Jakob Kaiser, Karl Marx und Gustav Radbruch bis zu Hugo Sinzheimer und Herbert Wehner.