Horst Groschopp

Der Autor, Dr. habil. Horst Groschopp, Zwickau, geb. 1949, ist Kulturwissenschaftler, Mitbegründer des hpd und seit 2006 Autor. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen vorzuweisen; war Mitglied im HVD von 1994-2014 und hatte dort und in deren Akademien bis 2014 diverse Funktionen inne. Mehr unter: http://www.horst-groschopp.de/

Artikel des Autoren

Ostdeutschland als Blaupause für den Westen

Blaupause ist ein Modewort. Es meint Vorbild, Grundlage, Idee, Modell, Muster. Blaupause klingt geheimnisvoll. Es passt zum Thema "die Konfessionsfreien". Diese sind noch immer ein gesellschaftswissenschaftliches Geheimnis. Ihre Zahl scheint aber inzwischen groß genug, dass Kirchen und ihre Theologen diese Großgruppe nicht mehr ignorieren oder deren Existenz als allein ostdeutsches Phänomen, gar als Produkt der DDR, denunzieren können. Was bleibt davon? Niemand kann an dem Thema vorbei, ohne über das weitgehend religionsfreie Ostdeutschland zu reden – als "Blaupause" für ganz Deutschland, gar Europa? 

Himmlischer Fußball

BERLIN. (hpd) Es soll einen Fußballgott geben, sagen sogar Menschen, denen es nach ihrem Glauben verboten ist, einen anderen Gott neben dem ihrer Hauptreligion zu haben. Andere wiederum sagen, Fußball sei eine Religion und heute mächtiger in ihrem Gebrauch als Islam und Christentum zusammen. Einige organisierte Konfessionsfreie wiederum meinen, diese neue Weltanschauung mit ihren Aufmärschen, Ritualen, Fahnen und Gesängen lenke von der Aufklärung ab. Hat der Siegeszug und der Spitzenplatz dieses Spiels gar etwas mit Humanismus zu tun? Das jedenfalls bejaht der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp und behauptet, Fußball sei Teil der humanistischen Kultur.

Dr. Horst Groschopp

Gehört Humanismus zu Deutschland?

BERLIN. (hpd) Neulich hat Theo Ebert im hpd die These aufgestellt: "Religionen, der Islam oder das Christentum, gehören in dem erläuterten Sinn nicht dazu (zu Deutschland, HG)." Um die Debatte dazu in der "säkuleren Szene" etwas anders zu fokussieren, fragt der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp: Was heißt die Losung "Der Islam gehört nicht zu Deutschland" angewendet auf Humanismus?

Die weiße Linie

BERLIN. (hpd) Auf dem Foto ist eine weiße Linie mit Grenzbedeutung. Sie ist auf dem Berliner Bahnhof Friedrichstraße fotografiert, wo es den "Tränenpalast” gab und Ankommen, Abfahren, Einsteigen nur auf Kommando… Der gelernte Mitteleuropäer weiß um die Bedeutung dieser weißen Linie. Den Strich zu überschreiten ist nicht einfach nur verboten, sondern man begibt sich und andere in Gefahr, wenn man es tut und der Zug fährt ein. Vorsicht ist geboten. Man kann aber auch keinen Platz finden im Zug, wenn man zu lange ausharrt hinter der Linie. So oder so sagt die weiße Linie, man soll bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Es gibt "Kulturschranken”.

Wallstraße in Berlin, Sitz des HVD

Der HVD vor einer neuen Wende

BERLIN. (hpd) Es sind zwei Meldungen kurz vor dem Jahreswechsel 2015/2016, die jeden Beobachter der Geschicke des Humanistischen Verbandes Deutschland (HVD) zum Nachdenken bringen und die, zusammen betrachtet, Andeutungen geben, in welche Richtung es geht. Da ist zum einem das Problem, wie viel Weltanschauungsgemeinschaft der Verband künftig vorzeigen wird; zum anderen, wie und wo er dies tut und welche Rolle dabei seine eigenen Medien spielen werden, besonders die Zeitschrift "diesseits”, gedruckt wie online.

Integration ins "Abendland"?

ZWICKAU. (hpd) Ende 2007 beschäftigte sich der hpd mit der Frage der staatlichen Kulturfinanzierung der Kirchen, stellte eine "4,4 Mrd. Euro-Peinlichkeit" fest und fragte "In Museen beten?" In dem Buch "Humanismus – Laizismus – Geschichtskultur" beschäftigte sich Horst Groschopp in einem Beitrag mit der öffentlichen Kulturförderung von Religionen unter der Überschrift "Laizismus und Kultur". Nun sieht er viel weitergehende Überlegungen zum Komplex Religion, Kultur und Recht in dem Buch von Thomas Fritsche "Der Kulturbegriff im Religionsverfassungsrecht" – besonders daraus ableitbare juristische Erwägungen, die sich auf die aktuelle Frage der religionsverfassungsrechtlichen Hemmnisse einer künftigen Integration von Flüchtlingen beziehen lassen.

Sunday Assembly Berlin

"Religiöse Atheisten" wurden erfunden

ZWICKAU. (hpd) Mitte April 2015 versuchte sich die Evangelische Akademie Hofgeismar an der Ausdenkung einer neuen sozialen Figur, genannt "Religiöse Atheisten". Sie fragte, ob dies ein neuer Trend sei. Die Wirklichkeit und die realen Befunde dazu bewiesen das Gegenteil. Deshalb sind einige der dort gehaltenen Beiträge, nun gedruckt vorliegend, von Interesse für die "säkulare Szene". Die soeben erschienene Dokumentation wird von Horst Groschopp betrachtet.

Eingang des Landtagsgebäudes in Dresden

Sachsen, das kirchenhörige Musterland

ZWICKAU. (hpd) Nach dem Kopftuch-Urteil des Bundesverfassungsgerichts wird sich die religiös-weltanschauliche Landschaft in Deutschland weiter pluralisieren – wahrscheinlich an Sachsen vorbei. Das Feld der Religionspolitik ist dort konservativ bestellt. Man wird überhaupt sehen, welche Kräfte in welchen Parteien hier Positionen entwickeln. 

Ein freidenkerischer Rebell

ZWICKAU. (hpd) Das 1929 im Berliner Malik-Verlag erschienene Erinnerungsbuch von Max Hoelz "Vom 'Weißen Kreuz' zur Roten Fahne. Jugend-, Kampf- und Zuchthauserlebnisse" gehörte noch bis in die 1970er Jahre zum Grundbestand freidenkerischer Literatur, schon weil sich die dissidentische Bewegung zu dieser Zeit noch (bis zur Herstellung der deutschen Einheit 1990) weitgehend sozialistisch verstand.

Der Erfinder des Sadomasochismus

ZWICKAU. (hpd) Am 2. Dezember 1814 starb 74-jährig der französische Adelige Marquis de Sade. Im hpd erinnerte Horst Herrmann an ihn unter der Überschrift “‘Pornographie’ als Aufklärung”. Schon die Anführungsstriche betonen, dass umstritten ist, wie seine Schriften zu charakterisieren sind. Der Kulturwissenschaftler Horst Groschopp rezensiert die jüngst von Volker Reinhardt vorgelegte Biographie de Sades unter diesem Schwerpunkt.