Simone Guski

Die Autorin ist gelernte Philosophin, arbeitete viele Jahre lang als Kulturjournalistin mit dem Schwerpunkt Kunst im In- und Ausland für Tageszeitungen und Magazine. Sie war langjährige Kulturberichterstatterin für DIE WELT in Madrid und unterrichtete später philosophische Anthropologie und Ästhetik an der Universidad de la Comunicación in Mexiko-City. Schließlich spezialisierte sie sich journalistisch auf die Themen Anthropologie, Primatologie und Tierrechte.

Artikel der Autorin

Die Republik der Vogelgelehrten

BERLIN. (hpd) Vogelbilder können Weltbilder enthalten. Man muss sie nur zu lesen verstehen wie der Ire Hugh Ridley, langjähriger Professor für Germanistik am Dublin University College. Er hat nun nach einem Buch "Darwin becomes Art" "Eine Geschichte der Vogelmalerei in Deutschland. Ornithologie, Illustration und Kunst 1508 - 1914" geschrieben. Sie führt von Dürer über den großen Köthener Ornithologen der Goethe-Zeit Johann Friedrich Naumann bis zu Nolde.

Die Methusalem-Falter

BERLIN. (hpd) 15 Jahre lang beschäftigte sich Andrea Grill mit einer unauffälligen Schmetterlingsgattung, den Ochsenaugen. Sie kommt an einigen Standorten wie Sardinien, österreichischen Tälern oder der türkischen Küste in endemischen Arten vor, die sich für den Laien kaum voneinander unterscheiden. Wissen Schmetterlinge, wenn sie Artgenossen vor sich haben, ist eine der Fragen, die Andrea Grill in ihrem Portrait "Schmetterlinge" stellt.

Wilde Metropolenbewohner

BERLIN. (hpd) Wie viele Füchse es in Berlin gibt, weiß keiner so genau. Bis zu 3.000 schätzt man, 1.000 mindestens. Mitte der fünfziger Jahre tauchten sie zuerst in der Spreemetropole auf. In den Dreißigern aber schon in den südenglischen Städten, zunächst in Bristol und London, später dann in französischen Großstädten. "Der Fuchs in der Stadt" heißt Lutz Artmanns in Berlin entstandenes Fotobuch mit informativen kurzen Texten.

Die Büffeldemokratie

BERLIN. (hpd) Antilopen gelten gemeinhin nicht als besonders schlaue Tiere. Dennoch lässt sich an ihnen einiges über Gruppenentscheidungen, Motivation und Manipulation studieren, kurz, Verhaltensweisen, die in der Politik und Marktwirtschaft wichtig sind. Sie waren Léo Grassets Forschungsobjekte in der Savanne Simbabwes. In "Giraffentheater" präsentiert er rasant komisch Populärwissenschaft, die zündet.

Tierische Tüftler, Trickser und Trendsetter

BERLIN. (hpd) Vor 100 Jahren entdeckte Wolfgang Köhler die Einsicht der Schimpansen, wenn sie Kisten auftürmen, um an eine Banane zu gelangen, Konrad Lorenz später die artspezifischen Instinkte, Frederick Skinner das assoziative Lernen. Frans de Waal begründete die evolutionäre Kognitionsforschung darüber, wie Sinneseindrücke in Wissen umgewandelt werden, und dessen Anwendung als Antwort auf eine sich verändernde Umwelt. Wie Tiere Lösungen suchen, sammeln und speichern, beschreibt er in seinem jüngsten Buch.

Die Verfemten unter den Vögeln

BERLIN. (hpd) Eine alte Frau mit einem schwarzen Hund, die begleitet wird von einem Schwarm Krähen, sobald sie mitten in Berlin auf die Straße tritt. Diese Frau gibt es nun wirklich, die Autorin Monika Maron. Für ihre jüngste Romanrecherche freundete sie sich mit den übel beleumundeten Vögeln an. Heraus kam ein Essay: "Krähengekrächz".

Gorillamutter beim Fressen

Wenn die Silberrücken singen

BERLIN. (hpd) Gorillas summen, ja, man könnte es als Singen bezeichnen. Warum, darüber gibt es laut Eva Luef, Thomas Breuer und Simone Pika vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen, die das Verhalten der Tiefland-Gorillas im Dzanga-Ndoki Nationalpark und im Noubalé-Ndoki Nationalpark im Kongo beobachteten, verschiedene Hypothesen.

Allein unter Menschen

BERLIN. (hpd) Die Geschichte der Bisons, die zu Millionen über die Prärie Nordamerikas zogen und in Massen gejagt wurden, bis sie nahezu ausstarben, kennt jeder, aber die der Wandertauben? Auch sie schwärmten zu Millionen über den amerikanischen Kontinent. Es gibt sie nicht mehr. ATAK widmet ihnen sein Bilderbuch "Martha".

Townsend-Langohr (Corynorhinus townsendii)

Die Welt als Echolotpanorama

BERLIN. (hpd) Seine Diktion ist die eines Amerikaners, sein Denken das eines alten Europäers. Am ersten Satz seines Essays "Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?" wird es deutlich: "Das Thema Bewusstsein macht das Leib-Seele-Problem praktisch unlösbar." Reclam brachte den Aufsatz jetzt in einem eigenen Band zweisprachig heraus.

Mantelpaviane im Berliner Zoo

Lernen – ein Notausgang aus der Evolution

BERLIN. (hpd) Er schrieb wohl in der falschen Sprache, überwiegend in Afrikaans. Dann lebte er zur falschen Zeit am falschen Ort: als Bure während des Burenkrieges in London. Deshalb ist er fast vergessen: Eugène Nielen Marais, der, 1871 geboren, vor 80 Jahren starb und vor über 100 Jahren in Südafrika an Pavianen und Termiten die Langzeitverhaltensforschung in freier Wildbahn begründete.