Wissenschaft

Townsend-Langohr (Corynorhinus townsendii)

Die Welt als Echolotpanorama

BERLIN. (hpd) Seine Diktion ist die eines Amerikaners, sein Denken das eines alten Europäers. Am ersten Satz seines Essays "Wie ist es, eine Fledermaus zu sein?" wird es deutlich: "Das Thema Bewusstsein macht das Leib-Seele-Problem praktisch unlösbar." Reclam brachte den Aufsatz jetzt in einem eigenen Band zweisprachig heraus.

Die Gentechnik und der Transhumanismus

KÖLN. (hpd) Vom Standpunkt des Transhumanismus aus gesehen, ist der Alterungsprozess des menschlichen Körpers eine Erbkrankheit, die in Zukunft geheilt werden kann. Der Mensch ist das Ergebnis einer über Jahrmillionen abgelaufenen Evolution. Wesentlicher Bestandteil des Evolutionsprozesses ist die Selektion. Sie ist in der Regel ein ausgesprochen brutaler Prozess der mit extremem Leid verbunden ist. Die Naturwissenschaft ist nun mittlerweile so weit fortgeschritten, dass wir die zukünftige Weiterentwicklung des Menschen selbst in die Hand nehmen können.

Stefan Mundlos forscht an seltenen Knochenerkrankungen, die durch veränderte Gene ausgelöst werden.

"Keine Genehmigung für solche Versuche"

BERLIN. (mpg) Das neue Verfahren "Genschere CRISPR/Cas" eröffnet in der Medizin zahlreiche Möglichkeiten, die Chancen und Risiken bergen. Für die Gentherapie von schweren Krankheiten wie Aids werden Hoffnungen in die neue Methode gesetzt. Wissenschaftler können ein krankhaft verändertes Gen in Körperzellen einfach ausschneiden, und es durch ein gesundes ersetzen. In China und Großbritannien gehen Wissenschaftler indes einen Schritt weiter: Im Labor treiben sie Versuche mit menschlichen, embryonalen Stammzellen voran.

Mantelpaviane im Berliner Zoo

Lernen – ein Notausgang aus der Evolution

BERLIN. (hpd) Er schrieb wohl in der falschen Sprache, überwiegend in Afrikaans. Dann lebte er zur falschen Zeit am falschen Ort: als Bure während des Burenkrieges in London. Deshalb ist er fast vergessen: Eugène Nielen Marais, der, 1871 geboren, vor 80 Jahren starb und vor über 100 Jahren in Südafrika an Pavianen und Termiten die Langzeitverhaltensforschung in freier Wildbahn begründete.

Peter Boghossian lecturing at Portland State University

Kann man produktiv mit Theisten diskutieren?

BERLIN. (hpd) Mit überzeugten Gläubigen über Religion zu diskutieren ist keine angenehme Aufgabe. Man weiß vorgebrachte Argumente zwar zu kontern und hat den Eindruck, zweifelsohne die stärkere Position zu vertreten. Doch zu schnell treiben oftmals Rabulistik, begriffliche Umdefinierung oder der Verzicht auf jegliche logische Konsistenz seitens des Gesprächspartners in die Polemik.

Die San, eine Volksgruppe im südlichen Afrika, leben noch heute überwiegend als Jäger und Sammler.

Genetik offenbart den Einfluss der Lebensweise auf die Evolution

JENA. (mpg) Bislang ging man davon aus, dass die Zahl der Veränderungen im Genom nicht durch kulturelle Faktoren beeinflusst wird. Dem entgegen steht nun das Ergebnis einer aktuellen Studie. Ein Forscherteam aus Deutschland und Frankreich analysierte mehr als 500 Sequenzen des männlichen Y-Chromosoms bei Landwirtschaft treibenden Ethnien und bei traditionell als Jäger und Sammler lebenden Bevölkerungsgruppen im südlichen Afrika.

"The Arrival of the fittest"

BERLIN. (hpd) Der Titel dieses Buches ist einem Zitat Hugo de Vries entlehnt: "Natural Selection may explain the survival of the fittest, but it cannot explain the arrival of the fittest". Die Selektion kann gut beschreiben, wie Innovationen, die in einzelnen Individuen auftreten, sich auf ganze Populationen ausbreiten können. Wie diese neuen Merkmale entstehen, erklärt sie nicht.

In den Dschungel der Städte verschleppt

BERLIN. (hpd) Der Anatom Edward Tyson schrieb bereits 1699: "Doch bei dem mit höchster Sorgfalt vorgenommenen Vergleich des Gehirn (mit dem eines Menschen) bereitet die Entdeckung der großen Ähnlichkeit … eine so außerordentliche Überraschung, wie sie größer nicht sein könnte." Solche historischen Texte und viele Stiche präsentiert die Ausstellung "Unheimliche Nähe. Menschenaffen als europäische Sensation" in der Universitätsbibliothek Leipzig.

Menschenopfer

Die dunkle Seite der Religion

JENA. (mpg) Rituelle Menschenopfer spielten eine wichtige Rolle beim Aufbau hierarchischer Gesellschaften. Denn sie trugen entscheidend dazu bei, dass die sozialen Eliten ihre Macht über die unteren sozialen Schichten festigen und weiter ausbauen konnten. Das zeigt eine neue in Nature veröffentlichte Studie. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena, der Universität Auckland und der Viktoria Universität Wellington untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen der Tötung von Menschen und wie ungleich oder hierarchisch eine Gesellschaft strukturiert war.