Rezension

Affen reden nicht über das Wetter

BERLIN. (hpd) Gedanken können nicht versteinern, und Gedanken hinterlassen keine Spuren. Dennoch schrieb Michael Tomasello “Eine Naturgeschichte des menschlichen Denkens”. Ganz in der alten humanistischen Tradition, in der Biologie als Naturgeschichte verstanden wurde. Darin steckt freilich zugleich einiges utopische Potential.

Die Arbeitslampe ist erloschen

(hpd) Rechtzeitig zu einem aktuellen Jahrestag hat Katrin Rohnstock eine wichtige Anthologie von Erinnerungen herausgegeben: “Mein letzter Arbeitstag. Abgewickelt nach 89/90. Ostdeutsche Lebensläufe.” Das ebenso spannende wie aufklärende Buch erschien pünktlich 25 Jahre nach der “Wende” in der DDR.

Richtig sterben

(hpd) Ein Streit darüber, ob man seinen Leichnam einäschern oder im Sarg bestatten lassen sollte, wäre für die meisten von uns, hier in Mitteleuropa, überflüssig. Vor gut 100 Jahren musste allerdings für das Bürgerrecht auf eine Feuerbestattung noch politisch – vor allem gegen die Kirchen - gekämpft werden.

Ein vergessener Freidenker

ZWICKAU. (hpd) Dr. Rudolf Franz (geb. 1882 in Köln, gest. 1956 in Leipzig) teilt das Schicksal vieler Freidenker der “Zwischenkriegszeit” (1918–1939) schon allein dadurch, dass diese Geschichte wenig erforscht und die betroffenen Personen, wenn sie denn 1945 den Nationalsozialismus und den Krieg überlebt hatten, oft in die deutsch-deutschen Parteimühlen gerieten, hüben wie drüben. Der Historiker Gerhard Engel hat einen von ihnen der Vergessenheit entrissen.

"Linke und Gewalt" – eine ideengeschichtliche Dokumentation

(hpd) Der Publizist Felix Wemheuer legt mit “Linke und Gewalt. Pazifismus, Tyrannenmord, Befreiungskampf” eine Dokumentation mit Texten zum Thema vor, welche von Lenin und Mao über Landauer und Most bis zur RAF und “Roten Zora” reichen. So informativ der Sammelband insgesamt ist, so hätte man sich doch eine ausführlichere und systematischere Einleitung, aber auch die Aufnahme von aktuellen Texten gewünscht.

"Schweinezeiten" ist mehr als ein Voodoo-Krimi!

WEIMAR. (hpd) Haiti kurz vor dem verheerenden Erdbeben von 2010 mit mehr als 300.000 Toten. Es ist ein drückend heißer Sommer in der Hauptstadt Port-au-Prince. Kriminalinspektor Dieuswalwe Azémar betrachtet sich als gescheiterte Existenz, weil er sich mit der allgemeinen Korruption – auch und gerade im Polizeiapparat – nicht abfinden will.

Moshe Zuckermann

Ein vehementer Kritiker der israelischen Politik

(hpd) Der israelische Historiker Moshe Zuckermann legt mit “Israels Schicksal. Wie der Zionismus seinen Untergang betreibt” eine Sammlung mit Aufsätzen vor, welche eine vehemente Kritik an der Politik der israelischen Regierung vornehmen. Es handelt sich um beachtenswerte ideologiekritische und strukturanalytische Beiträge, die mitunter aber die reale Bedrohungssituation für das Land aus dem Blick verlieren.

Abschied und Ankunft

(hpd) Rechtzeitig zum November, dem Monat, in dem allgemein der Toten gedacht wird, erscheint Jan Bretschneiders zweites Buch zum Thema Abschied, diesmal in Verbindung mit dem Thema Ankunft.