Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Wie politische Spaltung Paare trennt

Eine aktuelle Studie der Universität Padua und des Max-Planck-Institutes für demografische Forschung (MPIDR) untersucht, ob politische Differenzen das Trennungsrisiko von Paaren im Vereinigten Königreich erhöhen. Mithilfe von Langzeitdaten fanden Forschende heraus, dass Paare mit unterschiedlichen Parteipräferenzen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit haben, sich zu trennen, als Paare mit gleichen politischen Überzeugungen. Besonders hoch ist das Risiko bei Meinungsverschiedenheiten zum Brexit.

Symbolbild

Journalismus: Online-Schlagzeilen werden negativer und länger

Online-Schlagzeilen sind in den vergangenen 20 Jahren nicht nur länger geworden, sondern auch negativer und zunehmend auf Klickzahlen ausgerichtet – und das unabhängig von der journalistischen Qualität. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, die rund 40 Millionen Schlagzeilen englischsprachiger Nachrichtenseiten aus den letzten zwei Jahrzehnten ausgewertet haben.

Schimpansengruppe im Leipziger Zoo

Die Ursprünge der Sprache

Die menschliche Sprachfähigkeit ist möglicherweise nicht so einzigartig wie bisher angenommen. Schimpansen verfügen über ein komplexes Kommunikationssystem, mit dem sie Rufe zu neuen Bedeutungen kombinieren können, ähnlich der menschlichen Sprache. Forscher haben im Gehirn von Schimpansen eine neuronale Verbindung entdeckt, die mit Sprache in Zusammenhang steht.

Zwei Bonobos

Bonobo-Weibchen halten Männchen mit Solidarität in Schach

Weibliche Bonobos verbünden sich, um gegen sie gerichtete männliche Aggressionen zu unterdrücken – dies ist der erste Beweis dafür, dass Tiere eine derartige Strategie anwenden. In 85 Prozent der beobachteten Koalitionen taten sich Weibchen gegen Männchen zusammen, zwangen sie so zur Unterwerfung und prägten damit die Dominanzhierarchie der Gruppe. Die zugehörige Studie legt nahe, dass Macht nicht allein durch körperliche Stärke bestimmt wird. Sie kann auch durch soziale Intelligenz und Koalitionsbildung von Weibchen erlangt werden.

Orang-Utan

Leben im Zoo fördert Neugier

Eine neue Studie, die wilde und in Zoos gehaltene Sumatra-Orang-Utans vergleicht, zeigt, dass das Leben im Zoo das Verhalten von Orang-Utans gegenüber ihrer Umwelt erheblich verändert. Die Forschenden haben bei 51 Orang-Utans im Alter von 0,5 bis 76 Jahren über 12.000 Fälle aktiver Manipulation und visueller Untersuchung von Objekten analysiert.

Soziales Miteinander bei den Bonobos

Bonobos reagieren negativ auf Ungleichbehandlung

Die Frage, ob nichtmenschliche Tiere einen Sinn für Fairness haben, ist in der Forschung viel diskutiert worden. Einige Studien deuten darauf hin, dass Primaten und andere kooperative Arten eine Abneigung gegen Ungleichheit zeigen, während andere argumentieren, dass Reaktionen auf ungleiche Belohnungen durch Frustration, soziale Enttäuschung oder Nahrungserwartung erklärt werden können. Um die evolutionären Ursprünge von Fairness besser zu verstehen, haben Forscherinnen und Forscher die Abneigung von Bonobos gegen Ungleichbehandlung untersucht.

Digitale Medien bedrohen die Demokratie

Digitale Medien prägen die politische Landschaft weltweit immer stärker. Ein aktuelles Forschungspapier des Institute for Replication (I4R) analysiert und überprüft die Ergebnisse einer Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, die 2023 veröffentlicht wurde. Die Replikationsstudie, durchgeführt von Forschenden der Tongji University, der University of Cambridge und der Duke University, bestätigt die ursprünglichen Erkenntnisse zu den Beziehungen zwischen digitalen Medien und Demokratie.