Max-Planck-Gesellschaft

Artikel der Autorin

Altägyptischer Pfostensarg

Forscher entschlüsseln erstmals Genome ägyptischer Mumien

Einem internationalen Forschungsteam unter Federführung der Universität Tübingen und des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte in Jena ist es erstmals gelungen, das komplette Erbgut ägyptischer Mumien zu entschlüsseln. Die in Nature Communications veröffentlichte Studie zeigt: Während heutige Ägypter genetisch enger mit den Bewohnern Afrikas südlich der Sahara verwandt sind, ähnelten die alten Ägypter genetisch den damaligen Bewohnern des Nahen Ostens.

Ähnlich wie Vögel und Säugetiere verfügen Geckos über ein komplexes Kommunikationssystem

Reptil passt Rufe an Umgebungslautstärke an

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen fanden beim Tokeh, einem nachtaktiven Gecko aus Südostasien, heraus, dass die Rufdauer in einer lauten Umgebung zunimmt. Die Lautstärke der Rufe änderte sich nicht; bei Umgebungslärm produzierten die Tiere jedoch mehr lautere Silbenanteile als in ruhiger Umgebung. Vokale Plastizität ist vermutlich aus der Notwendigkeit heraus entstanden, beim Kommunizieren auch gehört werden zu müssen, und das mehrmals unabhängig voneinander im Tierreich.

Hans-Günther Bauer während Kartierungen in den Alpen

Kampf gegen den Rückgang vieler Vogelarten

Rote Listen für mehr Vogelschutz

Hans-Günther Bauer kämpft seit mehr als 20 Jahren gegen den Rückgang vieler Vogelarten und setzt sich für mehr Wildwuchs in der Landwirtschaft, in Wäldern und Gärten ein. Wir sprachen mit dem Koordinator des nationalen Rote-Liste-Gremiums Vögel darüber, warum viele Vogelarten in Deutschland bedroht sind, wie regionale Konzepte greifen und internationale Zusammenarbeit aussieht.

Bonobos bei der gegenseitigen Fellpflege.

Kriegerische Auseinandersetzungen könnten Unterschiede erklären

Unterschiedliche Sozialstrukturen bei Schimpansen und Bonobos

Forscher des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Daten über mehrere frei lebende Schimpansen- und Bonobogruppen miteinander verglichen und herausgefunden, dass Schimpansen sich lieber mit Angehörigen ihres eigenen Geschlechts umgeben. Bonobos beider Geschlechter hingegen suchen am liebsten die Nähe zu weiblichen Tieren. Grund für diese Vorliebe sind die jeweils unterschiedlichen Kooperationsziele beider Tierarten.

Eingang der Vindija-Höhle in Kroatien, einer der Fundstätten, in denen die Wissenschaftler Urmenschen-DNA im Sediment nachweisen konnten.

Forscher können mit neuer Methode alte DNA aus Höhlensedimenten identifizieren

Urmenschen-Erbgut in Höhlensedimenten entdeckt

Obwohl es in Europa und Asien zahlreiche prähistorische Fundstätten gibt, die Werkzeuge und andere von Urmenschen verwendete Gegenstände enthalten, sind Skelettüberreste ihrer Schöpfer selten. Forscher vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben daher nach neuen Wegen zur Gewinnung von Urmenschen-DNA gesucht. Aus Sedimentproben von sieben archäologischen Fundstätten "fischten" sie winzige DNA-Fragmente verschiedener Säugetierarten – unsere ausgestorbenen menschlichen Verwandten inbegriffen.

einfach mal Pause machen...

Tagträume sind mehr als nur ein Fehler im System

Wenn wir mit unseren Gedanken von der eigentlichen Situation abschweifen, in der wir uns gerade befinden, werden solche Tagträume häufig als Aussetzer unserer Aufmerksamkeit abgetan. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und der Universität York in England haben nun herausgefunden, dass auch das Gegenteil der Fall sein kann: Wenn wir gezielt unseren Gedanken nachhängen, arbeiten bestimmte Hirnstrukturen sogar effektiver zusammen, die für unsere kognitive Kontrolle zuständig sind. Das könnte auch erklären, warum manche Menschen davon profitieren können, wenn sie ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Faserverbindungen im Gehirn eines vierjährigen Kindes

Forscher entdecken Hirnstruktur, die uns andere verstehen lässt

Der Fasciculus Arcuatus – die Verbindung macht’s

Im Alter von etwa vier Jahren beginnen wir plötzlich zu verstehen, dass andere etwas anderes denken als wir selbst. Was uns als Dreijährigen noch nicht gelingt, wird nun möglich - wir können uns in andere Menschen hineinversetzen. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig haben jetzt herausgefunden, dass dieser Meilenstein in unserer Entwicklung mit der Bildung einer entscheidenden Faserverbindung zusammenhängt: dem Fasciculus Arcuatus.

Mit Hilfe künstlicher neuronaler Netze wollen Neurobiologen den Schaltplan des Gehirns entschlüsseln.

Neurobiologen programmieren neuronales Netz zur Schaltkreisanalyse des Gehirns

Mit Künstlicher Intelligenz das Gehirn verstehen

Wie entsteht Bewusstsein? Die Antwort auf diese Frage, so vermuten Forscher, steckt in den Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Leider ist jedoch kaum etwas über den Verbindungsschaltplan des Gehirns bekannt. Der Grund dafür ist nicht zuletzt ein Zeitproblem, denn das Aufspüren von Verbindungen in gewonnenen Daten würde viele Menschenleben an Arbeitsstunden benötigen, da bisher kein Computer die Zellkontakte zuverlässig genug identifizieren konnte. Dies wollen Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie in Martinsried nun mit Hilfe künstlicher Intelligenz ändern. Sie haben mehrere künstliche neuronale Netze so trainiert, dass nun eine enorm beschleunigte Rekonstruktion von Nervenzellschaltplänen möglich ist.

Komplexe Markierung für die DNA-Reparatur

Studie offenbart "blinde Flecken" in der Wissenschaft

DNA-Reparatur: ein neuer Buchstabe im Zellalphabet

Das Erbgut in unseren Zellen muss ständig repariert werden, um die Entstehung von Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, zu verhindern. Dafür schickt die Zelle "Reparatur-Proteine" zu den geschädigten Bereichen der DNA. Um diese zu steuern, haben Zellen ein präzises Alphabet entwickelt. Jetzt haben Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für Biologie des Alterns einen neuen Weg entdeckt, wie ein Buchstabe dieses Zellalphabets mit Proteinen verknüpft wird. Diese neue Proteinmodifikation, genannt Serin-ADP-Ribosylierung, wurde jahrzehntelang von Wissenschaftlern übersehen. Daher offenbart diese Studie auch, wie in der Wissenschaft "blinde Flecken" entstehen können.