Psychologie

Exkommunikation: Wie die katholische Kirche auch heute noch versucht, den freien Willen gläubiger Menschen zu brechen

Im Arsenal der katholischen Strafen markiert die Exkommunikation, gemeinhin als Kirchenbann tituliert, den absoluten Tiefpunkt. Für den atheistischen Geist mag dieses Instrument der Disziplinierung ebenso irrelevant erscheinen wie die Frage, ob sich in exakt 1.000 Jahren zur Mittagszeit irgendwo in China ein mit Reis befüllter Sack unter dem Einfluss eines heftigen Windstoßes für eine Zehntelsekunde um 0,01 Zentimeter in südlicher Richtung neigen wird. In die Psyche eines tiefgläubigen Menschen schneidet die Exkommunikation hingegen tief ein und erweckt bei ihm existentielle Ängste.

Die Wissenschaft des Prokrastinierens

Prokrastination, das willentliche und schädliche Aufschieben von Aufgaben, kennt viele Formen. Mithilfe einer mathematischen Theorie klassifiziert Sahiti Chebolu vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik ihre verschiedenen Arten und untersucht die dahinterstehenden Ursachen. Ihre Erkenntnisse könnten dabei helfen, Bewältigungsstrategien individuell maßzuschneidern.

Zum Leben verdammt

Zwei Ärzte wurden wegen Totschlags angeklagt, weil sie Suizidhilfe bei einem psychisch kranken Menschen geleistet hatten. Am 1. Februar wurde der Psychiater und Neurologe Dr. Johann F. Spittler vom Landgericht Essen zu drei Jahren Haft verurteilt. Am 8. April lautete das Urteil des Landgerichts Berlin im Fall Dr. Christoph Turowski ebenfalls drei Jahre Haft. Ulla Bonnekoh versucht für den hpd eine Einordnung.

Orang-Utans

Haben Affen Humor?

Bereits im Alter von acht Monaten beginnen Babys spielerisch andere zu necken. Da für dieses Verhalten keine Sprache erforderlich ist, ist es naheliegend, dass ähnliche Formen des spielerischen Neckens möglicherweise auch im Tierreich zu finden sind. Jetzt haben Kognitionsbiologen und Primatologen spielerisches Necken bei allen vier Menschenaffenarten dokumentiert. Da alle vier Menschenaffenarten spielerisches Necken zeigen, ist es wahrscheinlich, dass sich die Voraussetzungen für Humor vor mindestens 13 Millionen Jahren in der menschlichen Abstammungslinie entwickelt haben.

Lässt man Menschen zuvor an Gott denken, sind sie empfänglicher für KI-Empfehlungen

Trotz der überlegenen Leistungsfähigkeit von Künstlicher Intelligenz (KI) in vielen Bereichen wie Logistik, Verkehrssteuerung und Gesichtserkennung, zeigen Menschen oft eine Vorliebe für Empfehlungen von menschlichen Experten. Eine jüngst veröffentlichte experimentelle Studie legt nahe, dass die Akzeptanz von Empfehlungen durch KI beeinflusst werden kann, wenn man Menschen zuvor an Gott denken lässt.

Elternschaft - eine Persönlichkeitsfrage

Der Geburtenrückgang in vielen Industriestaaten seit Mitte der 1950er-Jahre ist unter anderem auf einen Wertewandel zurückzuführen. Menschen entscheiden individueller, ob sie Kinder haben wollen oder nicht. Welche Rolle dabei Persönlichkeitsmerkmale wie Empathie oder Extrovertiertheit spielen, hat Steffen Peters vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung untersucht.

Satan, Hölle, Apokalypse

Die Angst ist unser treuer Begleiter durchs Leben und hat viele Formen: Angst vor Krankheiten, Angst vor Unfällen, Angst vor dem Tod, die Angst, verlassen zu werden oder zu versagen. Die psychischen Ängste sind überlebenswichtig. Sie helfen, die Gefahren richtig einzuschätzen und die Risiken zu minimieren. Sie können gleichzeitig das Leben behindern: Wenn wir überängstlich reagieren, werden wir zu Sklaven der Angst.

Vorurteile über andere Nationen befördern Korruption

Ob Menschen andere bestechen oder versuchen, sie zu bestechen, hängt davon ab, aus welchem Land das Gegenüber kommt. Die eigene Nationalität spielt hingegen nur eine nachgelagerte Rolle. Das zeigt ein großangelegtes Experiment von Forschenden der Universität zu Köln, der Universität Amsterdam und des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin.