Rezension

Das neue Buch von Carlos Fraenkel

"Mit Platon in Palästina"

BERLIN. (rps) Dieses Buch liest man mit Begeisterung, weil man entdeckt: Philosophie ist tatsächlich mehr als die allzu oft "abgehobene" Forschung und die elitäre Debatte in den notwendigerweise begrenzten Räumen der Universitäten.

Rezension

Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift in Neuedition

BONN. (hpd) Karl-Heinz Büchner u.a. haben Martin Luthers judenfeindliche Hetzschrift "Von den Juden und Ihren Lügen" neu herausgegeben und in heutiges Deutsch übertragen, wobei deutlich wird: Der Reformator forderte – mit Ausnahme der systematischen Ermordung – das Gleiche wie die späteren Nationalsozialisten. Bedauerlich ist, dass die Herausgeber es bei einem kurzen Vorwort belassen und kaum etwas zur Rezeptionsgeschichte schreiben.

Rezension

"Ausverkauf der amerikanischen Demokratie" – eine Warnung

BONN. (hpd) Der Publizist Josef Braml macht in seinem Buch "Auf Kosten der Freiheit. Der Ausverkauf der amerikanischen Demokratie und die Folgen für Europa" insbesondere auf den Einfluss der Wirtschaft auf die Politik in den USA aufmerksam. Informativ und sachlich entsteht dabei ein anschauliches Bild von den Erosionsprozesses, die auf eine Ersetzung der Demokratie durch Klientelpolitik hinauslaufen könnten.

Etwas schlicht, aber nicht unzutreffend

Kapitalismuskritik von Sahra Wagenknecht

BONN. (hpd) Die "Linken"-Politikerin Sahra Wagenknecht legt mit "Reichtum ohne Gier. Wie wir uns vor dem Kapitalismus retten" eine Kritik an der ökonomischen Entwicklung vor und plädiert darin für eine Wirtschaftsordnung fern von leistungslosem Einkommen. Einerseits macht die Autorin darin zutreffend deutlich, dass der Kapitalismus keineswegs mehr der Marktwirtschaft entspricht, andererseits zeigt sich aber auch, dass hier allzu oberflächlich und populärwissenschaftlich ohne klare Alternativen argumentiert wird.

Eine knappe Gesamtdarstellung in unterkühlter Form

"Die Flüchtlingskrise"

BONN. (hpd) Der Bremer Politikwissenschaftler Stefan Luft liefert in seinem Band "Die Flüchtlingskrise. Ursachen, Konflikte, Folgen" eine knappe Gesamtdarstellung zum Thema auf unter 130 Seiten. Angesichts der Aufgeregtheit der Debatte zum Thema fällt der sachliche und unterkühlte Ton positiv auf.

Rezension

Trübes Wasser und der helle Klang des Geldes

BERLIN. (hpd) Wer einmal in die Verlegenheit kommt, sein Konto leer zu sehen und gleichzeitig unverfroren genug, um mit der Dummheit und der Gutgläubigkeit Dritter Geld zu verdienen, kann sich mit einer Hand voller wissenschaftlich klingender Worte und ein paar Flaschen Wasser das leere Konto wieder auffüllen.

Funktionen rechtsextremistischer Geschichtsmanipulationen

"Opa war in Ordnung!"

BONN. (hpd) Der von den Politikwissenschaftlern Hans-Peter Kilguss und Martin Langebach herausgegebene Sammelband "'Opa war in Ordnung!' Erinnerungspolitik der extremen Rechten" enthält Beiträge zu den unterschiedlichsten Aspekten rechtsextremistischer Geschichtsmanipulation. Dabei werden anschaulich die konkreten Funktionen aufgezeigt und Anregungen zum pädagogischen Umgang gegeben, womit man es mit einer "runden Sache" zu tun hat.

Heiße Diskussionen und starke Emotionen

Macht – Roman von Karen Duve

BERLIN. (hpd) Als das Buch von Karen Duve in den Buchhandel kam, wurde es von ersten Rezensionen empfangen. Schnell landete der Roman auf Platz 15 der Spiegel-Besteller-Liste. Und die Wellen schlagen in ungewöhnlicher Weise hoch. "Richtig hoch", sagt der Verlag, es wird heiß diskutiert.

"Politische Theorie und Ideengeschichte" zur Einführung

BONN. (hpd) Die beiden Politikwissenschaftler Herfried Münkler und Grit Straßenberger legen mit dem Buch "Politische Theorie und Ideengeschichte" eine Einführung zum Thema vor, welche nicht in eine Aneinanderreihung von Klassikern sondern an einer Diskussion von Leitbegriffen orientiert ist. Die Kapitel zu den jeweiligen Fragen sind von hoher Sachkompetenz und Souveränität der Autoren geprägt, hätten aber gerade für eine Einführung mehr an Systematik und Zuspitzung bedurft.

Eine neue Mussolini-Biographie

"Der erste Faschist"

BONN. (hpd) Der Historiker Hans Woller legt mit "Mussolini. Der erste Faschist" eine ausführlichere deutschsprachige Lebensbeschreibung des italienischen Diktators vor. In manchmal zu lockerer Schreibe entwirft er ein anschauliches Bild, wobei den häufig ignorierten Schattenseiten auch im Bereich Antisemitismus und Rassismus größere Aufmerksamkeit gewidmet wird.