Terrorismus

Religionswissenschaftler Hartmut Zinser

Gott ist das Publikum

Denkt man an religiösen Terrorismus, denkt man an den Islam. Doch diese Schlussfolgerung ist zu kurz gegriffen, denn dualistische Weltbilder scheinen generell anfällig zu sein für Extremismus. Um eine seriöse Debatte über religiösen Terrorismus führen zu können, müssen zuallererst die Begrifflichkeiten erläutert werden. Was ist Religion? Was ist Terrorismus? Und wo liegt die Verbindung – wenn es sie denn gibt?

Muster des deutschen Personalausweises, Vorderseite

Terrorabwehr vs. Datenschutz

Nach Medienangaben will die Europäische Kommission alle 28 Mitgliedsstaaten dazu auffordern, Personalausweise und ähnliche Dokumente mit biometrischen Daten zu versehen. Dies soll der Terrorabwehr dienen. Datenschützer verurteilen diese Pläne.

Kiepenkerl Münster

Von einem Terrorakt, der keiner war

Am Samstag fuhr im westfälischen Münster ein Mann in eine Menschenmenge und erschoss sich danach selbst. hpd-Redakteurin Daniela Wakonigg lebt nur wenige hundert Meter vom Tatort entfernt. Sie hat die Stadt bemerkenswert gelassen erlebt – ganz anders als in den meisten Medienberichten zu lesen.

Rechtsterrorismus in Deutschland im Vergleich

Der Politikwissenschaftler Sebastian Gräfe nimmt in seinem Buch "Rechtsterrorismus in der Bundesrepublik Deutschland. Zwischen erlebnisorientierten Jugendlichen, 'Feierabendterroristen' und klandestinen Untergrundzellen" im Lichte des NSU einen systematischen Vergleich vor. Die Arbeit beeindruckt durch die intensive Aufarbeitung des Datenmaterials und die systematische Analyse über fünf Untersuchungskriterien.

Islamisierung der Radikalität?

Der bekannte französische Islamismus-Experte Olivier Roy legt in seinem Buch "'Ihr liebt das Leben, wir lieben den Tod'. Der Dschihad und die Wurzeln des Terrors" eine komprimierte Deutung zum Thema vor, welche in der Islamisierung der Radikalität die zentrale Ursache sieht. Man kann hier in komprimierter Form die Position eines bekannten Forschers zum Thema kennenlernen, wobei sie doch sehr stark in diese einseitige Richtung gehalten ist und den Ideologiebezug doch allzu sehr als austauschbaren Platzhalter versteht.

Omid Nouripour: "Was tun gegen Dschihadisten?"

Der Grünen Politiker Omid Nouripour erörtert in "Was tun gegen Dschihadisten? Wie wir den Teror besiegen können" einschlägige Gegenstrategien von der aktiven Präventionsarbeit bis zu militärischen Mitteln. Vieles ist richtig und wichtig, aber auch nicht neu und systematisch, was das Buch eher als allgemeine und erste Einführung empfehlenswert macht.

DITIB-Zentralmoschee in Köln

Ditib hat sich "als Teil der Zivilgesellschaft abgemeldet"

Am morgigen Samstag wollen unter dem Motto "Nicht mit uns" Muslime in Köln gegen islamistischen Terror und Gewalt demonstrieren. Zur Demo haben zahlreiche Verbände und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgerufen; initiiert wurde sie von der Islamwissenschaftlerin Lamya Kaddor und dem muslimischen Friedensaktivist Tarek Mohamad. Die Türkisch-Islamische Union Ditib verweigerte sich dem Aufruf zur Demo.

Salafisten im Kontext

Der Islamwissenschaftler Rüdiger Lohlker geht in seinem Buch "Die Salafisten. Der Aufstand der Frommen, Saudi-Arabien und der Islam" auf die Entwicklung des Salafismus im historischen, politischen, sozialen und theologischen Sinne ein. Das Buch ist als Gesamtdarstellung auf engem Raum konzipiert, bringt entsprechend komprimiert wichtige Inhalte, hätte aber noch ein Mehr an analytischen Einschätzungen verdient gehabt.

Der Himmelswahn

Der französische Psychologe Fethi Benslama schlägt einen anderen Ton an, wenn es darum geht, den Ursachen des islamischen Fundamentalismus auf den Grund zu gehen. In seinem Buch "Der Übermuslim" legt er die individual-psychologischen Ursachen für die Radikalisierung junger Muslime offen und fordert eine Abkehr von den immer gleichen Vorurteilen.