"Wir sind gegen Religion als Pflichtfach"

Der Sprecher der GBS-Regionalgruppe Mittelthüringen Maximilian Steinhaus hat der Jungen Welt ein Interview gegeben, in dem er fordert, dass Religion als Pflichtfach generell abgeschafft gehört.

"Wir sind für die strikte Trennung von Staat und Kirche und wenden uns nicht nur gegen Islamunterricht, sondern generell gegen Religion als Pflichtfach an Schulen. Auch gegen katholischen oder evangelischen Unterricht. Die Ausweitung auf den islamischen Religionsunterricht ist ein Schritt in die falsche Richtung. Es gilt, Religion an Schulen insgesamt abzuschaffen und für alle Schüler statt dessen einen gemeinsamen Ethikunterricht einzuführen, in dem die Werte der Demokratie und die Ausrichtung an unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung gelehrt werden."

Hintergrund für dieses Interview war unter anderem auch die Berichterstattung des hpd über die Idee, in Thüringen einen islamischen Religionsunterricht einzuführen.

"Wir sind enttäuscht, dass ausgerechnet eine Landesregierung einknickt, in der Die Linke mitwirkt. Schließlich hatte sie ein Wahlplakat mit der Aufschrift 'Glauben ist Privatsache. Für echte Trennung von Staat und Kirche' verklebt. Zu bedenken ist zudem: Ausgerechnet die Haltung des Erfurter Imams war bereits 2011 in der Kritik. Die Thüringer Allgemeine schrieb damals, die Sicherheitsbehörden seien vor allem wegen der Gäste besorgt, denen er in den Thüringer Gemeinden ein Forum biete. Fast wöchentlich komme es zu Veranstaltungen mit salafistischen Inhalten, etwa mit Prediger Pierre Vogel."

Quelle

Kommentare (7)

Reinhard (nicht überprüft)

Di. 27 Jan 2015 - 11:19

100% Zustimmung. Es wird langsam Zeit, dass sich der Homo sapiens! von all diesem religiösen Unsinn befreit.

Christian Steinle (nicht überprüft)

Di. 27 Jan 2015 - 12:58

Fraglich ob ein Ethikunterricht der eine bestimmte Säkulare Ideologie lehrt der Vielfalt an Lebensanschauungen gerecht werden kann. Da dies wohl eher nicht so ist, spricht sich beispielsweise der BfG Bayern sowohl gegen Religions- als auch Ethikunterricht in Schulen aus. (http://www.bfg-bayern.de/portal/by/%C3%BCber-uns)

Dem schliesse ich mich insofern an, als dass das Thema Demokratie und rechtliche Grundlagen unserer Gesellschaft bereits im Sozialkundeunterricht abgedeckt wird. Die Positionierung innerhalb des Rahmens den das Grundgesetz spannt ist Privatsache. Letztlich würde auch in einem Ethikunterricht der, wie dem Zitat aus dem Interview mit Miximillian Steinhaus zu entnehmen ist, mit der Absicht Werte zu vermitteln betrieben werden soll, eine bestimmte säkalure Ideologie unter Ausblendung anderer legaler und damit legitimer Weltanschauungen vermittelt.

Wolfgang Graff (nicht überprüft)

Di. 27 Jan 2015 - 13:42

Antwort auf von Christian Steinle (nicht überprüft)

Was an staatlichen Schulen im Ethikunterricht vermittelt wird, bestimmt der Staat. Die Gefahr einer einseitig ideologischen Ausrichtung sehe ich nicht.

Die Gefahr einer einseitigen Ausrichtung sehe ich durchaus auch wenn der Staat den Lehrplan bestimmt. <BR> Beispielsweise hat der Neoliberalismus unser Denken mittlerweile so geprägt, dass uns dies oft nicht mehr auffällt. So wird im Studium der Volkswirtschaft zwar Kapitalismus und aus historischen Gründen Marxismus gelehrt, aber Fragen Sie doch einmal einen Volkswirt oder auch Betriebswirt (denn auch dieser musste VWL studieren) nach Sylvio Gesell - vermutlich weiss er dazu nichts. Gleichwohl es sich dabei um ein wissenschaftliches Studium handelt wird es doch dominiert von der aktuell vorherrschenden Ideologie.<BR> Und genauso wie es in Sachen wirtschaftlicher Ideologien vorherrschende Strömungen gibt die fast ausnahmslos und unrefleketiert reproduziert werden ist es doch mit anderen Paradigmen die unser Denken bestimmen auch. Unser Grundgesetz läßt vieles zu was dem aktuellen Zeitgeist zuwieder laufen mag aber dennoch ebenso legal ist und möglicherweise die Toleranz der Mitmenschen herausfordert... und Du glaubst doch sicher nicht, dass in einem Lehrplan der Werte vermitteln will ebenfalls legale Minderheitenweltanschauungen gleichberechtigt mit dem aktuellen Zeitgeist gelehrt werden.<BR> Die Werteerziehung ist eine Sache die meiner Meinung nach ins Elternehaus gehört und durch die Sozialisation ergänzt wird. Wissen kann man einheitlich Lehren, da es eine gewisse Objektivität hat. Werte sind nicht Objektiv, sondern Ideologie die weder richtig noch falsch ist. Daher ist ein Unterricht der eine säkulare Weltanschauungen bestimmter Prägung lehrt eine Verkürzung des weltanschaulichen Pluralismus und eine Vereinheitlichung dessen was die Schüler glauben und verinnerlichen sollen. Damit ist dies keinen Deut besser als ein konfessioneller Religionsunterricht.

Ihre Brücke kann ich nicht nachvollziehen: Vom vielseitigen und neutralen Ethikunterricht hin zur liberalen Kaderschmiede (da geb ich Ihnen Recht). Vermutlich haben Sie keine Vorstellung vom Unterrichtsfach.
Was ich ebenfalls nicht verstehe:
Wenn Sie GEGEN einen einseitigen Unterricht sind, warum plädieren Sie dann FÜR Religionsunterricht?

David (nicht überprüft)

Di. 27 Jan 2015 - 18:21

Hmm, der Religionsunterricht hat mir ÜBER Religionen Wissen vermittelt.
Das Wissen ist m.E. wertvoll.

manfred fischer (nicht überprüft)

Mi. 28 Jan 2015 - 03:56

Leben wir nicht alle in einer Leistungsgesellschaft, die uns immer was von Außen abverlangt wird ....
Reli kann ein Impuls sein, bei uns selbst anzukommen.Das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten ....
Was ist denn daran so schlimm?

Manfred Fischer . Mannheim

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