Vier Jahre nach dem Tod von Jina Mahsa Amini:
„Frau, Leben, Freiheit“ bleibt ein weltweites Signal für Menschenrechte
Am 16. September 2022 starb die 22-jährige Jina Mahsa Amini in Teheran. Ihr Tod wurde zum Auslöser einer landesweiten Protestbewegung im Iran und machte den Ruf „Frau, Leben, Freiheit“ weltweit bekannt. Vier Jahre später ist dieser Ruf aktueller denn je: Er steht für den Kampf von Frauen gegen Unterdrückung, für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und die Achtung der Menschenwürde.
Foto: duncan cumming via Flickr CC BY-NC 2.0
Frauen im Iran setzen ihren Widerstand trotz Repression, Verhaftungen, Bedrohungen und Gewalt fort. Viele Aktivistinnen werden verfolgt und inhaftiert. Dennoch geben sie nicht auf.
„Wir stehen gegen patriarchale Unterdrückungsregime, die Menschen brutal niederschlagen und töten. Der Mut der Frauen im Iran darf nicht unsichtbar werden. Ihr Kampf für Freiheit, Gleichheit und Selbstbestimmung verdient unsere Solidarität und unsere Aufmerksamkeit“, erklärt Hourvash Pourkian, Vorstandsvorsitzende der Initiative International Women in Power.
Frauenrechte sind universelle Menschenrechte
Der Kampf um Frauenrechte endet nicht an den Grenzen des Iran. Auch in Europa bestehen patriarchale Strukturen und Formen der Diskriminierung fort. Zwangsheirat, Gewalt gegen Frauen und Einschränkungen der persönlichen Selbstbestimmung sind auch hier gesellschaftliche Herausforderungen.
Gleichzeitig bestehen in westlichen Demokratien weiterhin Lohnungleichheit und strukturelle Benachteiligungen. Care-Arbeit wird nach wie vor überwiegend von Frauen geleistet, häufig unbezahlt und gesellschaftlich unzureichend anerkannt. Frauen erleben zudem einen zunehmenden Widerstand gegen ihre Selbstbestimmung, ihre Sichtbarkeit und ihre politische Teilhabe. „Frauenrechte sind keine kulturelle Debatte. Sie sind universelle Menschenrechte – unteilbar und unverhandelbar“, so Pourkian.
Solidarität mit Frauen im Iran und in Afghanistan
Besonders besorgniserregend ist die Situation von Frauen und Mädchen im Iran und in Afghanistan. Entrechtung, Gewalt und Verfolgung zeigen, wie existenziell der Kampf für gleiche Rechte und persönliche Freiheit ist.
Wo Frauen ihre Freiheit verlieren, werden grundlegende Menschenrechte verletzt. Deshalb braucht es internationale Solidarität mit denjenigen, die sich gegen Unterdrückung stellen – unabhängig davon, wo sie leben. Die Initiative International Women in Power steht an der Seite der Iranerinnen, der Afghaninnen und aller Frauen, die sich nicht beugen und für ihre Rechte eintreten.
Vier Jahre nach dem Tod von Jina Mahsa Amini darf der Ruf „Frau, Leben, Freiheit“ nicht verstummen. Er erinnert uns daran, dass Freiheit, Gleichheit und Würde keine Privilegien sind, sondern Rechte, die allen Menschen zustehen. Freiheit beginnt dort, wo Frauen frei sind.