Protest für ein Ende der Käfighaltung

Gemeinsam mit Vier Pfoten, dem Deutschen Tierschutzbund, Provieh und Animal Society hat die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt am Mittwoch mit einer Protestaktion, Redebeiträgen und der Übergabe eines Offenen Briefes an ein Versprechen erinnert, das inzwischen fünf Jahre alt ist: Die Europäische Kommission wollte konkrete Gesetzesvorschläge vorlegen, um die Käfighaltung in der Europäischen Union schrittweise zu beenden.

Demo gegen Käfighaltung vor dem Brandenburger Tor
Demo gegen Käfighaltung vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Ausgangspunkt war die Bürgerinitiative „End the Cage Age“. Fast 1,4 Millionen Bürger:innen haben sie unterstützt, darunter 474.753 Menschen aus Deutschland. Daraufhin kündigte die Europäische Kommission am 30. Juni 2021 an, bis Ende 2023 entsprechende Gesetzesvorschläge vorzulegen. 

Diese zugesagte Frist ist damit seit 935 Tagen verstrichen.

Der Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt Mahi Klosterhalfen bringt es auf den Punkt: „Es braucht keine weiteren warmen Worte und keine neuen Versprechen. Es braucht Gesetze. In den kommenden Monaten muss die Europäische Kommission die angekündigten Gesetzesvorschläge vorlegen und damit den Ausstieg aus der Käfighaltung verbindlich einleiten. Daran entscheidet sich die Glaubwürdigkeit europäischer Politik – und ob sie den Werten gerecht wird, auf die sie sich beruft.“

Bereits vor drei Wochen waren zwei Mitarbeiter der Stiftung, Julia Malchow und Andreas Manz, anlässlich des Jahrestags des Kommissionsversprechens in Brüssel. Auch in zahlreichen weiteren europäischen Ländern fanden Proteste statt. Gemeinsam soll der Druck auf die Kommission erhöht werden, ihrer Zusage nun konkrete Taten folgen zu lassen.

Inzwischen hat die Europäische Kommission neue Zeitpläne angekündigt: Bis Ende 2026 sollen Vorschläge für Legehennen und Masthühner vorgelegt werden, Vorschriften zur Schweinehaltung sollen bis zum zweiten Quartal 2027 folgen. Das ist Bewegung in die richtige Richtung und dennoch nicht die umfassende Lösung, die 2021 versprochen wurde. 

Noch immer sind in der EU schätzungsweise rund 300 Millionen Tiere pro Jahr von Käfigen, Kastenständen oder vergleichbaren Haltungssystemen betroffen. Bislang fehlen jedoch konkrete Perspektiven für Kaninchen, Wachteln, Enten, Gänse und Kälber.

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt will die nächsten Schritte der Europäischen Kommission genau verfolgen und sich weiter dafür einsetzen, dass wirksame und umfassende Gesetzesvorschläge folgen.

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