Homöopathie ist Unsinn

Die Badische Zeitung fragt Christian Weymayr, den Autor des Buches "Die Homöopathie-Lüge", allen Ernstes: "Kann es nicht Heilmittel geben, die sozusagen über andere, der Wissenschaft unbekannte Wege wirken?"

Dem widerspricht Weymayr im Interview gekonnt: "Es ist seit Paracelsus ein durchgehendes Prinzip in der Medizin, dass ein Mittel stärker wirkt, wenn die Dosis erhöht wird, und schwächer, wenn sie erniedrigt wird. Warum dieses Gesetz gerade für die Homöopathie außer Kraft gesetzt sein soll, erschließt sich mir nicht. Abgesehen davon sind die Substanzen, die in der Homöopathie verwendet werden, ja oft noch nicht einmal unverdünnt als Wirkstoffe aktiv."

Er verwendet für die "Theorie" hinter der Homöopathie einen schönen Vergleich: "Im Prinzip ist das nichts anderes, als wenn ich ein Blatt Papier auf den Tisch lege und zwei Tage lang notiere, was in der Weltgeschichte passiert: Eine Wahl in Nordamerika, ein Umsturz in Afrika, ein Vulkanausbruch auf Sizilien. Und dann bei der nächsten Hungersnot daraus schließe, dass ich sie allein dadurch bekämpfen kann, dass ich einen leeren Umschlag auf den Tisch lege, in dem einmal dieses Blatt Papier gelegen hat. Ich denke, es leuchtet jedem schnell ein, dass das nicht funktionieren kann – aber genau das macht die Homöopathie."

Kommentare (4)

Doktor B. (nicht überprüft)

Do. 6 Nov 2014 - 09:20

Soweit ich weiß, ist die Datenlage zur Wirksamkeit der Homöpathie garnicht so eindeutig wie viele Naturalisten sich das wünschen. Ein guter Teil der Studien zeigt wohl nach einer der letzten Metaanalysen eine signifikante und Placebos überlegene Wirksamkeit. Das wäre zwar auch noch kein endgültiger Beweis, denn es gibt ja den berühmten Rosenthal-Effekt, nach dem die Studienleiter tendenziell eher das finden, was sie hoffen zu finden, aber die Humanisten und Skeptiker sollten doch eher zurückhaltend sein mit ihren Aussagen zur Homöopathie. Sonst verfallen sie selbst in die sonst von ihnen stets kritisierte Haltung "Es-kann-nicht-sein-was-nicht-sein-darf", anstatt die tatsächliche empirische Erfahrung sprechen zu lassen.

Es wäre doch extrem spannend, wenn Homöopathie wirksam wäre! Dann müssten wir unser Weltbild nochmal ganz neu durchdenken und könnten vielleicht völlig neue Einsichten gewinnen... Und solange keiner weiß, was BEWUSSTSEIN ist, halte ich vieles für möglich....

Aber das alles unter dem Vorbehalt meines Halbwissens bezüglich der Evidenz in Sachen Homöopathie ...

Jens Herbert (nicht überprüft)

Do. 6 Nov 2014 - 11:52

Antwort auf von Doktor B. (nicht überprüft)

"Humanisten und Skeptiker sollten doch eher zurückhaltend sein mit ihren Aussagen zur Homöopathie" - Weshalb das denn? Seit wann ist Aufklärung etwas, das man zurückhaltend schafft? Denn ganz anders als Sie vermuten ist die Datenlage zur Wirksamkeit der Homöopathie sehr wohl eindeutig: gegen diesen Schwindel.

Doktor B. (nicht überprüft)

Do. 6 Nov 2014 - 14:38

Antwort auf von Jens Herbert (nicht überprüft)

Ich habe es nochmal genauer nachgelesen: Es gab wohl schon eine Reihe signifikanter Studien und auch eine Metaanalyse, die eine Wirkung der Homöopathie (scheinbar) belegten. Bei genauerer Durchsicht der Daten und Ausscheiden aller methodisch schwachen Studien findet man aber offenbar keinen Effekt. Ernst (2002) analysierte mehrere Metaanalysen und kam zu dem Schluss, dass es keine Evidenz für die Homöopathie gibt. O.K., erst genauer informieren, dann Kommentare posten, mea culpa. ----------------- Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass man Aufklärung offensiv und mit Nachdruck betreiben sollte. Skepsizismus bedeutet immer aber auch, den eigenen Meinungen gegenüber skeptisch zu bleiben...

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