Menschenrechte

Nach Hungerstreik: Atheist in Ägypten festgenommen

Ahmed Harkan brach wegen seines Hungerstreiks zusammen. Das Foto zeigt ihn im Krankenhaus.

Der atheistische Blogger und Menschenrechtsaktivist Ahmed Harkan ist einer der bekanntesten Religionskritiker in Ägypten. Nun wurde er aufgrund seiner Meinungsäußerung festgenommen. Zuvor trat er wegen Repressalien in den Hungerstreik.

Seit mehreren Jahren setzt sich Ahmed Harkan für die Rechte nicht-religiöser Menschen in Ägypten ein. Er betreibt einen Video-Channel und hatte zahlreiche Auftritte in ägyptischen Talkshow, in denen er atheistische und humanistische Positionen vertrat. Aufgrund seiner religionskritischen Haltung war er immer wieder Repressalien und Angriffen ausgesetzt. 2014 überlebte er einen Attentatsversuch, bei dem er verletzt wurde. Statt Hilfe von der Polizei zu erhalten, wurde er zusätzlich wegen Blasphemie und "Diffamierung der Religion" angeklagt. 

Vor wenigen Tagen hatte sich seine Situation dramatisch zugespitzt. Harkan wollte aus Ägypten ausreisen, um seine Verlobte in Tunesien zu heiraten. Am Flughafen wurde er jedoch von den Sicherheitsbeamten festgehalten. Obwohl es keinen offiziellen Gerichtsbeschluss gab, hinderten sie ihn an der Ausreise und brachten ihn in Gewahrsam. Dort erfuhr er, dass angeblich seit 2016 ein Reiseverbot gegen ihn verhängt wurde – bloß weil er seine Meinung frei geäußert hatte. 

Die behördliche Willkür wollte Harkan nicht akzeptieren und trat vor neun Tagen in den Hungerstreik. Freunde versuchten, ihn von seiner Entscheidung abzubringen, doch dieser hielt daran fest: Entweder man erlaube ihm die Ausreise oder er werde so lange auf Nahrung verzichten, bis er stirbt. Kurz danach brach er erschöpft zusammen und wurde in ein Krankenhaus geliefert. Dort angekommen, beschlagnahmte die Polizei sein Handy und beschattete ihn. Ein Foto zeigt ihn, wie er sich in medizinischer Behandlung befindet.

Gestern Nacht wurde Harkan schließlich im Krankenhaus festgenommen. Das berichtet der deutsch-ägyptische Publizist Hamed Abdel-Samad gegenüber dem hpd, der seit mehreren Tagen mit ihm und seinen Angehörigen in Kontakt steht. Inzwischen ist der Kontakt zur Harkan abgebrochen. 

Abdel-Samad ruft indessen zur Unterstützung auf: "Ich bitte Journalisten und Politiker, sich diesem Fall anzunehmen. Ahmed Harkan wollte bloß seine Menschenrechte wahrnehmen. Dies darf ihm nicht verweigert werden. Er braucht nun unsere Solidarität!"


Kommentare (8)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 7 Nov 2019 - 16:47

Soweit mir bekannt, stand im Christentum auf Glaubensabfall zwar die Hölle, aber nie die Todesstrafe; immerhin. Der Iss'lahm ist da drakonischer.
Petition gezeichnet.

Nun ja im Christentum stand auf "Glaubensabfall" das Leugnen der Existenz des christl. Gottes schon die Todesstrafe durch Autodafe ........ das Christentum hatte Europa einst mit Gewalt und Blut erobert und Millionen Heiden auf dem Gewissen. Jetzt lassen sich die heutigen Christen aber nicht mehr mit "Himmel und Hölle" unter die Autorität der Regierenden stellen. Und da es für "Glaubensabfall" kein Autodafe mehr gibt, braucht man was Neues so mit Auspeitschen, Körperteile abhacken, steinigen und hängen um die Menschen wieder unter die Knute der Herrschenden zu zwingen...... da kommt, wie ich glaube, den Puppenspielern unserer Regierungsmarionetten doch der Islam gerade wie gerufen, oder? Damit das Völkchen auch genau so denkt wurde ja seit der "Wende" 1989 der Bilungsstand der Schüler und Studierenden sehr weit nach unten korrigiert und mitlerweile gibt es auch Strafen in der lustigen BRD, wenn man zb. seine Kinder als Heide oder Christ vom geplantem Moscheebesuch der Klasse ausnimmt. und der § 130 StGB ist auch wieder voll im kommen wenn man etwas gegen den Islam im allgemeinem sagt, schreibt oder verbreitet. Also ich glaube, wir werden es noch erleben dass die Männer Bart und die Frauen Burka tragen und 5 x am Tag "Allah nu mach ma" schreien.......

Ich werde lieber mit Odin in Walhalla saufen als mit Allah im Paradies auf dem Trockenem sitzen.
Der Sohn eines wahren Gottes trägt einen Hammer, keinen Turban und schon gar nicht sein eigenes Kreuz!

karl paulen (nicht überprüft)

Fr. 8 Nov 2019 - 12:48

Sich dieses Falles anzunehmen, ist selbstverständlich. Vielleicht könnte sich auch der Deutschandfunk (aus Religion und Gesellschaft,Tag für Tag) des Falles annehmen.

Ich möchte hpd - humanistischer pressedienst - darauf aufmerksam machen, dass in fünf Tagen, am Samstag 23. November 2019 in Frankreich wie in Deutschland jeweils vor der Botschaft des Staates Ägypten eine Solidaritätsaktion für den ägyptischen Atheisten, Ex-Muslim, Religionskriker und Menschenrechtsaktivisten Ahmed Harqan stattfindet, dessen Hungerstreik schon 19 Tage andauert.

__

Paris
Rassemblement en Solidarité Avec Le Blogueur Ahmed Harkan
16:00 bis 17:00 · Place des États-Unis · 75116 Paris

__

Berlin
Solidaires avec Ahmed Harkan
13:00 bis 14:00 · Stauffenbergstraße 6 - 7 · 10785 Berlin

__

Auch in Tunesien soll an diesem Tag eine kleine Demo für Ahmed Harqan stattfinden.

__

Pro Ladinia organisiert das Treffen in Berlin.

__

Q u e l l e n

https://twitter.com/AhmedHarqan/status/1196372980231741441

https://www.facebook.com/100024767852755/posts/552748045560786/

https://www.facebook.com/100024767852755/posts/552399642262293/

https://www.facebook.com/events/730685937436978/

Pro Ladinia

https://www.facebook.com/pro.ladinia

Florian Chefai

Hier sollte eine kurze Beschreibung des Autors bzw. der Autorin stehen. Die Autoren sind noch nicht angelegt, weil im Rahmen der Migration diese Daten nicht zuverlässig aus dem Freitext-Inhalt zu extrahieren sind.

Weitere Artikel des Autoren
Unterstützen Sie uns auf Steady!

Mehr lesen über:

Verwandte Artikel