Berlin führt "Tag gegen Islamfeindlichkeit" ein
Amtliche Diskursverschiebung
Foto: © Abghs, WIkipedia CC BY-SA 4.0
Die schwarz-rote Senatskoalition in Berlin hat den 15. März zum "Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit" gemacht. Diese Fokussierung auf eine einzelne diskriminierte Gruppe bringt auch die Gefahr mit sich, dass jegliche Islamkritik als Islamfeindlichkeit delegitimiert wird.
Gruppen, die mit der Feindlichkeit anderer konfrontiert sind, gibt es viele auf der Welt: Frauen werden in vielen Staaten unterdrückt, Juden verfolgt, Arbeiter versklavt und ausgebeutet, Christen drangsaliert, Homosexuelle mit dem Tod bedroht – und ja, auch Muslime sind mit massiver Ablehnung konfrontiert. Meistens durch andere Muslime, die entweder einer anderen Glaubensrichtung angehören oder von Strenggläubigen auf den angeblich rechten Weg gezwungen werden sollen, aber natürlich auch von Christen, Hindus und Atheisten. In Berlin soll künftig am 15. März an sie erinnert werden, dem "Internationalen Tag gegen Islamfeindlichkeit". Außerdem soll – so will es der schwarz-rote Senat der Hauptstadt – bis zum selben Datum durch die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung ein Eckpunktepapier zur Prävention von Islamfeindlichkeit erarbeitet werden. Das soll in enger Zusammenarbeit mit der "Expert*innenkommission antimuslimischer Rassismus Berlin" entstehen. Auch Christen, Juden, Buddhisten und Atheisten können von Islamfeindlichkeit betroffen sein, wenn sie als "Muslime gelesen" werden, ohne welche zu sein, wie es in einem von der Gruppe veröffentlichten Papier heißt. NGOs sollen nach dem Willen des Senats von der Finanzierung "konkreter Maßnahmen für Prävention und Sensibilisierung" profitieren.
Der "Internationale Tag gegen Islamfeindlichkeit" erinnert an den 15. März 2019, als in Neuseeland bei Attentaten auf zwei Moscheen in Christchurch durch den aus Australien stammenden Rechtsterroristen Brenton Tarrant 51 Muslime ermordet wurden. Die UN beschloss den Gedenktag auf Initiative von mehr als 60 islamischen Ländern. Darunter waren Staaten wie Pakistan, die Türkei und Saudi-Arabien, in denen Juden, Homosexuelle, ethnische Minderheiten und Christen mal mehr, mal weniger offen verfolgt und diskriminiert werden. Recep Tayyip Erdoğan nutzte damals den Anschlag, um dem Westen einen Kreuzzug gegen die Türkei vorzuwerfen, sein Koalitionspartner MHP drohte, die Kreuzritter im eigenen Blut zu ersäufen. Die Erinnerung an den Anschlag wird also genutzt, um den gesamten Westen anzugreifen. Das sieht auch die Ethnologin Susanne Schröter so, die der Welt sagte: "Die gesamte Kampagne gegen Islamfeindlichkeit, antimuslimischen Rassismus hat vor allem ein Ziel: jegliche Kritik am Islamismus zu delegitimieren." Jede Art der Kritik – ob es um den problematischen Ehrbegriff in manchen Communitys gehe, um Kriminalität, Islamismus – alles werde automatisch unter Islamfeindlichkeit subsumiert.
Und die ist nicht Berlins größtes Problem: Seit dem 7. Oktober werden in der Hauptstadt Juden bedroht und geschlagen, müssen Synagogen noch stärker als zuvor bewacht werden. Geht die Polizei gegen antisemitische Demonstrationen vor, wird ihr antipalästinensischer Rassismus vorgeworfen. Zusammen mit autoritären Linken stellen Muslime die große Mehrheit der Demonstranten. Ebenso berichten Homosexuelle davon, von Muslimen bedroht zu werden, aber weder für Juden noch Schwule und Lesben soll es einen Gedenktag geben. Der Grund dafür ist klar: Bei Wahlen spielen beide keine große Rolle. Bei den Muslimen ist das anders – sie stellen je nach Schätzung an die zehn Prozent der Bevölkerung, und die Linke konnte mit Parolen gegen Israel vor allem bei jüngeren Muslimen Stimmenzuwächse erzielen.
Mit dem populistischen "Tag gegen Islamfeindlichkeit" trägt die schwarz-rote Koalition in Berlin zu einer Diskursverschiebung bei, die eine Diskussion über den Zusammenhang der islamischen Religion und der von ihr geprägten Verhaltensmuster verhindern will. Gewinner werden die Islamisten und die AfD sein – die einen, weil sie Kritik künftig mit staatlichem Siegel als Islamfeindlichkeit abtun können; die anderen, weil sie sich über eine Verengung des Debattenrahmens beklagen können.

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Was ich schon immer sage,
Was ich schon immer sage, Religionen, egal welcher Richtung fordern nur Kriege und Zwist heraus, eine Welt ohne jegliche Religion, sondern mit realer Vernunft wäre das beste für
die Welt und die Menschheit, solange diese nicht dahin kommt, wird es immer Mord und Totschlag geben, sinnloser Weise nur weil jede Religion die einzig richtige sein will? ist es das wert? das dafür Kriege entstehen? ist die Menschheit wirklich so Dumm?oder gibt es noch Hoffnung für ein friedliches, religionsfreies zusammenleben der Nationen.
Wir schreiben das Jahr 2026
Wir schreiben das Jahr 2026 und in Berlin wollen Steinzeitpoliter, dass man freundlich sein soll, gegenüber denjenigen die uns Ungläubige vernichten wollen. Wie krank ist das denn? Wenn man etwas einführen muss, ist es der Tag der Religionslosigkeit, verbunden mit der Abschaffung selbiger. Damit endlich vielleicht Frieden einkehrt.
Sie haben recht: Dass man
Sie haben recht: Dass man jedermann gegenüber freundlich sein solle, sogar Muslimen gegenüber, ist wahrscheinlich zuviel verlangt. Ich denke: Für den Anfang reicht es, wenn man darauf verzichtet, seine Mitmenschen zu erschießen:
nicht in der Moschee, wie in Neuseeland geschehen, nicht in der Shisha-Bar wie in Hanau, nicht in ihrem Kleingewerbe, wie durch den NSU, und auch nicht im Vorübergehen auf der Straße, wie den armen Burak Bektaş am 5. April 2012 in Berlin-Neukölln.
An SG aus E.
An SG aus E. Bedauerlicherweise haben Sie meine Intention nicht verstanden. Die Fälle die Sie aufzählen wäre ohne Religion niemals passiert. Deutschland ist ein säkularer Staat, vergessen nur viele Politiker. Der Religionsunterricht an Staatlichen Schulen ist nach meiner Auffassung rechtswidrig, weil Form der Indoktrination. Die Einführung eines Tages gegen Islamfeindlichkeit, ist mit Blick z.B. auf die Ereignissen im Iran reiner Hohn.
Nach dem Lesen des Artikels
Nach dem Lesen des Artikels habe ich chatgpt (Go Version) gefragt:
"Von wem wurde im Berliner Senat der 15.03. als Tag gegen Islamfeindlichlkeit besonders vorangetrieben?"
Antwort:
"Im Berliner Senat wurde der 15. März als „Internationaler Tag gegen Islamfeindlichkeit“ besonders vom Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und der **SPD-Politikerin Cansel Kızıltepe, die als Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung zuständig ist, vorangetrieben und offiziell beschlossen. Beide haben den Beschluss am 9. Dezember im Zusammenhang mit dem Berlin-Abgeordnetenhaus vorgestellt und unterzeichnet.
Zusätzlich spielte Raed Saleh (SPD) als Vorsitzender der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus eine wichtige Rolle bei der Initiierung des Antrags im Parlament, der dem Senat den Auftrag gab, den Tag einzuführen und umzusetzen."
Daraufhin habe ich nachgefragt:
"Gilt der "Tag gegen Islamfeindlichkeit" nur für Berlin oder für ganz Deutschland?"
Antwort:
Kurzfassung: Der „Tag gegen Islamfeindlichkeit“ gilt bundesweit (und international) – Berlin begeht ihn nur zusätzlich auf Landesebene.
International & bundesweit
Der 15. März ist von den Vereinte Nationen als
„Internationaler Tag zur Bekämpfung von Islamfeindlichkeit“ ausgerufen worden (seit 2022).
Damit ist der Tag kein Berliner Sonderweg, sondern:
international anerkannt und für ganz Deutschland relevant
vergleichbar mit anderen UN-Gedenktagen (z. B. gegen Rassismus oder Antisemitismus)
Der Bund kann ihn politisch aufgreifen (z. B. durch Statements, Veranstaltungen, Förderprogramme), muss aber nichts formell „einführen“.
Berlin-spezifisch
Der Berliner Senat hat beschlossen, den 15. März landespolitisch aktiv zu begehen – also:
offizielle Veranstaltungen
Öffentlichkeitsarbeit
Einbindung in Integrations-, Antidiskriminierungs- und Bildungsarbeit
Das bedeutet: bindend nur für das Land Berlin
andere Bundesländer können, müssen aber nicht nachziehen"