Missbrauch

Austritts-Lawine nach dem Missbrauchsgutachten

Es ist eine "Bilanz des Schreckens", ein Dokument des Wegsehens und Vertuschens – und das inmitten der Institution, die so gern Deutungshoheit in Fragen der Moral beansprucht. Die Veröffentlichung des Münchner Missbrauchsgutachtens vor gut einer Woche, am 20. Januar, ließ bei Gläubigen auch die letzten Illusionen über die Vertrauenswürdigkeit "ihrer" Kirche verpuffen. Für nicht wenige war es der entscheidende Anstoß, der Institution auch formal den Rücken zu kehren.

2005 titelte die Bild: "Wir sind Papst!", heute müsste es heißen: "Wir sind schuldig!"

Protestbündnis demonstriert gegen die unzureichende Unterstützung für Missbrauchsbetroffene durch Kirche, Politik, Justiz und Gesellschaft

"Wir sind schuldig!"

Die Giordano-Bruno-Stiftung, der Bund für Geistesfreiheit München und das "Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen" demonstrieren mit der Großplastik "Der Hängemattenbischof" und der adaptierten Bild-Schlagzeile "Wir sind schuldig!" am 27. Januar in München. Außerdem werden symbolisch 26 Aktenkartons an die Staatsanwaltschaft übergeben, um auf deren fehlenden Ermittlungseifer hinzuweisen.

Kommentar

Haben Kinder Spaß am Sex mit Priestern?

Bevor Sie mich steinigen: Diese Frage stelle nicht ich, sondern ein katholisches Bistum in Polen, das sich derzeit mit der Schmerzensgeldklage eines Missbrauchsopfers konfrontiert sieht. Was in den Köpfen katholischer Funktionäre vorgeht, kann einen wirklich nur noch in Staunen versetzen. Ein Kommentar.

Der "Hängemattenbischof" auf dem Marienplatz

gbs demonstrierte drei Tage gemeinsam mit kirchlichen Reformgruppen in München

"Nehmt den Kirchen die Aufarbeitung aus der Hand!"

Vergangenen Donnerstag wurde in München ein neues Missbrauchsgutachten für die dortige Diözese vorgestellt, kritisch begleitet von einer Aktion des Aktionsbündnisses Betroffeneninitiativen gemeinsam mit der Giordano-Bruno-Stiftung und kirchlichen Reformbündnissen.