Es ist eines der berühmtesten Gedankenexperimente: Man nehme eine unendliche Anzahl Affen, die unendlich lange auf Tastaturen hauen – und irgendwann werden sie die gesamten Werke Shakespeares geschrieben haben. In metaphysischen Diskussionen wird das "Infinite Monkey Theorem" häufig angeführt um zu zeigen, dass die Existenz des Universums mit seinen fein abgestimmten Naturgesetzen eben kein Beweis für die Existenz eines intelligenten Schöpfers ist, sondern durchaus auch zufällig entstanden sein kann. Wenn man lange genug wartet, dann wird auch im größten Chaos ein Gebiet entstehen, in dem Ordnung herrscht.
Aber wie unwahrscheinlich ist es genau, dass sich die Werke Shakespeares aus dem wilden Tippen von Affen ergeben? Dies haben sich im Jahr 2024 zwei australische Mathematiker, Stephen Woodcock und Jay Falletta, gefragt und sich näher mit dem "Finite Monkey Theorem" auseinandergesetzt. Wie der Name schon sagt, hat man es hier – anders als im ursprünglichen Gedankenexperiment – mit einer endlichen Anzahl Affen und einer endlichen Zeitspanne zu tun.
Die Forscher entschieden sich für Schimpansen, da diese am nächsten mit dem Menschen verwandt sind. Wenn ein Schimpanse sein ganzes Leben lang (1 Milliarde Sekunden oder etwas mehr als 30 Jahre) ununterbrochen auf die Tastatur haut, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass er ein bestimmtes Wort beziehungsweise einen bestimmten Text schreibt? Wenn es nicht nur einer ist, sondern alle 200.000 weltweit zurzeit lebenden Schimpansen, die ihr ganzes Leben lang tippen? Und wie hoch die Wahrscheinlichkeit, dass die Affenpopulation (angenommen, sie bleibt konstant bei 200.000) es vor dem Hitzetod des Universums in 10 hoch 100 Jahren schafft?
Natürlich hängt dies stark von der Länge der geforderten Phrase ab. Um "bananas" zu schreiben, müsste grob 2,2 mal 10 hoch 10 (22.000.000.000) Mal auf die Tastatur gehauen worden sein (man geht von einer Tastatur mit 30 Tasten aus, wie sie im englischen Sprachraum üblich ist). Die Wahrscheinlichkeit, dass ein einzelner Schimpanse selbst so ein einfaches Wort in seiner Lebenszeit schafft, liegt bei grob 0,05, also 5 Prozent. Wenn man aber alle Schimpansen zusammen nehmen würde, würden sie es mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 (also ganz sicher) schaffen.
Nun ein etwas längerer Satz: "I chimp, therefore I am" ("Ich affe, also bin ich"). Hierfür bräuchte man statistisch gesehen 9,4 mal 10 hoch 33 Anschläge auf der Tastatur. Die Chance, dass ein einziger Affe es in seiner Lebzeit schafft, wird mit 10 hoch minus 25 angegeben; auch die Wahrscheinlichkeit für alle jetzt lebenden Schimpansen zusammen beträgt gerade einmal 2 mal 10 hoch minus 20, liegt also immer noch fast bei null. Wenn man aber die 200.000 Schimpansen bis zum Hitzetod des Universums arbeiten lassen würde, hat man wieder die Wahrscheinlichkeit von 1 (also ziemlich sicher), dass sie irgendwann den entsprechenden Satz tippen würden.
Woodcock und Falletta nehmen noch weitere Texte als Beispiel, bis sie sich den Werken von William Shakespeare zuwenden. Diese bestehen aus 884.647 Wörtern – hierfür müssten die Affen etwa 10 hoch 7.448.366 (eine 1 mit 7.448.366 Nullen) Mal auf die Tasten drücken.
Dass ein einzelner Affe dies schafft, dafür beträgt die Wahrscheinlichkeit gerade mal 10 hoch minus 7.448.357. Auch für alle Schimpansen zusammen wäre es nur 2 mal 10 hoch minus 7.448.352. Und die Wahrscheinlichkeit, dass eine konstante Schimpansen-Population von 200.000 es durch wildes Herumtippen schafft, vor dem Hitzetod des Universums das Gesamtwerk Shakespeares zu schreiben? Diese Wahrscheinlichkeit wird mit lediglich 6,4 mal 10 hoch minus 7.448.254 angegeben. Auf gut Deutsch: verdammt unwahrscheinlich.
Sollten wir also doch die Existenz eines intelligenten Schöpfers annehmen?
Was folgt daraus? Wenn es so unwahrscheinlich ist, dass aus Chaos Ordnung entsteht, sollten wir doch die Existenz eines intelligenten Schöpfers annehmen? Ein religiöser Mensch, der die Berechnungen von Woodcock und Falletta sieht, könnte schnell zu dem Schluss kommen, hierin doch eine Art Gottesbeweis zu sehen. Dies ist aber etwas voreilig. Was besagt das ursprüngliche Gedankenexperiment? Dass auch ohne Planung aus Chaos Ordnung entstehen kann, wenn man nur lange genug wartet beziehungsweise unendlich große Ressourcen zur Verfügung hat.
Und was besagt das Gedankenexperiment von Woodcock und Falletta? Es benutzt konkrete Zahlen (also endliche Angaben), um besser zu veranschaulichen, wie gering die Wahrscheinlichkeit ist. Aber es ist ein riesiger Unterschied, ob die Wahrscheinlichkeit sehr, sehr, sehr nahe an Null ist, also etwas sehr unwahrscheinlich, oder ob die Wahrscheinlichkeit tatsächlich bei Null liegt, die Sache also unmöglich ist.
Betrachten wir ein paar Beispiele aus den Naturwissenschaften, die gerne als Argumente für Fine Tuning eines intelligenten Schöpfers angesehen werden:
Wäre die Gravitationskonstante nur etwas größer, wäre die Materie nach dem Urknall sofort wieder kollabiert, wäre sie etwas schwächer, gäbe es keine Bindungskräfte, sodass sich Materie nicht sammeln würde. Das Universum wäre also entweder sofort wieder vernichtet worden oder bestünde nur aus sehr dünnem Nebel.
Wäre die Kernkraft (die im Atomkern Protonen und Neutronen zusammenhält) nur etwa 0,5 Prozent stärker, würde nur Wasserstoff existieren, dessen Kern nur aus einem Proton und keinem Neutron besteht. Wäre die Kraft nur 0,5 Prozent schwächer, gäbe es keine stabilen Atomkerne. Es gäbe im Universum also entweder nur Wasserstoffatome oder gar keine Atome.
Wäre das Verhältnis von Protonen- zu Elektronenmasse nicht 1:1.836, sondern nur ein bisschen anders, könnten sich Atome ebenfalls nicht stabil binden.
Es gibt noch zahlreiche weitere Beispiele, die ich hier nicht alle erwähnen will. Jede dieser feinen Justierungen ist sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich. Zusammengenommen sind sie erst recht sehr, sehr, sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich. Ich habe nicht nachgerechnet, aber ich behaupte: deutlich unwahrscheinlicher, als dass die 200.000 Schimpansen bis zum Hitzetod des Universums Hamlet, Romeo und Julia und Co. geschrieben haben werden. Aber eben nicht unmöglich.1
Eine andere Art der Ehrfurcht durch die Naturwissenschaften
Man kann das ganze auch anders sehen. Anstatt angesichts der riesigen Unwahrscheinlichkeit unserer Existenz auf einen intelligenten Schöpfer zu schließen, kann man durch die Naturwissenschaften eine andere Art der Ehrfurcht erfahren: Zeigt nicht gerade die Tatsache, wie unwahrscheinlich die Existenz unseres Universums und somit der Menschheit ist, wie wunderbar das Leben sein kann? Macht nicht gerade das unser Leben so viel wert?
Man stelle sich vor, dass wir von einem Multiversum umgeben sind, voller Universen, in denen die Naturgesetze ein bisschen anders sind. Milliarden von Quadrilliarden von Quintilliarden von Universen, in denen kein Leben möglich ist – aber irgendwo dazwischen eben auch unseres. Genau wie das Wort "bananas" aus dem obigen Beispiel eine kleine "sinnvolle" Insel in unzähligen Seiten voller bedeutungslosen Buchstabenkombinationen wäre, wäre unser Universum ebenfalls nur eine kleine "genau richtig" abgestimmte Insel inmitten eines Multiversums voller "chaotischer" Universen, in denen kein Leben möglich ist. Wenn man so bedenkt, wie unwahrscheinlich unsere Existenz ist, muss man doch fast schon zwingend eine tiefe Ehrfurcht vor unserem Leben empfinden. Und somit auch ein Gefühl für seinen ungeheuren Wert bekommen.
1 Und selbst wenn das die Existenz eines Schöpfergottes beweisen würde (die deistische Position) würde daraus längst nicht folgen, dass dieser Gott auch ein persönlicher Gott ist, der in seine Schöpfung eingreift, Gebete erhört usw. Erst recht nicht, dass es sich hierbei um den christlichen, den islamischen oder sonst einen Gott handelt.







35 Kommentare
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Kommentare
Franz Edler am Permanenter Link
Es erstaunt mich immer wieder mit welcher Hartnäckigkeit „Intelligent Design“ geleugnet wird.
G.B. am Permanenter Link
Werter Herr Edler: Bitte lesen Sie doch einmal unvoreingenommen das Buch von Joachim Kahl mit dem Titel " Das Elend des Christentums" vielleicht geht ihnen, falls Sie noch in der Lage sind klar zu denken, ei
Ich fürchte aber, Sie sind derartig Indoktriniert daß sie das Buch überhaupt nicht verstehen können, oder Sie lehnen es per se ab derartige aufklärende Bücher zu lesen.
So werden Sie ein Opfer der Indoktrination lebenslang bleiben.
Franz Edler am Permanenter Link
Ja, jetzt kommt wieder die Indoktrinationskeule.
Sie sind ja nicht indoktriniert, sie haben sich das alles wahrscheinlich selbst beigebracht mit Ausnahme von Joachim Kahl.
G.B. am Permanenter Link
Na da bin ich aber gespannt, Sie wissen schon, daß es die Menschheit seit 500 000 Jahren gibt auf der Erde, aber den jetzigen Gott erst seit ca.
Übrigens ist unser Planet Erde schon zig Millionen von Jahren alt und die Menschheit dagegen
eine junge Spezies.
Ich erwarte von Ihnen nichts anderes als die üblichen Ablehnungen der Realität und das weiter Träumen von einem erfundenen Gott oder wie immer man dieses erfundene Wesen benennt.
Matt Sand am Permanenter Link
Ich bin doch sehr erstaunt, liebe(r) G.
Die Bibel überspannt einen Zeitraum von ca. dreitausend Jahren, das ist richtig. Wobei die Gottesvorstellungen sich im Laufe der Zeit gewandelt haben und auch die Bibel nur viele Ausschnitte vieler Weltbilder versammelt, nicht etwa ein über Jahrtausende konsistent gebliebenes einzelnes. Ein Mensch der frühen Bronzezeit würde sein Gottesbild in einem heutigen christlichen Gottesdienst womöglich nur schwer wiedererkennen, wenn überhaupt. Gottesvorstellungen sind dynamisch, wie gerade die Geschichte des Christentums zeigt. Darum geht es aber auch nicht: Denn die Kulturgeschichte des Menschen, der sehr viel jünger ist als der Planet oder gar das Universum, ist kein Argument gegen die Existenz eines Gottes (oder etwas, das man so nennen könnte). Immerhin ist es ein Argument gegen die unbedingte Gültigkeit einer bestimmten Gottesvorstellung, die deswegen allerdings auch nicht falsch sein muss.
Paul München am Permanenter Link
Gottesvorstellungen haben sich im Laufe der Zeit geändert - und wer eine andere Gottesvorstellung hatte als die jeweils "herrschende Meinung", wurde ausgegrenzt, oft verfolgt und drangsaliert.
Vor diesem Hintergrund sollten die Religiösen verschiedener Glaubensrichtungen endlich damit aufhören, sich gegenseitig in vielfältiger Weise das Leben schwer zu machen. Im nächsten Schritt sollten sie eingestehen, dass Gott nicht existiert oder sich zumindest völlig gleichgültig verhält. Dass er einst aus einer Wolke heraus oder aus einem brennenden Dornbusch gesprochen habe und seitdem sich nicht mehr gemeldet hat.
Franz Edler am Permanenter Link
Meine Gottes vorstellung fusst auf der Bibel, und die hat sich in den letzten fast 2000 Jahren nicht geändert. Geändert haben sich nur die Methoden die Bibel für eigene Zwecke zu missbrauchen.
Paul München am Permanenter Link
Ernsthaft, erzählen Sie uns doch bitte von Ihren Gotteserfahrungen.
Franz Edler am Permanenter Link
Ja, ich meine es auch ernsthaft.
Sehen sie sich mal die wöchentlichen Interviews auf ERF Talkwerk an.
Paul München am Permanenter Link
Haben Sie Interviews gegeben, oder wie ist das zu verstehen? Jedenfalls ist es in dieser Form keine Antwort.
G.B. am Permanenter Link
Meine agressive Haltung ist nichts anderes als Realitätssinn gegen die erfundenen Märchen
von Göttern weltweit, diese befrieden die Welt nicht, sondern sie spalten die Menschheit
behaupte ich, daß es KEINEN Gott real gibt sondern nur indoktrinierte Menschen welche auf diesen, von anderen Menschen erfundenen "Gott" aus Angst vor dem absoluten Lebensende
hereinfallen und sich an ein Leben nach dem Tod klammern, dies ist nicht real, sondern nur
eine Erfindung der Verkünder um Macht und Reichtum zu generieren, ist das so schwer zu verstehen? Jeder Mensch und jedes Tier lebt nur einmal auf dieser Erde und das ist auch gut so, damit hat jedes Wesen die Chance die Welt kennen zu lernen, und daraus das beste zu machen für sich und seine Mit-Lebewesen, aber ewig lebt auch diese Erde nicht und irgend wann muß auch diese sterben, das ist der ständige Kreislauf der Natur welchen wir nicht entrinnen können, da hilft auch kein erfundener GOTT.
Franz Edler am Permanenter Link
Ich möchte nur auf den eine Punkt antworten " ... diese befrieden die Welt nicht, sondern sie spalten die Menschheit permanent, da jede Konfession behauptet sie habe den einzig richtigen Gott ...".
Und übrigens habe ich die Gewissheit eines ewigen Lebens, weil der christliche Gott nicht erfunden wurde sondern lebt.
G.B. am Permanenter Link
Werter Herr Sand, es gibt kein Argument gegen ein erfundenes Wesen, noch NIE hat ein gesunder Mensch einen Gott gesehen oder gehört diese Erfindung dient nur den Erfindern,
für alle Mitmenschen wertvoll und realistisch zu gestalten, die Erfindung eines imaginären
Gottes verhindert das reale Leben und den Umgang mit sich selbst und seinen Mitmenschen
und stellt die Einmaligkeit jedes Individuums in Frage indem es ein Leben nach dem Tod manifestiert, was jeder realistische Mensch sofort als Lüge erkennen kann, nach dem Ableben eines Menschen gibt es real nur 2 Möglichkeiten, 1. zwei Meter unter der Erde verfaulen,2.
zu einem Häufchen Asche zu werden, das war es dann für die Krönung der Schöpfung.
Also verschwendet euer Leben nicht mit einer Lüge, sondern versucht das beste für alle draus zu machen und diesen unrealistischen Aberglauben endlich auf den Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen, da Leben wird dadurch zwar nicht einfacher aber wenigstens ohne Selbstbetrug ehrlicher, dadurch werden auch gedankliche Ideen frei welche bis dato von unrealistischen Aberglauben besetzt waren, denk mal darüber nach!
Franz Edler am Permanenter Link
O.k., das sehe ich im weswetlichen auch so.
Inseljunge am Permanenter Link
Intelligent Design ist keine wissenschaftliche Hypothese:
a) Sie nimmt einen unzugänglichen übernatürlichen Einfluss an, der
b) weder verifizierbar noch falsifizierbar ist und daher
Wahrscheinlichkeit: Bei solchen Problemlagen ist immer jeweils der
detaillierte Rechenweg offenzulegen, der zur Wahrscheinlichkeit der
natürlichen und zur Wahrscheinlichkeit eine göttlichen Schöpfung
führt; in jedem Fall ist geringe Wahrscheinlichkeit keine Evidenz für
die alternative Hypothese.
Feinabstimmung: Diese Hypothese setzt unbegründet den jetzigen
Zustand als Ziel eines Agenten voraus. Ferner wird unbegründet
unterstellt, dass z. B. die Naturkonstanten veränderlich sind und
auch tatsächlich justiert wurden.
Franz Edler am Permanenter Link
Lieber Inseljunge, woher stammt deiner Meinung nach die Information in der DNA?
Bevor du reflexartig antwortest: Bedenke es sind ca. 3,4 Milliarde Zeichen.
Inseljunge am Permanenter Link
Der Begriff "Information" setzt bereits das voraus, was eigentlich erst
zu zeigen wäre: einen Absender. (Vgl. Wikipedia:
einem Empfänger über einen Informationskanal vermittelt.')
Ansonsten gilt hier das Gleiche wie zuvor:
Intelligent Design der DNA ist keine wissenschaftliche Hypothese:
a) Sie nimmt einen unzugänglichen übernatürlichen Einfluss an, der
b) weder verifizierbar noch falsifizierbar ist und daher
c) die eigene Position nicht begründen kann.
Franz Edler am Permanenter Link
Du hast dich bemüht meine Frage nicht zu beantworten (was eigentlich erst zu zeigen wäre).
Wenn er sich nicht in deinem Sinne zeigt gibt es keinen Absender. Tolle Logik.
Inseljunge am Permanenter Link
Meine Antwort spielt überhaupt keine Rolle.
Niemand außer Ihnen spricht von Zufall.
Sie haben offenbar eine Antwort in Form einer Tatsachenbehauptung.
Das einzige was fehlt sind Ihre Belege für Ihre Behauptungen.
Was also haben Sie vorzuweisen, um eine Intelligenz, einen Absender,
insbesondere in Form genau Ihres (christlichen?) Gottes zu belegen?
Bedenken Sie: Nur weil ich keine Antwort gebe/habe, ist nicht zwingend
jede beliebig absurde Antwort automatisch richtig. So wie von zwei
Verdächtigen nicht automatisch der zweite als Täter überführt ist, weil
der erste ein Alibi hat.
Franz Edler am Permanenter Link
Ich habe angenommenm, das für sie der Zufall die Ursache der Information in der DNA ist.
Daraus folgt noch nicht zwangsläufig der Gott der Christen, aber es wäre der erste Schritt um darüber nachzudenken.
Inseljunge am Permanenter Link
Was Sie da angenommen haben, zeigt nur, wie unsinnig Ihre Vorurteile
sind. Außerdem bitte ich Sie, zu berücksichtigen, dass von "Information"
die ich nicht teile: natürlich darf es auch "Intelligenz" sein. Um das jedoch
ernsthaft in Erwägung zu ziehen, sollte es gute Gründe geben. Ich bin
weder Chemiker noch Biologe und habe keine Ahnung, wie RNA und DNA
genau entstanden sind, doch ich habe keinen Anlass einen übernatürlichen
Ursprung anzunehmen. Haben Sie denn genaue Erkenntnisse, welche "Intel-
ligenz" da am Werke war und wie genau sie es gemacht hat? Oder handelt
es sich um bloße Spekulation? Könnte es dann nicht auch jede beliebige
mythische Figur, z. B. ein DNA-Kobold gewesen sein, der die Basenpaare
und Chromosomen mit seinem alles durchdringenden, magischen Willen
planvoll zusammengezwungen hat?
Franz Edler am Permanenter Link
Also wenn sie in der DNA keine Information sehen, dann ist eine weitere Diskussion darüber sinnlos.
Inseljunge am Permanenter Link
Und schon wieder legen Sie mir eine Auffassung ins Hirn, die ich nicht habe.
Vielleicht ist ja für Sie der Hume'sche Wundertest nachvollziehbar: Solange
natürliche Erklärung annehmen. Da DNA durch Theorien aus Physik, Chemie
und Biologie erklärbar ist — und es zugleich nicht einen einzigen Hinweis
auf göttliches Wirken gibt, halte ich es für logisch zwingend eher von einer
natürlichen Entstehung auszugehen.
Franz Edler am Permanenter Link
" ... da DNA durch Theorien aus Physik, Chemie und Biologie erklärbar ist ..."
Ja, das kann man behaupten, ist aber falsch.
Inseljunge am Permanenter Link
"ist aber falsch" kann man auch behaupten. Vielleicht bringen Sie es
ja über sich, zu beweisen, dass DNA eine göttliche Schöpfung ist?
legung anderer Erklärungen ist kein hinreichender Beweis für die
Wahrheit der eigenen Erklärung. Das wäre ein Fehlschluss des falschen
Dilemmas. Aber das hatten wir ja schon ...
Sinapis am Permanenter Link
Eine Berechnung von "Wahrscheinlichkeiten" dafür, dass Naturkonstanten eben den Wert haben der sich bestimmen lässt und keinen anderen ,erscheint mir ähnlich abwegig und sinnlos wie die krampfhaften Versuche
Paul München am Permanenter Link
Herr Edler, googeln Sie doch mal nach "Unintelligent Design", das ist nicht nur eine Religionsparodie.
Zum Beispiel ein Nervenstrang, der bei der Giraffe einen fünf(!) Meter langen Umweg nimmt. Die "Gänsehaut" beim Menschen, erklärbar als ein Relikt aus der früher vorhandenen Behaarung des Rückens. Der sog. "blinde Fleck" im menschlichen Auge, an der Stelle, an der die Nerven das Auge verlassen. Bei manch anderen Lebewesen ist das Auge anders konstruiert, ohne diesen Fehler.
G.B. am Permanenter Link
Vergebliche Mühe Herr München, dieser Herr Edler ist tiefen indoktriniert und nicht fähig irgend eine Realität zu akzeptieren, für ihn ist alles von Gott gemacht und eine andere
Matt Sand am Permanenter Link
Was Herr Edler tatsächlich, zumindest in diesem Kommentarbereich, nie geschrieben hat, liebe(r) G. B. Er scheint an einen Schöpfer zu glauben und ihn auch für evident zu halten.
Franz Edler am Permanenter Link
Ja, wenn sie mir mal plausibel erklären können, woher die Information in der DNA stammt, dann reden wir weiter.
Carsten Ramsel am Permanenter Link
Es heißt Proteinbiosynthese und man lernt dies in der 9. Klasse der Realschule.
Franz Edler am Permanenter Link
Sie haben die Frage nicht verstanden. Es geht nicht darum wie ein Gen-Kopie erstellt wird, sinder woher die Information der Gene stammt.
Carsten Ramsel am Permanenter Link
Guten Tag, Herr Edler.
Auf das Beispiel der Giraffe des „unintelligent Designs“ wurden Sie schon höflich hingewiesen, und darauf gab es keinen Widerspruch. Anscheinend ist der intelligente Designer bei näherem Hinsehen nicht so intelligent, wie Sie meinen.
Ihrem „Argument“ zu liebe, nehme ich aber einmal an, es gebe einen Schöpfer. Wie darf er denn Ihrer Meinung aussehen? Trinitarisch, ein regionaler Wettergott, Allah, das Fliegende Spaghettimonster oder reicht der platonische Demiurg. Was Sie in völliger Inbrunst ihrer Überzeugung übersehen, ist folgendes: Selbstverständlich kennen wir aus der Religionsgeschichte Götter, die als Schöpfergott verehrt werden. Sie werden allerdings in erster Linie als Erlösergott oder wegen seiner Barmherzigkeit verehrt und erst dann als Schöpfergott.
Ein intelligenter philosophischer Schöpfergott, der als sparsame Erklärung für ihre Behauptung des „intelligenten Designs“ völlig ausreicht, wurde hingegen nie verehrt. Das liegt daran, dass dem philosophischen Schöpfergott der Mensch völlig egal sein kann, während religiöse Menschen glauben, dass ihr Gott etwas ganz besonderes mit ihnen und dem Menschen vor hat.
Franz Edler am Permanenter Link
Zur Giraffe habe ich übrigens geantwortet, das haben sie übersehen.
Der Rest ist eine wirre Aufzählung der Götterwelt aus der Religionsgeschichte.
Wenn man Jesus kennt braucht man das nicht mehr.
Matt Sand am Permanenter Link
Die Fußnote ist hier wohl das Entscheidenste: Das zufällige Entstehen einer Ordnung ist unwahrscheinlich; dass etwas existiert, ist unwahrscheinlich; dass insbesondere der Mensch so, wie er ist, existiert, ist erst re
Zu insistieren, Gott existiere nicht, ist eine Aussage über Gott. So wenig evident wie ihr Gegenteil, und in der Regel überdies auf eine bestimmte kulturelle Gottesvorstellung bezogen. Sie ist daher auch nicht wissenschaftsbasierter oder vernünftiger. Dass die Welt keineswegs in sieben Tagen geschaffen wurde und der Mensch ein evolutionär gesehen lächerlich junges Wesen ist, dass es überhaupt Evolution gibt, bestreiten heute auch viele religiöse Menschen nicht mehr. Gerade dieses Bestreiten aber codiert der Begriff "Intelligent Design", der hier (unglücklich) auf eine viel basalere Ansicht übertragen wird. Dadurch werden Menschen, die – lediglich – an einen nicht zufälligen Ursprung alles Existierenden glauben, mit Evolutionsleugnern und Bibelpuristen in einen Topf geworfen.