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Foto: Karsten Klappe

Foto: Karsten Klappe

17. 07.

Jedermann sei untertan

Lesung mit Karsten Krampitz in Bayreuth

Der Schriftsteller und Historiker Karsten Krampitz hat eine kritische Überblicksgeschichte der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) und ihrer Vorläuferorganisation geschrieben. Er beschäftigt sich mit deren Rolle als Sargnagel der Weimarer Republik und untersucht, warum sich kein anderes Sozialmilieu so offen und aufnahmebereit für die Ideologie der Nazis zeigte wie das kleinbürgerlich-evangelische. Anhand neuer Quellen und Dokumente erzählt er von der Mittäterschaft der Kirche an der Ermordung der europäischen Juden und entlarvt die Schilderung vom Widerstand der Bekennenden Kirche im Dritten Reich als Lebenslüge der EKD.

Für die Zeit nach dem Krieg zeigt Krampitz, dass es auch in der Kirche keine Stunde Null gab und bis in die 1960er Jahre hinein die alten Eliten vorherrschten. Berichtet wird aber auch von der evangelischen Kirche in der DDR, einer Kirche in der ideologischen Diaspora, die an Mitgliederschwund litt, aber gleichzeitig immer mehr Zulauf bekam – ein Erbe, das die EKD nicht annimmt. Im Jahr, in dem der Protestantismus sein 500-jähriges Bestehen feiert, gelingt Karsten Krampitz eine beeindruckende Darstellung des Weges der deutschen evangelischen Kirchen durch die Moderne.

Dr. Karsten Krampitz, geboren 1969, studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften an der Humboldt- Universität in Berlin; Promotion zum Thema des Verhältnisses von Staat und Kirche in der DDR.

Wer mehr ueber den Autor und seine spannenden Arbeiten erfahren will, findet am 17. Juli in Bayreuth dazu Gelegenheit. Um 19:00 Uhr in der Eule, Kirchgasse 8, 95444 Bayreuth.