Der Artikel wirkt auf mich weniger wie eine sachliche Analyse als vielmehr wie ein persönlicher Kommentar.
Zu den Vorschlägen des CDU-Wirtschaftsrates wurde auch in anderen Medien berichtet – dort allerdings mit der wichtigen Einordnung, dass der Wirtschaftsrat kein Parteigremium der CDU ist und dass diese Vorschläge innerhalb der CDU deutlich kritisiert wurden. Auch der Umstand, dass eine Mitgliedschaft im Wirtschaftsrat keine CDU-Mitgliedschaft voraussetzt, bleibt hier unerwähnt.
Die implizite Gleichsetzung von Wirtschaftsrat und CDU-Programmatik halte ich daher für mindestens problematisch. Von einer Analyse erwarte ich, dass sie faktenorentiert ist und nicht ideologisch. Zudem sollte der Gegenstand der Anlyse von möglichst unterschiedlichen Seiten betrachtet werden, damit sich der Leser faktenbasiert eine eigene Meinung bilden kann.
Insgesamt vermischt der Text Analyse und Bewertung zu stark, ohne diese sauber zu trennen. Das ist schade, denn das Thema hätte sich sehr gut für eine nüchterne, ökonomisch fundierte Kritik ohne Absichtszuschreibungen geeignet.
Und ergänzend: ich bin kein CDU/CSU Wähler. Das war ich noch nie.