Jain. Die beiden nichtbinären Optionen ("divers" und ohne Eintrag) tauchen im GG und den Gesetzen rund um Militär noch nicht auf. Bisher. Da sich nicht genügend Freiwillige melden werden, ist aber von einer Angleichung auszugehen, bei der auch die Frage der generellen geschlechtlichen Gleichstellung diskutiert werden wird.
Wichtiger Punkt bei "divers" und ohne Eintrag: Das hat besondere Folgen. Im Reisepass steht dann ein "X" und damit sind Einreise und tw sogar Umstieg in etlichen Ländern nicht möglich. Beispielsweise VAE, Indonesien. Also kein Umstieg in Dubai, kein Flug bei Emirates buchbar. Was die Kontrolle am Zielflughafen macht, selbst wenn das Land offiziell "X" akzeptiert - Ägypten, Türkei -, ist... offen. Sollte insbesondere bei sehr religiösen Ländern beachtet werden.
Schwierig derzeit zB auch die USA. Es muss das Zuweisungsgeschlecht bei Geburt angegeben werden. Akzeptiert wird nur "M" oder "F". Steht im Pass dann bei der Einreise ein "X"... offen.
Bei der Krankenkasse fliegt man aus der geschlechtsspezifischen Versorgung, muss sich also selber kümmern, alle Vorsorgen zu bekommen.
Ah, und wer von einem männlichen Eintrag weg (oder hin) wechselt, bekommt eine neue Rentenversicherungsnummer. Die RV unterteilt nämlich in "männlich" und "Rest".
Mindestens in BaWü (ab November und vermutlich bald auch anderen Bundesländern) wird die Tatsache des Wechsels auf Dauer als eigene Info zwischen allen Meldeämtern weitergegeben - und an die "zuständige Polizeidienststelle" und das LKA. Heisst: Wenn deine Kids dort hin- oder umziehen, sehen sehr viele Behördenleute bei Kontakt "diese Person hat ihren Geschlechtseintrag geändert". Mit altem Eintrag und ggf alten Vornamen.
Ich würde also einen Wechsel rein "zum Zweck" nicht empfehlen. Trans zu sein, und sei es auch nur in den Papieren, macht das Leben komplizierter. Wir machen das nicht aus Laune, sondern weil es trotz der Folgeprobleme immer noch besser als "weiter so" ist.