Die Überschrift versprach Substanz – analytische Tiefe, intellektuellen Mut, wissenschaftliche Redlichkeit. Was folgte, war keines davon.
Was der Leser stattdessen erhält, ist ein sorgsam zusammengestelltes Kompendium transaktivistischer Gemeinplätze. Kein einziger Gedanke, der nicht bereits vielfach aus denselben Quellen destilliert wurde. Keine eigenständige Analyse, kein kritischer Abstand zum Material. Nichts Originäres.
Das Niveau ist enttäuschend – und das ist noch höflich formuliert.
Nehmen wir den angeblich entwürdigenden Begutachtungstest. Wer je die Prüfprozesse der Pflegeversicherung durchlaufen hat – wo jede körperliche Funktion akribisch erfasst und bewertet wird –, dem dürfte diese Empörung bestenfalls weltfremd erscheinen.
Und der angebliche Schutz der Ehe: Schützenswert war nicht die Institution, sondern die Wahrheit. Denn die Lüge, wie das Selbstbestimmungsgesetz nun anschaulich demonstriert, erzeugt systematische Widersprüche – und zerstört dabei handfeste Rechte realer Frauen.
Man könnte jeden einzelnen Punkt dieses Beitrags einer gründlichen Analyse unterziehen und die Substanzlosigkeit dahinter freilegen. Doch wer ein solches Pamphlet verfasst, sucht nicht nach Wahrheit. Er bedient Ideologie.
Diese Arbeit hat das Vertrauen in ihre Urheberschaft gründlich verspielt.
Eine intellektuelle Bankrotterklärung.