Wow, da hat ein LLM wohl Überstunden gemacht :)
Mal ganz generell, vor den biologischen Details: Der ganze Biologie-Kram ist Nebenschauplatz. Es geht darum, Menschen zu akzeptieren, die unter ihrer Geschlechtszuweisung (durch andere) ebenso leiden wie unter den biologischen Parametern, die dazu führen. Wenn deine Chromosomen und was sie anrichten nicht das sind, was du in der Gesellschaft sein willst, weil es für dich richtig ist. Sie produzieren aber die Signale, nach denen andere dich be- und verurteilen. Der einzige Hintergrund der DSD-Thematik ist, dass - wie die KI richtig schreibt - sich auch die meisten Menschen mit uneindeutigen biologischen Features eindeutig binär identifizieren.
"1. Zur angeblichen Entwürdigung durch das diagnostische Verfahren im Transsexuellengesetz" ... "Die Bindung der Geschlechtseintragung an definierte Voraussetzungen war medizinisch und rechtlich sachgerecht: Irreversible somatische Eingriffe..."
Nope. Das TSG regelte lediglich die Änderung von Vornamen und Geschlechtseintrag. Keine körperlichen Eingriffe. Also jederzeit reversible Dinge.
Tatsächlich war für die Änderung von Vornamen und Personen laut TSG bis 2011 Voraussetzung(!), dass die Person "dauernd fortpflanzungsunfähig ist" (Sterilisation) und "sich einem ihre äußeren Geschlechtsmerkmale verändernden operativen Eingriff unterzogen hat, durch den eine deutliche Annäherung an das Erscheinungsbild des anderen Geschlechts erreicht worden ist" (§8 TSG bis 2011). Das hat das BVerfG wg Verstoss gegen mehrere Grundrechte ausgesetzt. 30 Jahre nach Einführung. Die Zwangsscheidung war schon 2009 ausgesetzt worden, ebenfalls wg Grundrechtsverstoss. Spätestens da war die Begründung oben entfallen.
Massgebliche Motivation hinter diesen Vorschriften war (dokumentiert), gleichgeschlechtliche Ehen zu verhindern und insbesondere Kinder daraus. Und natürlich die Hürden so hoch zu legen und die Sichtbarkeit von trans Personen so zu drücken, dass viele abgehalten oder im Prozess zermürbt wurden, oder danach auf jeden Fall so unauffällig und vereinzelt, dass sie verschwiegen werden konnten.
"2. Zur Gewaltstatistik und ihrer strategischen Fehldeutung"
Zum einen habe ich nicht mit Räumen, sondern mit Tätern argumentiert. Noch mal der Monitor zur Umsetzung der Istanbul-Konferenz, in wie viele Fällen die Täter aus dem sozialen Nahraum stammen: Stalking 80,8%, Vergewaltigung 76%, möglicher Femizid 74,4%, körperliche Gewalt (gesamt) 70,3%, psychische Gewalt (gesamt) 60,8%, digitale Gewalt 59,1%.
Der Partner zuhause, der wütende Ex, der übergriffige Kollege, der betrunkene Verwandte, der Typ im Verein - die triffst du tagtäglich, auch im "öffentlichen Raum", weil du mit ihnen zusammenlebst und nicht dein ganzes Leben in Schutzräumen verbringen kannst und willst. Die Zufallsbegegnung mit einem übelwollenden Fremden ist die Ausnahme, nicht der Regelfall.
"3. Zur biologischen Definition des Geschlechts"
Na, der Kategorienfehler liegt wohl in deiner KI :) "Die Biologie" definiert Geschlecht zum Zweck und aus der Perspektive der Fortpflanzung. Das ist durchaus zulässig, aber eben darauf begrenzt. Gleichzeitig beschäftigt sich "die seriöse Biologie" durchaus mit der komplexen Entwicklung vom Gen zum Körper, die eben durchaus nicht strikt eindeutig ist, sondern hunderttausende Varianten und Sonderfälle kennt.
Weder in der Medizin - Einzelfallbetrachtung - ist eine Verkürzung auf Gameten hinreichend, weil Fortpflanzung hier nur seltenst das eigentliche Thema ist, aber vor allem nicht in der sozialen Organsation unseres Zusammenlebens.
"4. Zur instrumentalisierten Heranziehung von Personen mit DSD"
Yay, moving goal post. Nein, Personen mit DSD werden nicht als trans Personen vereinnahmt. Es geht ausschliesslich darum, dass Biologie eben nicht klar und eindeutig ist, sondern egal welche Parameter herangezogen werden, eine willkürliche Festsetzung. Zu sehen speziell im Leistungssport, wo sich alle Pauschal-Definitionen als zu exklusiv herausgestellt haben.
Warum sind DSD Personen im Spitzensport quasi ausschliesslich in den Frauen-Ligen? Weil bei den Männern nicht geguckt wird. Sie sind als die biologischen Spitzengruppe definiert und wenn du die Leistung bringst, fragt kein Mensch nach deinen biologischen Parametern. Es gibt keine Obergrenze für endogenes Testo bei Männern. Dafür gibt es dokumentierte Fälle. Externes Testo-Doping lässt sich tatsächlich nachweisen, aber wenn du zB als Mann UGT2B17-Polymorphismus hast, ist das regelkonform, genauso wie Michael Phelps Laktat-Mutation. Als Frau wärest du damit draussen - wie Caster Semenya oder Dutee Chand.
Oh und einen Widerspruch hat deine KI erzeugt: Die Quote an DSD ist mit 1-2% vermutlich eher zu niedrig aus genau dem Grund: Es wird nicht systematisch getestet. Wenn alles funktioniert, kannst du damit leben und sterben, ohne es zu wissen. Oder man entdeckt eben bei einem 70-jährigen Vater von vier Kindern zufällig einen Uterus (Ainsworth 2015).
"5. Zu biologischen Parametern in der Gewaltforschung"
Ah, Strohmann haben wir auch. Ich habe nämlich nirgendwo dazu etwas gesagt. Im Gegenteil habe ich betont, dass männliche Gewalt und hegemonieller Anspruch das Grundproblem sind. Siehe auch oben dei Täterdiskussion.
Nur: Ich sehe diese gewalttätige Männlichkeit eben bei jenen, die sich als (cis) Männer mit dem Bild der männlichen Dominanz identifizieren. Bei trans Personen ist das nach meinen Beobachtungen gerade nicht der Fall. Weder bei trans Frauen noch bei trans Männen noch bei nichtbinären Personen. Sie haben entweder unter dem Druck gelitten, "männlich" sein zu sollen oder unter männlicher Dominanz oder beides. Das prägt die Sozialisierung.
"6. Zum Swyer-Syndrom und der Behauptung männlicher Schwangerschaften"
Biologisch schlicht falsch? Nunja, wenn sich die KI im falschen Kontext verrent schon: https://academic.oup.com/jcem/article-abstract/93/1/182/2598461?login=false
Es geht nicht um Swyer. Das wäre eine andere Variante. Hier geht es um multiple Faktoren, aber insbesondere um Mosaik und zwar mit erstaunlich 93% 46XY in den Ovarien. Männliche Eierstöcke :) Und raus kam das ganze, weil sie es an ihre Tochter vererbt hat, die mit 17 zum Arzt ging, weil sie kein Brustwachstum hatte.
Zitat: Context: We report herein a remarkable family in which the mother of a woman with 46,XY complete gonadal dysgenesis was found to have a 46,XY karyotype in peripheral lymphocytes, mosaicism in cultured skin fibroblasts (80% 46,XY and 20% 45,X) and a predominantly 46,XY karyotype in the ovary (93% 46,XY and 6% 45,X).
Patients: A 46,XY mother who developed as a normal woman underwent spontaneous puberty, reached menarche, menstruated regularly, experienced two unassisted pregnancies, and gave birth to a 46,XY daughter with complete gonadal dysgenesis.