Ok, das ist fast noch mal das gleiche wie darüber, also nur die Unterschiede:
"Die unmöglichkeit des Verfahrens" ist dokumentiert in Stellungnahmen der med.psych. Fachgesellschaften: Es gibt kein Werkzeug, um die herliche Befindlichkeit einer Person im Bezug zu den gesellschaftlichen Geschlechts-Kategorien und -Konventionen zu beweisen oder zu widerlegen.

Das ist _kein_ Argument gegen das SBGG, denn über den amtlichen Eintrag werden zum einen die Einordnung in staatlichen Belangen geregelt - Anrede vom Amt -, zweitens die für die Selbst- und Fremdwahrnehmung wichtigen Vornamen, die im privaten Verkehr in der Regel kongruent mit dem präsentierten Gender sein sollen.

Fakt in der Praxis ist aber tatsächlich, dass weder Name noch Eintrag im Alltag Rechte oder Privilegien bewirken. Also: Rechtlich relevant ja, praktische Ausiwrkungen nein.

Der Eintrag gewährt keinen Zugang zu geschlechtsspezifischen Schutzräumen, Frauenhäusern, Umkleiden oder sportlichen Wettkampfkategorien. Das steht sogar explizit im Gesetz und noch mal ausführlicher in der Begründung. "Betreffend den Zugang zu Einrichtungen und Räumen sowie die Teilnahme an Veranstaltungen bleiben die Vertragsfreiheit und das Hausrecht des jeweiligen Eigentümers oder Besitzers sowie das Recht juristischer Personen, ihre Angelegenheiten durch Satzung zu regeln, unberührt." §6(2)

Es gelten Hausrecht, Vertragsrecht, Regelsätze der Sportvereine, -verbände und -ligen. Der Verband der Frauenhäuser hat sich in seiner Stellungnahme zum SBGG ausdrücklich dafür ausgesprochen, die Mehrfachmarginalisierung von trans Frauen betont und auf ihre kompetenten Hausleitungen verwiesen.

In Gefängnissen gelten die Vollzugsgesetze und Verordnungen, die den Einzelfall und seine Bedürfnisse gegen die der Mitgefangenen und den Betrieb der Anstalt abwägen.

Quotenregelungen gelten nur insofern, wie sich Gremien oder Betriebe keine eigenen Regeln geben (§7(3)), UND wer sich bewirbt muss erst einmal auch gewählt werden. Es gab bisher zwei, drei Typen, die das versucht haben - und zurecht gescheitert sind.

Statistik? Wow. Wir hatten bisher ca 3000 Änderungen pro Jahr. Die aktuellen Zahlen bis Ende 2025 deuten auf 5000-6000 zukünftig hin, davon ein Drittel nichtbinäre, die vorher keine Chance hatten. In Deutschland werden pro Jahr ca 600.000 Kinder geboren. Wir haben also maximal 0,5-1% geänderte Geschlechtseinträge. Der Mikrozensus hat eine mehrfach so große Unschärfe. Keine Sorge, das verfälscht keine Statistik.

TSG und Ehe: Fein; die KI bestätigt, dass das Thema "Ehe und Wahrheit" hier vollkommen irrelevant ist :)

Repräsentation: Frauenlistenplätze, Frauenquoten und frauenspezifische Fördermaßnahmen wurden geschaffen für eine Gruppe, die *aufgrund_ihrer_Wahrnehmung_als_Frau* sozial und strukturell benachteiligt wird und besonders von Gewalt betroffen ist. Wer von anderen als Frau gelesen wird, wird auch als Frau diskriminiert. Wer als trans Person wahrgenommen wird, wird als trans Person diskriminiert. Und wer als trans Frau wahrgenommen wird, kriegt beides.

Sport ist noch mal eine deutlich komplexere Sache. Medizinisch ebenso wie sozio-dynamisch. Können wir gerne einen eigenen Thread zu aufmachen, in den ich mit der kanadischen Studie einsteigen würde: https://hal.science/hal-04477646/file/transgenderwomenathletesandelitesport-ascientificreview-e-final%20%281%29.pdf Neben den bio-mechanical key findings - "keine schlüssige Evidenz auf Vorteile" - sind die sozio-kulturellen Findings sehr bedeutsam. Frauen werden bzgl Spitzensport strukturell benachteiligt. Durch Fördergeld, Trainingsmöglichkeiten, usw. Weil: Marktwirtschaft, Nachfragemarkt. Es ist mindestens ökonomisch äusserst unsinnig, sich da Vorteile verschaffen zu wollen. Zum inhärenten Sexismus ist die Doku "Life is not a competition, but I'm winning" erhellend; https://www.imdb.com/de/title/tt20231566/

Um Sport geht es beim SBGG allerdings überhaupt nicht. Siehe §7(2) oben und (3) hier: "Die Bewertung sportlicher Leistungen kann unabhängig von dem aktuellen Geschlechtseintrag geregelt werden." - sprich: Hier haben die Verbände und Vereine die Hoheit.

Schliesslich: Niemand spricht sich dagegen aus, gefährliche Personen aus Räumen raus zu halten. Es ist aber falsch, pauschal alle trans Personen als Gefahr zu framen und ihre Transidentität so pauschal zu leugnen, wie die KI es oben versucht. Übrigens: Die Quote trans männlicher und trans weiblicher Personen ist letztlich ziemlich gleich. Trans Männer starten nur früher, weil, nunja, Pubertät sie ganz anders erfasst. Und ca. ein Drittel aller trans Personen ist nichtbinär. Diese Quote ist offenbar weltweit gleich.

Was dabei herauskommt ist eine "trans panic", unter der hauptsächlich - statistisch erklärlich - cis Frauen zu leiden haben, die nun mal ~98% aller Frauen ausmachen. So wie eine Freundin, Ende 50, mehrfache Mutter, eindeutig weiblich jedoch mit Kurzhaarschnitt, die neulich von einer anderen Frau aus der Damentoilette geschubst wurde. Sie war vollkommen konsterniert.

Liebe Leute: Trans Personen sind keine Bedrohung. Selbst wenn sie nicht stereotypisch weiblich oder männlich aussehen. Nicht mal die paar A**löcher darunter. Die gefährlichen Typen ziehen sich nicht extra um und ändern auch nicht ihren Geschlechsteintrag. Auch nicht um in eine Quotierung zu kommen. Die machen einfach, was ihnen die patriarchalen Strukturen ermöglichen und durchgehen lassen.

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