Vielen Dank für Ihren Kommentar. In der Sache liegen unsere Auffassungen vermutlich gar nicht weit auseinander. Die Erweiterung der Finanzierungsbasis der Sozialversicherung, insbesondere die Einbeziehung höherer Einkommen und weiterer Einkommensarten, habe ich in früheren Beiträgen bereits ausdrücklich thematisiert und gefordert.
Der vorliegende Artikel verfolgt allerdings einen anderen Ansatz. Mir ging es darum, anhand eines überraschenden Blicks auf die amerikanische Sozialversicherung und ihre Geschichte zu zeigen, dass die Grenzen ihrer Finanzierung keine Naturgegebenheiten sind, sondern auf politischen Entscheidungen beruhen. Hierzulande geht ja wohl die Denkrichtung in Richtung Naturgesetz, was ich schon vielfach aufgezeigt habe.
Ich sehe meine Aufgabe als gesellschaftspolitischer Publizist nicht ausschließlich darin, konkrete Forderungen zu erheben. Mindestens ebenso wichtig erscheint mir, vermeintliche Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen und zum eigenständigen Nachdenken anzuregen. Meine Urteile sollen sich dabei an nachvollziehbaren Maßstäben orientieren, nicht an politischen Lagerzugehörigkeiten.
Natürlich schreibe ich solche Beiträge in der Hoffnung, dass die Überlegungen irgendwo aufgegriffen werden und vielleicht sogar politische Wirkung entfalten. In diesem weiteren Sinne ist auch analytische Publizistik eine Form gesellschaftlichen Engagements.
Dass Sie aus meinem Artikel eine konkrete politische Forderung ableiten, ist insofern durchaus eine erwünschte Reaktion. Nur wollte ich diese Schlussfolgerung meinen Lesern nicht bereits als einzig mögliche Antwort vorgeben.