Forschung

Linguisten und Informatiker schaffen umfassende lexikalische Datenbank

Sprachliche Vielfalt und ihre Evolution

Forscher des Leipziger Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie und der University of Auckland in Neuseeland haben ein neues Repositorium linguistischer Datensätze aus aller Welt geschaffen. Ziel des Projekts ist es, neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Wörtern und Lauten in möglichst vielen der heute weltweit gesprochenen Sprachen zu gewinnen. Aktuell enthält die Lexibank standardisierte lexikalische Daten zu mehr als 2.000 Sprachen und ist somit die umfangreichste öffentlich zugängliche Sammlung, die bisher erstellt wurde.

Buch über die Entdeckung der Genschere

Der "Code Breaker"

Am 21. Juni 2012 wurden auf einer Wissenschaftlerkonferenz in Berkeley neue Erkenntnisse der Biologie präsentiert, die nach dem Untertitel des vorliegenden Buches die Zukunft der Menschheit für immer verändern. Walter Isaacson, einer der führenden Biografen Amerikas, erzählt die diesem Ereignis zugrunde liegende Entdeckung der CRISPR/Cas9-Methode, die 2020 zur Verleihung des Nobelpreises für Chemie an die beiden Forscherinnen Jennifer Doudna und Emmanuelle Charpentier führte.

Klimaforschung

Ultrafeinstaub könnte Wetterextreme verursachen

Ob Starkregen oder extreme Trockenheit – weltweit nehmen die Extremwetterereignisse zu. Mit bisherigen Klimamodellen ist ihre Dynamik nur zum Teil abbildbar. Forschende des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) vermuten, dass ultrafeine Partikel in der Atmosphäre signifikant auf die Wolkenphysik und damit auf das Wetter einwirken. Mit Flugzeugmessungen belegen sie einen Anstieg der Partikel-Anzahl-Emissionen trotz Rückgang des gröberen Feinstaubes und machen dafür teilweise die Verbrennung fossiler Brennstoffe mit Abgasreinigungsanlagen verantwortlich.

Schimpansengruppe im Leipziger Zoo

Strukturierte Lautsequenzen in der Kommunikation freilebender Schimpansen geben Aufschluss über die menschliche Sprachevolution

Die Sprache der Schimpansen

Verglichen mit dem komplexen Sprachgebrauch des Menschen erscheint Tierkommunikation einfach. Wie sich unsere Sprache aus einem so einfachen System entwickelt haben könnte, blieb jedoch bisher ungeklärt. Nun zeichneten Forschende tausende Lautäußerungen freilebender Schimpansen in Taï (Elfenbeinküste) auf. Sie konnten nachweisen, dass die Tiere Hunderte von verschiedenen Lautsequenzen produzierten, die aus bis zu zehn unterschiedlichen Rufen bestanden.

Symbol der Illuminaten

Studie

Wie Religion und Verschwörungsglaube zusammenhängen

Gott oder die Illuminaten – dass verborgene Mächte die Geschicke der Welt leiten, gehört zu den zentralen Vorstellungen sowohl bei religiös Gläubigen als auch bei Anhängern von Verschwörungserzählungen. Tatsächlich tendieren Verschwörungsgläubige oft auch zu Religiosität – weil beide Überzeugungen einander in kognitiver Hinsicht ähneln.

Studie

Amerikas heimliche Atheisten

Auch in "God's own Country" bröckelt der religiöse Glaube. Immerhin drei von zehn Befragen in den USA bezeichnen sich laut einer Studie von 2021 als atheistisch beziehungsweise agnostisch oder rechnen sich keiner bestimmten Religion zu. Der wirkliche Anteil ist wahrscheinlich noch höher.

Coronavirus

Entgeht das Spike-Protein dem Immunsystem dank eines Faltmechanismus?

Forschende des Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung in Heidelberg und Kollaborationspartner am Max Planck-Bristol Center for Minimal Biology an der Universität Bristol haben einen neuen Ansatz zur Untersuchung von Sars-CoV-2 entwickelt. Für die systematische und standardisierte Erforschung des Coronavirus bauten sie minimalistische synthetische Viruspartikel, in die sie unterschiedliche Strukturen des Sars-CoV-2-Virus wie das Spike-Protein integrieren können. Bei ihrer Forschung entdeckten sie einen Faltmechanismus des Spike-Proteins, durch den das Virus für das Immunsystem des Wirts "unsichtbarer" wird.

Der Wald wandelt das Klima

Wälder können große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre entfernen – so weit herrscht Konsens in der Wissenschaft. Streit gibt es jedoch darüber, wie der Wald dem Klimaschutz mehr dient: Wenn er nachhaltig bewirtschaftet wird oder wenn er sich selbst überlassen bleibt.

Rote Ampel

Interview

Kollektives Regelbrechen

Maskenverweigerung, gewalttätige Corona-Proteste, der Sturm auf das Capitol in Washington – es gibt einige aktuelle Beispiele für das kollektive Regelbrechen. Jens Krause, Professor an der Humboldt-Universität Berlin (HU Berlin) und am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) sowie APL-Professor an der Technischen Universität Berlin, hat gemeinsam mit Marcel Brass, Einstein-Professor für soziale Intelligenz an der HU Berlin, in der Fachzeitschrift Trends in Cognitive Science eine Übersichtsstudie über den sozialen Einfluss von Regelverstößen veröffentlicht. In einem Interview erläutern die beiden Forscher, warum Regelbruch ansteckend ist und wie man das Wissen darüber nutzen kann, um ihn zu verhindern.