Viele der vorgebrachten Punkte haben sicherlich auch ihre Berechtigung. Dennoch wäre es wünschenswert, daß die ökonomische Analyse die Perspektive von Mittelständlern, Handwerkern, freien Berufen und schlicht eine gewisse, ein Anreizdenken repräsentierende "Hausfrauenlogik" mehr berücksichtigt. Ich habe in 45 Jahren Arbeit als Arzt im Gesundheitswesen die progrediente Erstickung jeglicher Mehrarbeitsanreize durch Überreglementierung und dirigistische Restriktionen eindrucksvoll erlebt. Das Ergebnis sehen wir heute: Nachwuchsmangel, Probleme Arzttermine zu finden, immer neue, noch dirigistischere Eingriffe zur Mangelverwaltung, wie zum Beispiel das jetzt geplante Primärarztsystem. Die Nachfrage nach Dienstleistungen (wie einem vernünftigen, gesprächsbereiten Hausarzt) ist massiv vorhanden, regelt hier aber aufgrund der strukturellen Verkrustungen und Bevormundungen gar nichts.