Unabhängig, was man von diesen politischen Plänen denkt: Ich verstehe nicht, wieso das dem Grundgesetz widersprechen sollte. Vor allem nicht in dieser in diesem Artikel angenommenen Eindeutigkeit. Zur Erinnerung: In Deutschland gab es jahrzehntelang Wehrdienst, ohne dass wir uns aktiv im Verteidungskrieg befunden hätten. Die Dienstpflicht (im Falle dass eine Wehrpflicht existiert) fände ich ehrlich gesagt nur fair, wenn ich daran denke, wie viele meiner Klassenkameraden sich zB mit exzessivem Kiffen sogar noch um den Zivildienst gedrückt haben. Mal abgesehen von der Geschlechterungerechtigkeit, die damals bei Wehrdienst herrschte.
Dann wird hier noch argumentiert, dass Wehrdienst keinen Sinn macht, weil: "Grundwehrdienstleistende, die sechs oder neun Monate bleiben, können moderne Waffensysteme nicht bedienen, erzeugen Fluktuation statt Einsatzfähigkeit und binden Ausbilder, die ohnehin fehlen". Dabei waren die Wehrdienstleistenden schon immer nur für die hinteren Reihen vorgesehen, damit die Profis überhaupt frei sind, um vorne stehen zu können. Es reicht also aus, wirklich die Grundlagen zu lernen. Dass Ausbilder fehlen würden, ist mir auch neu. Ich dachte, neue Auszubildende zu finden, wäre das Problem? Natürlich muss ich auch sagen: Als ich damals Zivildienst gemacht habe, war die Welt eine andere. Der eiserne Vorhang gefallen, Deutschland vereinigt, weit und breit kein Feind in Sicht. Aber an Putin, Trump und einem zunehmend imperialistisch agierenden China sieht man leider, dass man auf den Ernstfall vorbereitet sein muss. Und da gehört Wehrdienst nunmal dazu.