Ansonsten: Ja, es ist bestimmt gut, wenn die Mehrheit fragt, was die Minderheit so denkt. (Und ich möchte bei einigen Antworten gerne nachfragen: Wie stellt ihr euch das vor? Was meint ihr damit?)

Noch wichtiger fände ich es allerdings zu versuchen, Wechselwirkungen sichtbar und verstehbar zu machen. Seit fünfundzwanzig Jahren wird über 'den Islam' und 'die Muslime' diskutiert. Der Mehrheit scheint das wichtig zu sein. Wer wundert sich da, dass diejenigen, die so etikettiert werden, diesen Aspekt der eigenen Persönlichkeit ebenfalls wichtig nehmen – auch unabhängig von der eigenen religiösen Praxis übrigens. Und nicht nur unser Bundeskanzler, auch der Rest der Mehrheit sollte sich fragen, was es mit den Leuten macht, wenn sie als störend im Stadtbild bezeichnet werden. Ich habe im Kollegenkreis gefragt und festgestellt: Die Botschaft ist angekommen. Was der Bundeskanzler sagt, bewegt die Menschen im Lande.

Ich denke, viele Konflikte ließen sich lösen, wenn man weniger über die Muslime und mehr mit den Muslimen reden würde. Das setzt allerdings voraus, dass man sie als Teil der Gesellschaft anerkennt – und das wollen viele leider nicht.

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