Michael Murauer (nicht überprüft)

Sa. 14 Feb 2026 - 12:54

Wissenschaftler sind leider keine besseren Menschen.
Zu Recht wendet sich der Autor gegen Versuche aus der Politik, Wissenschaft pauschal zu diskreditieren. Es gibt eine modische Tendenz, Wissenschaft und Wissenschaftler moralisch herabzusetzen und ihr Objektivitätsbemühen anzuzweifeln. Wohin das führt, wird uns von Trumps Amerika in abschreckender Weise vor Augen geführt.
Hier kann nur auf einen kleinen Teil der Ursachen solcher Wissenschaftsfeindlichkeit hingewiesen werden. Sie erklärt sich aber keineswegs nur aus Komplexitätsverweigerung oder etwa der Konfrontation mit manchen negativen Folgeerscheinungen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts. Unter anderem ist sie ist auch Folge überzogener Erwartungen und illusionärer Ansprüche im menschlichen Bereich und wird durch eine Selbstverklärungsneigung mancher Wissenschaftler gefördert. Zur Wahrheit gehört leider, daß man ein nur instrumentelles Verhältnis zur Wissenschaft haben kann, das heißt, man kann sie als bloßes Werkzeug ansehen oder im persönlichen Bereich als Mittel für Lebensunterhalt und Karriere. Und deshalb kann man leider auch gleichzeitig ein hervorragender Wissenschaftler und ein bornierter, philosophisch rückständiger, moralisch verantwortungsloser oder fanatischer Mensch sein. Die vielen Wissenschaftler, die sich zu Kollaborateuren und Bütteln totalitärer Regime machen lassen, legen hiervon Zeugnis ab. Zudem kann man auch Wissenschaftler verführen, bestechen, unter Druck setzen, nötigen, erpressen. Außerdem werden auch Wissenschaftler und ihr Erkenntnisinteresse in erheblichem Umfang vom Zeitgeist (oder auch dem Widerstand dagegen) beeinflußt. Thomas Henry Huxley war dies alles schon Ende des 19. Jahrhunderts klar: "Meiner Erfahrung nach sind die Männer (!) der Wissenschaft nicht besser, aber auch nicht schlechter als der Rest der Welt. Weder bringt die Beschäftigung mit der unendlichen Größe des Universums notwendigerweise charakterliche Größe hervor, noch erzeugt die mikroskopische Untersuchung des unendlich Kleinen stets Bescheidenheit."

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