Gesundheit

Professor Dr. med. Dr. phil. Urban Wiesing

Interview

Warum der Weltärztebund das "Genfer Gelöbnis" veränderte

Das Genfer Ärztegelöbnis gilt als die moderne Fassung des Eids des Hippokrates. Es wurde 1948 vom Weltärztebund in Genf beschlossen und ist seitdem nur in Details überarbeitet worden. Im Herbst 2017 gab es eine ganze Reihe von substanziellen Änderungen. Professor Dr. Dr. h. c. Dieter Birnbacher sprach darüber mit dem Scientific Advisor der Arbeitsgruppe des Weltärztebunds, dem Tübinger Medizinethiker Professor Dr. med. Dr. phil. Urban Wiesing.

HVD Bundesverband:

Künstliche Ernährung muss medizinisch begründet sein

Das Oberlandesgericht München hat Rechtsgeschichte geschrieben. Erstmals wurde ein Schmerzensgeldanspruch zuerkannt, weil ein Arzt das Leben eines schwer kranken dementen Patienten über Jahre künstlich verlängert hatte. Der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) begrüßt, dass Ärzte zukünftig in die Pflicht genommen werden, von sich aus auf eine unzumutbare Verlängerung künstlicher Ernährung hinzuweisen. Die künstliche Ernährung des Patienten mittels PEG-Sonde sah das Gericht nicht als medizinisch indiziert an.

Beschneidungskampagne - vor dem Bundeskanzleramt

Fünf Jahre Beschneidungsgesetz: Kinderschützer und Ärzte ziehen Bilanz

"Rechtsfrieden" zu Lasten von Kinder- und Menschenrechten

Zum fünften Jahrestag der Abstimmung im Deutschen Bundestag zur Neuregelung der Rechtmäßigkeit nicht medizinisch indizierter Vorhautentfernungen an Jungen äußern Ärztevertretungen und Kinderschutzverbände erneut Kritik an der geltenden gesetzlichen Regelung. Ihr Fazit: Die Politik muss sich den Konsequenzen des von ihr beschlossenen Gesetzes für die betroffenen Kinder stellen. Es gelte, hier endlich in einen breiten gesellschaftlichen Dialog für Wege zu umfassendem Schutz von Kindern unabhängig vom Geschlecht zu treten.

Globuli

Krankenkasse ohne Homöopathie

Seit einigen Jahren erstatten fast alle Krankenkassen auch homöopathische Mittelchen. Nur mit dem Blick auf das eigene Wohl und nicht das der Versicherten werden Wundermittel wie Medikamente behandelt. Dagegen regt sich endlich Protest.

Günther Reimann schaut der Heilerin Sabine Rohwer zu. Er zahlte ihr fast 300.000 Euro für die Behandlung seiner krebskranken Freundin.

Weshalb darf eine "Geisterheilerin" ungestraft Krebspatienten "behandeln"?

Die Unheilerin

Diese Geschichte endet mit einer Geistheilerin, die eine Hochzeit verhindert. Mit einer Frau, die an Krebs stirbt. Mit einem Schweinskopf, der vor einer Tür liegt. Sie beginnt 2002 mit einer hoffnungsvollen Beziehung.

Staatsanwaltschaft gegen Suizidhilfe-Arzt Dr. Spittler – die ganze Geschichte

Hamburg, es ist der 10. November 2012. In der gemeinsamen Wohnung der beiden Seniorinnen Elisabeth W. (85) und Ingeborg M. (81) liegt ihr "letzter Wille" auf dem Tisch. Das Dokument dient zur Absicherung von Privat.-Doz. Dr. med. Johannes F. Spittler, der den doppelten Alterssuizid an diesem Tag bis zum friedlich eingetretenen Tod begleitet. Danach wartet Spittler vor Ort auf die Polizei, die er selbst gerufen hat.

Bei der Demo für sexuelle Selbstbestimmung in Berlin

Appell von Juristinnen und Juristen

Für die Streichung des § 219a StGB

Ein Appell von Juristinnen und Juristen spricht sich für das Recht von Frauen aus, über legale Abtreibungsangebote von ÄrztInnen informiert zu werden. Dabei dürfen die ÄrztInnen nicht kriminalisiert werden.

Gesundheit! - Ein Buch nicht ohne Nebenwirkungen

Plädoyer für vernünftige Skepsis

Natalie Grams hat ein weiteres Buch veröffentlicht, in dem sie sich mit Medizin  – weit über die Homöopathie hinaus – auseinandersetzt. Sie bricht darin eine Lanze für die evidenzbasierten Medizin und räumt mit der irrigen Annahme auf, dass, wer heilt, Recht hat.

Schluckimpfung im Kindergarten 1960

Zum Weltpolio-Tag am 28. Oktober 2017

Impfen hilft!

Der Polio-Tag am 28.10. eines jeden Jahres ist ein Tag der Erinnerung an die Zeiten, in denen die Kinderlähmung noch eine ganz konkrete Bedrohung, ein Gespenst für Eltern und Kinder war. Der Tag wurde gewählt zu Ehren von Jonas Salk, geboren am 28. Oktober 1914, dem Entwickler des ersten Polio-Impfstoffs. Das war ein Totimpfstoff, der per Injektion verabreicht wurde. Die spätere – als so angenehm empfundene – Schluckimpfung (Sabin-Methode), die bei der Einführung der Polioimpfung in Deutschland zum Einsatz kam, war dagegen ein Lebendimpfstoff, der damals noch deutlich höhere Komplikationsrisiken barg. Heute wird durchweg mit weiterentwickelten Totimpfstoffen gearbeitet.