Blasphemie

Nigeria

Nach Blasphemie-Vorwurf getötet und verbrannt

Nach einer hitzigen Diskussion mit einem muslimischen Geistlichen wurde in der nigerianischen Hauptstadt Abuja ein 30-jähriger Mann von einem wütenden Mob der Blasphemie bezichtigt, geschlagen und angezündet. Er ist bereits der zweite Blasphemie-Tote in Nigeria im Verlauf der letzten Wochen.

Pakistan: Fast 90 Lynchmob-Mörder verurteilt

Im Dezember 2021 wurde Priyantha Kumara von einem bis auf 800 Personen angeschwollenen rasenden Mob getötet und sein Körper im Anschluss angezündet. Der Grund: Er hatte ein Poster der islamistischen Tehreek-e-Labbaik-Partei entfernt. Der Mord hatte in Pakistan für Entsetzen gesorgt. 89 Männer wurden in diesem Jahr nun zur Todesstrafe beziehungsweise Haftstrafen und Zahlungen an die Hinterbliebenen des Toten verurteilt.

Vermeintliche Gotteslästerung führt zu Lynchmord und massiven Ausschreitungen

Nigeria scheitert am Islamismus – und die Welt sieht zu

Am Morgen des 12. Mai wurde die Studentin Deborah Samuel Yakubu (eine Christin) von einem islamistischen Mob wegen Blasphemievorwürfen ermordet. Die Täter waren ihre Studienkameraden. Leo Igwe von der Humanistischen Vereinigung in Nigeria verurteilte die Tat, während erste Täterfestnahmen zu gewalttätigen Protesten von Muslimen führten.

Pakistan: Gefährliche Blasphemie-Vorwürfe gegen Ex-Premierminister Khan

Anfang April 2022 verlor der ehemalige pakistanische Premierminister Imran Khan ein Misstrauensvotum wegen des Vorwurfs schlechter Regierungsführung. Sein Nachfolger Shehbaz Sharif war erst kurz im Amt, als Khan in einer Moschee in Medina von pakistanischen Pilgernden beschimpft und ihm blasphemische Äußerungen vorgeworfen wurden. Ein Vorwurf, der in Pakistan zu langen Gefängnisstrafen oder gar zum Tod führen kann.

Pakistan

Lehrerin nach Blasphemie-Traum ermordet

Eine 21-jährige Lehrerin in Pakistan wurde aufgrund eines Traums ermordet. Der Traum war nicht ihr eigener, sondern der eines 13-jährigen Mädchens. Im Traum war dem Mädchen der Prophet Mohammed erschienen, hatte die Lehrerin der Blasphemie bezichtigt und ihre Tötung gefordert.

Blasphemie-Urteil gegen den Präsidenten der Nigerian Humanist Association

24 Jahre Gefängnis für Mubarak Bala

Im April 2020 wurde Mubarak Bala, der Präsident der Humanistischen Vereinigung von Nigeria, verhaftet, weil man ihm Blasphemie vorwarf. Fast zwei Jahre lang kämpften seine Weggefährten sowie internationale Organisationen um seine Freilassung. Am Montag wurde Bala nun zu einer Strafe von 24 Jahren Gefängnis verurteilt. 

Pakistan: Blasphemie-Anschuldigungen und ihre Konsequenzen

In regelmäßigen Abständen hagelt es Blasphemie-Anschuldigungen in Pakistan. Diese können lebensgefährlich für die Beschuldigten werden, wie eine Auswertung des pakistanischen Centre for Social Justice für das Jahr 2021 zeigt. Im Human Rights Observer führt das Zentrum für das vergangene Jahr 84 nach pakistanischem Strafgesetzbuch Beschuldigte und drei Lynchmorden zum Opfer gefallene Personen auf. Die Gesetzgebung bietet Spielraum für Missbrauch, um missliebige Mitmenschen loszuwerden.

"Wahnhafte Geschichte" vom Propheten Mohammed

Ermittlungen gegen ägyptischen Journalisten

Ein Mann reitet in einer einzigen Nacht auf einem pferdeähnlichen Wunderwesen von Mekka nach Jerusalem und steigt auf einer Leiter in den Himmel, wo er eine göttliche Offenbarung erlebt, ehe er zu den Gläubigen auf die Erde zurückkehrt: Das ist, kurz gefasst, die Handlung von "Mohammeds Himmelfahrt", die in verschiedenen Versionen kursiert und zu den bedeutendsten Erzählungen der islamischen Mythologie gehört. Eine fantasievolle Legende, mag man denken, ein wenig wahnhaft vielleicht. Doch wer solche Gedanken in Ägypten öffentlich äußert, bekommt es mit der Staatsanwaltschaft zu tun.

Pakistan: Frau wegen blasphemischer WhatsApp-Nachrichten zum Tode verurteilt

Im Mai 2020 war die Muslimin Aneeqa Ateeq festgenommen worden. Per Messengerdienst WhatsApp und über das Soziale Netzwerk Facebook soll sie blasphemische Nachrichten und Karikaturen verbreitet haben. Nun ist sie zu einer Geldstrafe, 20 Jahren Gefängnis und Tod durch den Strick verurteilt worden. Die Anschuldigungen sollen von einem verschmähten Mann stammen und die Verteidigung mangelhaft gewesen sein.

Flagge Pakistan

Pakistan: Lynchmob mordet wegen vermeintlicher Blasphemie

Anfang Dezember wurde Priyantha Kumara, Export-Manager einer Textilfabrik, von einem wütenden Mob in Sialkot der Blasphemie bezichtigt. Er wurde gejagt, totgeschlagen und sein Körper angezündet. Sein Vergehen war das Entfernen von Parteiwerbung aus Unternehmensräumen, die unter anderem mit religiösen Versen bedruckt gewesen sein soll. Dutzende beteiligten sich am Mord, hunderte an der Verbrennung, viele machten sogar Selfies mit dem brennenden Körper. 131 Verdächtige wurden festgenommen.