Forschung

Schimpansen betreiben am liebsten mit Weibchen Fellpflege, die ein Baby haben, oder mit ihren Freunden

Freilebenden Schimpansen und Rußmangaben ist wichtig, wer ihnen zuschaut

Affen passen Fellpflege an soziales Umfeld an

Wenn Menschen miteinander kooperieren wollen, berücksichtigen sie ihre Erfahrungen mit den potenziellen Kooperationspartnern und deren Eignung für eine bestimmte Aufgabe. Sie überlegen, ob die in Frage kommenden Partner zuverlässig sind oder ob vielleicht ein besserer Kandidat verfügbar ist. Zwei Primatenarten, die in komplexen sozialen Gruppen leben, wählen ihre Fellpflegepartner anhand einer Vielzahl von Kriterien aus, darunter ihrer sozialen Beziehung zum Partner und dessen Rangs.

Unsere afrikanischen Vorfahren lebten über den gesamten Kontinent verstreut

Unsere weitverzweigten afrikanischen Wurzeln

Der moderne Mensch stammt nicht von einer einzigen Gründerpopulation in einer Region Afrikas ab, sondern seine Vorfahren lebten über den gesamten Kontinent verstreut. Die verschiedenen Jäger- und Sammlergruppen waren weitgehend voneinander isoliert. Getrennt durch Wüsten und dichte Wälder lebten sie in unterschiedlichen Lebensräumen. Jahrtausende der Trennung führten zu einer erstaunlichen Vielfalt menschlicher Gruppen, deren Vermischung letztlich unsere Spezies prägte.

Während Kämpfen mit anderen Gruppen greifen Grüne Meerkatzen-Männchen streitlustige eigene Gruppenmitglieder an.

Wie Meerkatzen mit Gewalt Frieden schaffen

Deeskalation bei den Makaken

Nicht nur Soziologen und Politologen untersuchen Aggression und Deeskalation. Denn die Blaupausen dafür finden sich bereits im Verhalten der Makaken angelegt. Die Anthropologen Jean Arseneau-Rober, Carel van Schaik und Redouan Bshary der Universität Zürich und Neuenburg erforschen, wie Männchen der Grünen Meerkatzen in Südafrika mit Gewalt junge männliche Gruppenmitglieder an kriegerischen Auseinandersetzungen mit benachbarten Gruppen hindern.

Gen-Schere: Allzwecklösung oder Frankensteins Werkzeug?

Manipulationen der Erbinformation mittels sogenannter Gen-Schere haben sich überraschenderweise als ebenso einfach, preisgünstig wie zielgenau erwiesen. Hoffnungen etwa für die Welternährung stehen Ängsten gegenüber, vor allem was die Anwendung am Menschen betrifft.

Wie die Beulenpest zur Epidemie wurde

Die Beulenpest gilt zu Recht als Inbegriff einer verheerenden Seuche. Als "Schwarzer Tod" entvölkerte sie im Mittelalter ganze Landstriche Europas. Doch schon in der Spätantike grassierte die "Justinianische Pest", und bei einer aktuellen Epidemie in Madagaskar infizierten sich bis Herbst 2017 über tausend Menschen mit dem Erreger, Yersinia pestis. In weiten Teilen der Welt stellt die Beulenpest noch immer eine ernste Bedrohung für die Bevölkerung dar.

Grund zur Freude: Der jüngsten Zählung zufolge leben mehr als 600 Berggorillas im Virunga-Vulkan-Gebiet, mehr als doppelt so viele wie noch vor dreißig Jahren. Die Zahl weltweit frei lebender Berggorillas stieg auf mehr als 1000 Tiere an.

Bestand der Tiere hat sich in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt

Mehr als 1.000 freilebende Berggorillas

Die jüngste Zählung der vom Aussterben bedrohten Berggorillas (Gorilla beringei beringei) im Gebiet um die Virunga-Vulkane ergab eine Zahl von mindestens 604 Individuen. Zusammen mit den 400 Tieren der einzigen anderen Population, die im "Bwindi Impenetrable National Park" in Uganda beheimatet ist, steigt damit die Gesamtzahl weltweit freilebender Berggorillas auf mehr als 1.000 Tiere.

Kaninchenkautz im Zoo Berlin

Kaninchenkäuze erobern Lateinamerikas Städte

Eulen, die unter der Erde wohnen

Was in Europa die Füchse und Turmfalken sind, die die Städte besiedeln, sind in Amerika die Coyoten, die durch New Yorks Central Park traben, – und zunehmend die Kaninchenkäuze in Buenos Aires. An diesen Eulenvögeln studieren Bart Kempenaers vom Institut für Verhaltensökologie Seewiesen und Jóse L. Tella mit Martina Carrete von der sevillanischen Estación Biológica de Doñana und Kollegen nun in Argentinien Genommuster und Verhaltensanpassungen.

In der Savanne und Grassavanne lebende Schimpansen haben ihr Verhalten an die schwierigen Lebensbedingungen angepasst.

Regulierung der Körpertemperatur ist für Schimpansen große Belastung

Savannen-Schimpansen leiden unter Hitze-Stress

Als der Mensch im Laufe seiner Evolution offenere und heißere Regionen besiedelte, musste er sich an die neuen Umweltbedingungen anpassen und möglicherweise Schutz vor Überhitzung und eine effizientere Nahrungsverwertung entwickeln. Ein internationales Team hat in zwei Studien die physiologischen Parameter von Savannen- und Regenwald-Schimpansen untersucht und ihren Wasser- und Energiehaushalt sowie ihre Stressbelastung verglichen. Demnach ist der Stress, die Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, für Savannen-Schimpansen eine enorme Belastung.

Tödlicher Hass: Im Bosnien eskalierten Anfang der 1990er-Jahre latente Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien.

Forschung

Feindseligkeit gegenüber Minderheiten kann anstecken

Ethnische Konflikte eskalieren oft überraschend schnell. Welchen Einfluss das Umfeld darauf hat, dass sich Menschen plötzlich feindselig verhalten, haben Forscher kürzlich mithilfe von Experimenten untersucht. Dabei stellten sie fest, dass Anfeindungen gegenüber anderen ethnischen Gruppen deutlich mehr Nachahmer finden als Anfeindungen gegen Mitglieder der eigenen sozialen Gruppe.

Forschung

Lesen formt das Gehirn

Für die Forschung ist Lesen und Schreiben ein faszinierendes Phänomen. Denn die ersten Schriftsysteme haben sich erst vor weniger als 6000 Jahren entwickelt – ein Wimpernschlag in Relation zur menschlichen Evolution. Eine zentrale Frage lautet daher, wie das menschliche Gehirn trotzdem diese komplexe Aufgabe bewältigen kann.