Forschung

Auftaktveranstaltung beim March for Science 2017 in Berlin

March for Science am 14. April 2018

Wissenschaft ist kein Selbstzweck

Der March for Science ist eine internationale Bewegung mit dem Ziel, die Freiheit der Wissenschaft zu verteidigen. Am 14. April 2018 werden – wie bereits im Vorjahr – weltweit Demonstrationen und andere Events stattfinden, um gegen jede Einschränkung der Freiheit von Forschung und Lehre zu protestieren.

Spielende Bonobo-Kinder im Berliner Zoo.

Bonobos sorgen einmal mehr für Überraschung

Der Ursprung der Freundschaft

Verhaltensforscher beobachteten in der Republik Kongo, wie ein Bonobo-Mann zwei aus Frauen und Kindern bestehenden Gruppen das Fleisch einer von ihm erjagten Duiker-Antilope überließ. Der eigenen und der Gruppe vom angrenzenden Territorium.

Mopsfledermaus

Immer enger werdende Jäger-Beute-Beziehung wird erforscht

Die Schliche der Fledermäuse

Auch Mopsfledermäuse schleichen sich an ihre Beute heran, nicht anders als Löwen oder Hauskatzen. Das müssen sie, denn ihre Beute, eine Nachtfalterart, die Hausmutter, kann hören. Die Fähigkeit hat sie eigens entwickelt, um ihren Fressfeinden zu entkommen. Diesem evolutionären Wettrüsten einer Jäger-Beute-Beziehung ging man im Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen nach.

Großer Backenzahn aus dem Oberkiefer eines Neandertalers aus Spy in Belgien.

Erbgutanalysen von fünf späten Neandertalern geben neue Einblicke in dessen Populationsgeschichte

Neue Einblicke in die späte Geschichte des Neandertalers

Forscher am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig haben die Genome von fünf Neandertalern sequenziert, die vor 39.000 bis 47.000 Jahren lebten. Den Analysen zufolge sind diese späten Vertreter ihrer Art enger mit den Neandertalern verwandt, die Erbgut zu unseren modernen menschlichen Vorfahren beigetragen haben, als ein älterer Neandertaler aus dem Altai-Gebirge, dessen Genom die Forscher zuvor sequenziert hatten. Die neue Untersuchung liefert auch Hinweise darauf, dass gegen Ende der Neandertaler-Geschichte ein Bevölkerungsaustausch stattgefunden hat.

Miniaturwerkzeuge aus Feuerstein

Forschungsteam findet Verbindungen von steinzeitlichen Bewohnern

Älteste menschliche Genome aus Afrika analysiert

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung mehrerer Max-Planck-Wissenschaftler hat Genome menschlicher Überreste aus Marokko sequenziert, die rund 15.000 Jahre alt sind. Es handelt sich dabei um die älteste Kern-DNA aus Afrika, die jemals erfolgreich analysiert wurde. Das genetische Erbe der aus der Mittleren Steinzeit Afrikas stammenden Menschen ähnelt teilweise dem der damaligen Bevölkerungsgruppen im Nahen Osten, teilweise gleicht es dem von Menschen, die heute südlich der Sahara leben.

Goldfund

Bisher größte Archäogenetik-Studie zur Vorgeschichte des Balkans

Alte Genome beleuchten Vorgeschichte Südosteuropas

Eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie alter Genome beleuchtet erstmals detailliert die genetische Geschichte Südosteuropa vor und nach Einführung der Landwirtschaft durch anatolische Bauern. Für die zweitgrößte veröffentlichte Studie dieser Art analysierte ein internationales Forschungsteam das Erbgut von 225 menschlichen Skeletten. Diese Individuen lebten teils vor und teils nach dem Epochenwechsel in Südosteuropa – einer Region, für die bislang kaum genetische Daten aus der Vorgeschichte zur Verfügung standen.

Höhlenmalerei in der Höhle La Pasiega (Sektion C). Das leiterartige Gemälde aus waagrechten und senkrechten Linien (Mitte links) ist über 64.000 Jahre alt und muss daher von Neandertalern stammen.

Bereits vor mehr als 64.000 Jahren schufen Neandertaler auf der Iberischen Halbinsel Höhlenmalereien

Neandertaler dachten wie wir

Vor wenigstens 70.000 Jahren hat Homo sapiens durchbohrte Muschelschalen und Farbpigmente benutzt. Vor etwa 40.000 Jahren hat er in Europa mobile Kleinkunst, Schmuck und Höhlenkunst geschaffen. Neandertaler schienen zu solchem Verhalten dagegen nicht in der Lage. Mithilfe der Uran-Thorium Datierung konnte ein internationales Forscherteam nun nachweisen, dass Neandertaler schon vor über 115.000 Jahren symbolische Objekte hergestellt und mehr als 20.000 Jahre vor der Ankunft moderner Menschen in Europa Höhlenkunst geschaffen haben. Die geistigen Fähigkeiten der Neandertaler müssen unseren eigenen demnach ebenbürtig gewesen sein.

Lebensraumverlust und Wilderei sind die größten Gefahren für die Orang-Utans.

Zahl der Menschenaffen in den letzten 16 Jahren um mehr als 100.000 Tiere gesunken

Dramatischer Rückgang von Orang-Utans auf Borneo

Die Artenschutzmaßnahmen der letzten 50 Jahre konnten nicht verhindern, dass die Zahl der Orang-Utans auf Borneo weiterhin dramatisch sinkt. Die neuesten Daten, die von einem Forscherteam aus 38 internationalen Institutionen unter der Leitung des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) und der Liverpool John Moores University in Großbritannien veröffentlicht wurden, deuten darauf hin, dass sich die Gesamtzahl der Borneo-Orang-Utans zwischen 1999 und 2015 um mehr als 100.000 Tiere verringert hat.

Ältere Riffbarsche warnen junge vor Gefahren

Wachsame Fische

Nahe den Steinkorallen sind die in Gruppen lebenden Zitronen-Demoisellen, eine Art Riffbarsche, am sichersten vor Prädatoren. Doch die Älteren entfernen sich auf der Futtersuche weit von der Deckung. So nehmen sie Gefahren zuerst wahr. Mit ihrem Rückzug alarmieren sie die Jungen, die sich so schnell in Sicherheit bringen können. Sebastian Ferse, Riffökologe vom Marinen Zentrum für Tropenforschung in Bremen, sieht darin biologischen Altruismus.

Repräsentative Befragungen in Deutschland, Großbritannien und den USA

Starkes Übergewicht wird als selbstverschuldet wahrgenommen

Obwohl Experten für die weltweite Zunahme von stark übergewichtigen Menschen hauptsächlich veränderte Umweltbedingungen verantwortlich machen, gibt die breite Öffentlichkeit dem Einzelnen die Schuld an seinem Übergewicht. Ihrer Meinung nach sollten Betroffene resultierende medizinische Behandlungskosten deshalb selbst tragen. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und der Universität Mannheim, welche in der Fachzeitschrift Annals of Behavioral Medicine veröffentlicht wurde.