Säureattacken auf Frauen im Iran
In den vergangenen drei Wochen wurde iranischen Medien zufolge in der Stadt Isfahan 14 jungen Frauen Säure ins Gesicht geschüttet. In Isfahan und Teheran demonstrierten deshalb Tausende gegen den Terror.
Oppositionelle und MenschenrechtlerInnen vermuten, dass die Attacken von religiösen Fanatikern ausgeübt worden seien: Tatmotiv sei das Nichteinhalten der islamischen Kleidervorschriften durch die Opfer. Diese Vermutung liege nahe, so eine Frauenaktivistin aus Isfahan: "Laut Augenzeugen waren fast alle Opfer junge Frauen, die nicht streng konservativ bekleidet waren."
Am vergangenen Mittwoch versammelten sich Tausende Menschen in Isfahan und Teheran, um gegen die Terrorwelle zu demonstrieren. Die Demonstranten verlangten von den Verantwortlichen, gegen die Angriffe Stellung zu beziehen. Das zeigte Wirkung: Präsident Hassan Rouhani verurteilte am Mittwoch die Attacken. Er mahnte seine Landsleute, religiöse Pflichten sollten nicht zur Spaltung der Gesellschaft führen.
Kommentare (2)
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Gerade 'religiöse Pflichten'
Gerade 'religiöse Pflichten' führen m.E. zur 'Spaltung der Gesellschaft'. Säurenattentate passen da ins Bild von Auspeitschungen und Enthauptungen...
Das zu überwinden, ist ein langer, steiniger Weg.
Du schreibst wahre Worte,
Du schreibst wahre Worte, Hans. Die "Strafen" sind für mich jedoch nicht das Problem (natürlich für die Opfer). Schließlich gibt es diese "Strafen" auch bei uns: Ablehnung von Homosexuellen, Geschiedenen, Atheisten ... Nur dass hier subtiler "gestraft" wird. Für mich steht hinter allem aber das gleiche, verdorbene Denken: Gruppen, die aus welchen Gründen auch immer nicht in den religiösen Kram passen, werden ausgegrenzt. Das reicht von der gesellschaftlichen Ächtung, über die Verweigerung eines Arbeitsplatzes in Tendenzbetrieben bis hin zur Enthauptung. Für mich sind das nur gesellschaftspolitisch bedingte Nuancen des gleichen, selbstherrlichen, religiösen Denkens. Religiöse Pflichten führen dahin, nicht etwa mitmenschliches, empathisches oder von mir aus barmherziges, nächstenliebendes Verhalten. Deshalb: GOTT UND STAAT SEPARAT! GÖTTER IM STAAT? NUR PRIVAT!