Karriere

Gier und Schamlosigkeit siegt über Intelligenz

Karen Duve stellt sich in ihrem neuen Buch die Frage, wer eigentlich Karriere macht. Es sind nicht die netten, klugen Menschen; es sind die gierigen, aggressiven und schamlosen Menschen, die das schaffen.

Die Autorin hat ein neues Buch vorgelegt: "Warum die Sache schiefgeht: Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen", in dem die diese These vertritt.

Im Deutschlandfunk gibt es dazu Karen Duves "Analyse unserer Welt am Rande des Abgrunds" zum Nachhören.

Kommentare (3)

ALBERT Böhl ich (nicht überprüft)

Mo. 27 Okt 2014 - 11:51

Aber weil das stimmt, ist man entweder ebenso gierig, rücksichtslos usw, oder es ist ein gemeinsames Ziel, die dazu führenden Zwänge zu ändern.

Bernd Kammermeier (nicht überprüft)

Di. 28 Okt 2014 - 08:18

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Für Karriere ist eine gehörige Portion krimineller Energie hilfreich. Eine gewisse Skrupellosigkeit, wie man seine Umgebung ausnutzen kann. Mir fehlt dies aus welchen Gründen auch immer seit ich auf der Welt bin. Ich ruhe in mir, weil ich mir bewusst bin, dass ich etwas kann. Ich habe Talente, die kein anderer so hat und diese werden gebraucht. Ich war mir immer sicher, dass dies praktisch im Blindflug meine Karriere auslösen müsste. Ein Kollege und Freund hat es mal so ausgedrückt: "Ich verstehe gar nicht, dass sie dir nicht die Bude einrennen!" Denn ich habe mein Leben lang zu Kämpfen gehabt. Dabei habe ich den falschen Kampf gefochten. Nie gegen Konkurrenten, nie mit den "richtigen" gesellschaftlichen Mitteln um Kunden gebuhlt. Ich verstand mich als hochqualifiziertes Angebot - die Aufgabe zuzugreifen hatten die anderen. Die Folgen waren verheerend: Dadurch hatte ich immer gerade so viele Aufträge, wie ich zum Überleben brauchte, aber nie so viele, dass ich durch "Parallelnachfrage" meine Preise meinen Fähigkeiten anpassen konnte. Es war immer das gleiche: Vogel friss oder stirb! Heute weiß ich, dass ich auf der Seite meiner Fähigkeiten alles richtig und auf Seiten der aggressiven Verkaufe selbiger alles falsch gemacht habe. Ich habe nie Seilschaften aufgebaut (ich habe lange für das ZDF gearbeitet, wo Seilschaften praktisch unumgänglich sind), ich habe nie jemanden bestochen, geschmiert, habe keine "Rückvergütungen" praktiziert und sonstige Schweinereien, die eine Gesellschaft korrupt, aber nicht fortschrittlicher machen. Ich bin einfach nicht der Typ dafür, auch, weil ich das nicht einsehe, so zu sein. Um mich herum haben Leute mit wesentlich geringer ausgeprägten Fähigkeiten Karriere gemacht, ein gutes Leben geführt. Der Sinn dieses Systems leuchtet mir bis heute nicht ein, weil ja gerade die Kunden nichts davon haben. Sie kaufen völlig überteuert minderwertige Ware ein, nur, weil der Anbieter die richtigen Zauberformeln spricht - als handele es sich um Voodoo oder tiefgläubige Religion. Mein Trost ist: Die Welt hat den Schaden, weil ich so viel Gutes nie tun konnte, was die Welt wirklich weitergebracht hätte. Ein egoistischer Trost, bei dem ich schon wieder ein schlechtes Gewissen bekomme.

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