Widersprüche im neuen EKD-Papier zur Religionsvielfalt

Widersprüche sieht der Theologe und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel im neuen EKD-Dokument zur Religionsvielfalt.

Das Papier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zeige mit Blick auf die wachsende Pluralität zwar gesellschaftspolitisch Stärken, theologisch jedoch weise es Mängel auf, schreibt der Professor für interreligiöse Theologie der Uni Münster.

Das EKD-Papier beantworte die zentrale Frage, ob Christen, Juden und Muslime an denselben Gott glauben, widersprüchlich. Einerseits heiße es darin, Gott sei "der Gott aller Menschen". Andererseits werde die Vorstellung abgelehnt, dass es die monotheistischen Religionen mit demselben Gott zu tun hätten. "Dieser innere Widerspruch macht es dem Dokument unmöglich, der religiösen Realität nicht nur Deutschlands, sondern weltweit theologisch gerecht zu werden."

Kommentare (6)

Ulrike (nicht überprüft)

Mi. 24 Jun 2015 - 11:57

Für mich relevant: Unter dem Absatz "Pluralismus Beliebigkeit ..." der EKD-Denkschrift sehe ich sowohl eine Ablehnung des neutralen Ethikunterrichts wie auch der Weltethos-Idee ohne dass sie direkt benannt werden
www.ekd.de/EKD-Texte/religioese_vielfalt.html

Atheist Steinbrenner (nicht überprüft)

Mi. 24 Jun 2015 - 13:19

Also ich betrachte es nur als Konsequent wenn man daran glaubt, dass Gott den Menschen schöpft davon auszugehen dass der eigene Gott auch der Gott jener Menschen ist die sich nicht zu diesem bekennen, sondern an einen anderen Gott glauben oder gar keinem Gott anhängen.

Der Fall Christen, Juden, Muslime erschwert dabei nur den Blick, und ist insofern paradox, dass diese nüchtern von außen betrachten an denselben Gott glauben. Zumindest wenn man für wahr erachtet, dass das Christentum sich aus dem Judentum entwickelt hat und dass Jesus selbst für Muslime zumindest ein Prophet, also von Gott gesandt ist (ob nun Gottessohn oder nicht ist dann eigentlich nebensächlich). --- Unterschied ist nur, dass es scheinbar viel wichtiger ist, dass die jeweiligen dogmatischen Schriften der Religionen/Kirchen für alle Menschen zu gelten haben, denn dass es eigentlich derselbe Gott ist von dem diese handeln. Was nur zeigt, dass es nicht um die Interessen Gottes, sondern ganz irdische Machtinteressen des jeweiligen Klerus geht.

Gutmann (nicht überprüft)

Mi. 24 Jun 2015 - 13:36

Noch schräger wird es im Bezug auf nicht-monotheistische Religionen, also Hinduismus, Buddhismus und andere. Das - an sich zu begrüßende - Enagagement von Christen in Begegnungen mit Vertretern anderer Religionen und Weltanschauungen darf nicht darüber hinweg täuschen: Interreligiöser Dialog sind für die Kirchen auch PR-Veranstaltungen in eigener Sache; Missionierungsgebot und Sendungsbewusstsein werden nicht außer Kraft gesetzt. In einer pluralen, aufgeklärten Gesellschaft sollte ein bekenntnisorientierter Religionsschulstunden Platz machen zugunsten von interreligiösem Unterricht.

Defragmentierung (nicht überprüft)

Mi. 24 Jun 2015 - 16:21

Ein Irrationaler, Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel, stellt fest, dass in irrationalen Texten Irrationales zu finden ist? Ohhh!
Wenn ich gewusst hätte, wie leicht die Besoldungsgruppen W 1 bis W 3 zu erreichen sind, hätte ich meine berufliche Laufbahn anders geplant. ^^

Noncredist (nicht überprüft)

Mi. 24 Jun 2015 - 17:36

Wenn sich nicht einmal die "Experten" des Berufsglaubens im Vatikan, in der EKD, bei den Juden und den Muslimen einig sein können - und schließlich behaupten sie ja "besonderes Nahe" der sogenannten "Wahrheit" zu sein - dann ist das nur noch lustig :)

Wir Alltagsmenschen sind fehlerhaft und können nicht alles wissen. Da müssen wir irgendwie darauf vertrauen, dass die Berufsgläubigen ein "besseres" Verständnis von Göttern und Geistern haben. Und wenn sie bei der fundamental-simplen Aufgabe, ob ihr aller Idol das selbe Wesen sei, noch immer versagen (trotz JAHRTAUSENDEN messerscharfer Moralpredigten), dann kann man wahrlich nur noch herzlichst darüber lachen :)

Gibt es *einen* Gott, der *nachweislich* in allen sogenannten "Offenbarungen" gleich ist? Anscheinend wohl nicht.

Gibt es gar verschiedene Götter? Und haben sich alle unterschiedlich den Menschen geoffenbart? Es scheint so. Aber das kann man nicht akzeptieren, denn die eigene (monotheistische) Religion *muss* wahr sein. Ergo ist die andere unwahr.

Aber vielleicht gibt es keine göttlichen Offenbarungen. Sie könnten alle von Menschen kommen. Der Mensch ist zu so etwas fähig.
Ich tippe auf letzteres. Ganz simpel :)

Hans Trutnau (nicht überprüft)

Do. 25 Jun 2015 - 02:48

"Das EKD-Papier beantworte die zentrale Frage, ob Christen, Juden und Muslime an denselben Gott glauben, widersprüchlich."
Das nimmt ja auch nicht Wunder.
Ganz ähnlich wie die RKK.
Fröhliches (R)Auskommen dann.

Ein Glück nur, dass mich das Ganze schon lange nicht mehr umtreibt.

Unterstützen Sie uns auf Steady!

Mehr lesen über:

Verwandte Artikel