Der Autor ist Historiker und Schriftsteller (zu seiner Website geht es hier). Er hat zahlreiche Reiseführer, Sachbücher und Krimis geschrieben und gehört zu den Gründungsmitgliedern von PEN Berlin.
Diarmaid MacCullochs Buch „Niedriger als die Engel“ ist eine umfassende Kultur- und Kirchengeschichte, die den Wandel christlicher Vorstellungen von Sexualität über zwei Jahrtausende nachzeichnet.
Seit Jahrzehnten weisen Schilder am Ortseingang auf christliche Gottesdienste hin. Als im oberbayerischen Penzberg erstmals auch die Gebetszeiten einer Moschee angekündigt wurden, dauerte es nur wenige Tage bis diese beschädigt wurden. Der Vorfall ist zu verurteilen – wirft aber zugleich eine grundsätzliche Frage auf: Sind Gottesdienstschilder an der Ortseinfahrt überhaupt noch zeitgemäß?
Ein bayerischer Unternehmer hat eine ungewöhnliche Idee, um dem Mitgliederschwund der katholischen Kirche entgegenzuwirken: Eltern, die ihre Kinder taufen lassen, erhalten 500 Euro. Missionierung mit dem Geldbeutel also. Der Erfolg hält sich bislang allerdings in Grenzen.
Die Hagia Sophia ist nicht nur ein byzantinischer Prachtbau, sondern auch ein Symbol für religiöse Machtkämpfe. Jetzt wurden zwei russische Touristen verhaftet, weil sie laut aus der Bibel vorgelesen haben sollen. „Anstiftung zu Hass und Feindseligkeit“ lautet der Vorwurf.
Deutschlandradio hat eine umfassende Programmreform angekündigt, die zum 30. November in Kraft treten soll. Mehr Analyse, mehr Einordnung, mehr Tiefgang lautet das Versprechen. Doch bei einem Bereich scheint sich nichts zu ändern: Religion bleibt im Programm deutlich stärker verankert als Philosophie, Ethik oder säkulare Weltanschauungen.
Julian Nagelsmann ist Geschichte, Jürgen Klopp soll die deutsche Nationalmannschaft übernehmen. Sportlich wäre das eine spannende Personalie. Doch die Fußball-WM hat auch gezeigt, wie selbstverständlich religiöse Inszenierungen inzwischen zum Profifußball gehören – und Klopp zählt zu ihren prominenten Verteidigern.
Die Bundesregierung will das Arbeitsrecht flexibilisieren und denkt auch über längere Ladensöffnungszeiten an Sonn- und Feiertagen nach. Kaum war das Vorhaben bekannt, meldeten sich die Kirchen zu Wort. Für sie gehört der Sonntag weiterhin zu den letzten Bastionen christlich geprägter Gesellschaftspolitik.
Der US-Bundesstaat Texas treibt die religiöse Prägung seines Bildungssystems weiter voran. Neben der Präsenz der Zehn Gebote in den Klassenzimmern gehört künftig auch die Bibel zum Pflichtstoff an öffentlichen Schulen.
Ein Fernsehbeitrag des Bayerischen Rundfunks über eine Nürnberger Boutique löste heftige Kritik aus. Das Problem liegt jedoch nicht nur in den frauenverachtenden Aussagen des Ladenbesitzers, sondern vor allem in einer Berichterstattung, die religiös begründete Geschlechterrollen als Ausdruck weiblicher Selbstbestimmung präsentiert.
Es gibt Fußballgötter wie Toni Turek, Pelé oder Diego Maradona. Das sind Menschen, die Außergewöhnliches im Fußball geleistet haben und deshalb von ihren Fans verehrt werden. Und dann gibt es den Gott des deutschen Nationalspielers Felix Nmecha, der offenbar nicht mehr damit zufrieden ist, nur sonntags in der Kirche angebetet zu werden, sondern neuerdings auch bei Länderspielen verherrlicht werden will.